Streit um Schäden im Peitschenweg

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
6067711.jpg
Bernd Kistermann misst nach: „Verkehrssicherheit ist gewährleistet.“

Stolberg. Wenn eine Platte nicht eben liegt, ein Loch im Asphalt ist oder der Bordstein bröckelt, dann ist Klaus-F. Kratz zur Stelle, schaut, misst, schlägt nach – und schreibt einen Brief an den Bürgermeister.

Fast täglich erreichen diesen Hinweise auf Gehwege, Fahrbahnen und Plätze, die aus Kratz‘ Sicht „als Sicherheitskoordinator nach Baustellenverordnung“ schadhaft sind. Nicht fehlen darf dann der Hinweis, dass der Bürgermeister für einen Schaden hafte, sobald ihm der Mangel bekannt sei.

So geschehen in der vergangenen Woche auch für den Peitschenweg in Büsbach, wo Rinnsteine an mehreren Stellen abgeplatzt waren. Anfang Mai hatte Kratz mit einem Mitarbeiter des Tiefbauamtes Schäden besichtigt; Mitte Mai auf Nachfrage von der Stadt erfahren, dass Schäden behoben wurden, was nach seiner Ansicht unzureichend war. Daraufhin schaltete er am 15. August die Kommunalaufsicht ein. Fachbereichsleiter Bernd Kistermann begutachtete die Schadstellen.

Mitarbeiter des Technischen Betriebsamtes rückten unverzüglich aus, flickten die Stellen bei, die als verkehrsunsicher eingeschätzt wurden, oder sicherten sie durch Baken. Weitere Schadstellen wurden in das Reparaturprogramm des TBA aufgenommen, das nach Priorität kontinuierlich abgearbeitet wird.

Dies reicht aus Sicht von Klaus Kratz weiterhin nicht aus. „Ich bitte Sie hiermit um Deckungszusage einer Schadensregulierung, sofern ein Unfall an der defekten Bordsteinanlage des Peitschenweges mit Personenschaden entsteht“, schrieb er am Freitag zurück und legte Fotos weiterer Problemstellen bei. Damit nicht genug. Wahlkampfmäßig sieht es jetzt im Peitschenweg aus: Als Privatmann plakatierte Kratz an den Laternen im Peitschenweg sowie am Heketweg an einem, seiner Meinung nach verkehrsunsicheren Kanaleinlauf, an dem zuvor eine Dame gestürzt war. „Bei Unfall haftet hier der Bürgermeister“, ist unter einem Warnschild in großen Lettern zu lesen, und in kleineren die Aufforderung, ihm Unfälle zu melden.

Die Plakatierung ist aus Sicht der EWV als Eigentümerin der Laternen nicht statthaft. Dies sei im Überlassungsvertrag mit der Stadt geregelt, erklärte Pressesprecherin Michaela Humphries auf Nachfrage. Einzige Ausnahme seien in Wahlkampfzeiten die Parteien.

Daraufhin kündigte Kratz am Montagabend an, dass die UWG, deren Mitglied er ist, und für die er im städteregionalen Bauausschuss sitzt, werde die Verantwortung für die Plakataktion übernehmen, so dass damit den Vorschriften Genüge getan sein müsste.

Am Montagmittag besichtigte erneut Fachbereichsleiter Kistermann in Begleitung des amtierenden Verwaltungschefs Walter Wahlen und Bürgermeisterreferentin Petra Jansen Peitschen- und Heketweg und kamen zu dem Schluss, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet sei und weitere Schadstellen laut Prioritätenliste abgearbeitet werden sollen. Die Rechtmäßigkeit der Kratz‘schen Plakataktion werde derweil noch geprüft.

Der Verursacher wiederum ist sich des Wirbels bewusst. „Mir wäre es lieber, wenn alles ordnungsgemäß ablaufen würde“, sagte Klaus-F. Kratz.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert