Stolberg - Strabag-Projekt: Neues Konzept für die Umsetzung gesucht

Strabag-Projekt: Neues Konzept für die Umsetzung gesucht

Von: Jürgen Lange
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Wird auf einen Spatenstich in Stolberg weiter warten müssen: Rainer Maria Schäfer von der Strabag. Foto: Lange
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Der alte Kamin der Zincoli wird erst einmal nur die Landmarke einer Industriebrache bleiben. Foto: Lange

Stolberg. Der Einstieg in den Ausstieg des Strabag-Projektes hat begonnen. Zumindest was einen großen Teil der bisherigen Eckpunkte des Investitionsvorhabens auf dem Gelände der ehemaligen Zincoli an der Mauerstraße anbetrifft.

Rund 40 Millionen Euro will die Strabag auf dem insgesamt vier Hektar großen Areal investieren; auf drei Hektar sollen nach bisherigem Stand als Ersatz für den „Toom“ an der Mauerstraße (mit 3500 m² Verkaufsfläche) ein Bau- und Gartenmarkt (6800 m²) sowie in einem zweiten Bauabschnitt ein Verbrauchermarkt (2500 m²), ein Discounter (1000 m²) und ein Drogeriemarkt (1000 m²) nebst 350 Parkplätzen entstehen. Zumindest zu der für den zweiten Abschnitt geplanten Nutzung geht die Ratsmehrheit jetzt auf deutliche Distanz.

„Die anstehenden nächsten Schritte zur Umsetzung des derzeitigen Konzeptes werden ausgesetzt“, so lautet die gemeinsame Formulierung von SPD und CDU für die nächste Sitzung von Hauptausschuss und Stadtrat am 13. März, die bei zwei unterschiedlichen Terminen vorgestellt wurden. Die Sozialdemokraten nutzten den Weg einer Pressekonferenz, die Christdemokraten wählten die Debatte ihres 5. Bürger-Dialogs, um rund um die Entwicklung der Innenstadt Position zu beziehen.

Eigentlich sollte an diesem Termin der Satzungsbeschluss für die Bauleitplanung des Strabag-Projektes erfolgen, so dass mit den Bauanträgen in die Realisierung hätte eingestiegen werden können. Nun werden vor dem aktuellen Hintergrund der Verfügung der Bezirksregierung, sich entweder für das Strabag-Projekt oder die Förderung der Innenstadt-Revitalisierung zu entscheiden, sowie der angekündigten Schließung des Kaufhauses Victor zum Ende des Jahres die Uhren noch einmal weit zurück gedreht. Ein deutlich überarbeitetes Konzept soll her.

Bürgermeister und Verwaltung sollen „mit dem Investor eine Nutzung des Geländes abstimmen, die keine Auswirkungen auf die Kaufkraft im Bereich der Innenstadt hat“. Für CDU und SPD ist ein Bau- und Gartenmarkt weiterhin als Bestandteil des Konzeptes vorzusehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die weiteren bisherigen Bestandteile Verbrauchermarkt, Discounter und Drogeriemarkt zumindest zur Disposition stehen.

Ebenso wichtig ist für die beiden Partner der großen Koalition wie auch für den Bürgermeister, dass ein überarbeitetes Nutzungskonzept für das Zincoli-Gelände die „für die Umsetzung des Innenstadtkonzeptes beantragten Zuschüsse nicht gefährden darf“. Immerhin werden 7,6 Millionen Euro erwartet. Deshalb soll die Neukonzeptionierung auch in enger Abstimmung mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Regierungspräsidentin Gisela Walsken erfolgen. Bevor die Stolberger Politik über ein neues Nutzungskonzept entscheiden mag, soll es in einer Bürgerversammlung mit den Stolbergern, mit dem Einzelhandel und der Gesellschaft für Stadtmarketing abgestimmt werden.

Anlass zu dieser Neuorientierung sind die angekündigte Schließung des Kaufhauses Victor zum Jahresende, das Gutachten über die Auswirkungen des Strabag-Projektes auf den Einzelhandel sowie die klaren Worte der Regierungspräsidentin, bei einer Realisierung des Vorhabens in Münsterbusch der Innenstadt keine Förderung zu gewähren.

Aber „die Revitalisierung des Steinweg-Umfeldes ist ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung des vorliegenden Konzeptes für die Innenstadt“, betonten für die SPD Dieter Wolf, Hans Kleinlein, Rolf Engels und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. Als erste Sofortmaßnahmen wurde einer Öffnung des Steinwegs zugestimmt und die Bereitschaft signalisiert, über Parkgebühren nachzudenken – „um den weiteren Niedergang der Einzelhandels-Infrastruktur zu stoppen“. Mittelfristig soll das Innenstadtkonzept helfen.

„Die Bewilligung des Zuschusses hat höchste Priorität“, betont die SPD. Sie setzt auf die Signalwirkung und den Schneeballeffekt eines Pilotprojektes im Steinweg. Noch im ersten Halbjahr werde der Bürgermeister dazu eine konkrete Vorlage für den Stadtrat vorlegen. Bestandteil würden ein attraktives Objekt, barrierefreies Wohnen sowie weitere Attribute sein. Es soll „ein wichtiges Zeichen sein, in die Zukunft des Steinwegs zu investieren“.

Gleichzeitig werde sich der Bürgermeister für eine aktive Rolle bei einer Anschlussnutzung der Victor- Immobilie einsetzen. Eine ersatzlose Schließung müsse unter allen Umständen verhindert werden. Um eine Revitalisierung der Innenstadt zu erreichen, müssten erhebliche Investitionsmittel eingeworben werden – sowohl vor Ort wie auch von außerhalb.

Dazu müssten eine Willkommenskultur für Investoren gepflegt, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit vorgelebt und die Stärken der Stadt herausgestellt werden. Entsprechend überarbeitet werden müsse das Konzept der Strabag. Durch anderweitige Nutzungen ergänzt werden müsse der Bau- und Gartenmarkt, an dem als Ankermieter festgehalten werden soll. „Wir müssen über die Dinge neu nachdenken“, sagte Ferdi Gatz­weiler und zeigte sich optimistisch, gemeinsam mit der Strabag alternative Nutzungen konzeptionieren zu können.

„Ich habe vollstes Vertrauen in das Verhandlungsgeschick des Bürgermeisters“, wertete Rainer Maria Schäfer die aktuelle Entwicklung in der Kupferstadt. „Ich freue mich auf die Gespräche“. Mehr mochte der Bereichsleiter der Strabag Real Estate, die in der Nachbarstadt in die Realisierung des „Aquis Plaza“-Projektes involviert ist, nicht zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Vorhabens in Münsterbusch sagen.

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