Stolberg/Aalen - Stolbergerin ist Schauspielerin im ostwürttembergischen Aalen

Stolbergerin ist Schauspielerin im ostwürttembergischen Aalen

Von: Dirk Müller
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Lässt auch Schlager der goldenen 20er Jahre in „Ausgerechnet Bananen” aufleben: Die Stolbergerin Alessandra Ehrlich ist Schauspielerin im Theater Aalen. Foto: Marcel Morschhauser / Johannes Maria Schlorke

Stolberg/Aalen. Sie ist die „Buletten-Trude”, verkehrt in der „Bar am Nil” und stellt unverhohlen die Frage „kann denn Liebe Sünde sein?”. Doch in der Kupferstadt kennen viele sie noch als Alessandra Ehrlich, die 1982 in Stolberg geboren wurde und 2001 ihr Abitur am Ritzefeld-Gymnasium machte.

Derzeit spielt die junge Schauspielerin am Theater im ostwürttembergischen Aalen, dem Tor zur Schwäbischen Alb. In dem Musical „Linie 1” schlüpft sie in gleich sechs verschiedene Rollen, gibt unter anderem die Verliererin „Marie”, eine Obdachlose und eben auch die „Buletten-Trude”. „Trude ist eine Art Berliner Original”, beschreibt Ehrlich die Rolle der Kiosk-Frau. „In den Proben fiel ich leider immer wieder in den Rheinischen Dialekt, statt zu âberlinernÔ, aber mittlerweile habe ich das im Griff.”

Außerdem lässt sie gemeinsam mit zwei Schauspiel-Kollegen zur Piano-Begleitung die Schlager der goldenen 20er Jahre in dem Programm „Ausgerechnet Bananen” wieder aufleben. Ehrlich singt Melodien von Zarah Leander sowie der Comedian Harmonists und andere alte Schlager wie die „Bar am Nil”.

Im neuen Jahr wird die Stolbergerin ab Februar in einem Schauspiel am Aalener Theater mitwirken und ab Januar gestaltet sie dort einen Solo-Abend, der ihr wie auf den Leib geschneidert scheint: In Irmgard Keuns „Das kunstseidene Mädchen” spielt sie die „Doris”, eine junge Frau aus der Provinz, die unbedingt zum Theater und berühmt werden will. Sie will ein „Glanz” sein, bringt aber für den Beruf der Schauspielerin rein gar nichts mit und kann ihre Herkunft nicht verleugnen. Doris ist des Hochdeutschen nicht mächtig und spricht nur Rheinische Mundart...

Obwohl Ehrlichs Leidenschaft für die Bühne sich früh bemerkbar machte, kam sie erst über einen Umweg auf die Bretter, die für sie die Welt bedeuten. Ab der fünften Klasse spielte sie am Stolberger Ritzefeld-Gymnasium in der Theater-AG und in der Oberstufe absolvierte sie den Literatur-Kurs. Zu dieser Zeit besserte die Schülerin ihr Taschengeld als freie Mitarbeiterin bei unserer Zeitung auf, entschied sich aber nach dem Abitur für etwas völlig Anderes. Nach einem Praktikum im Agnes-Heim begann sie an der Aachener FH das Studium „Soziale Arbeit”. Zunächst nebenher machte Ehrlich im Jugend-Club des Theater Aachen ihre erste professionellere Bühnenerfahrung. „Das führte dazu, dass ich nach fünf Semestern das Studium aufgab und mich an vielen Schauspielschulen beworben habe”, erklärt die Stolbergerin, die heute mit ihrer damaligen Entscheidung hoch zufrieden ist.

Letztendlich wurde Ehrlich in der Schauspielschule Bochum ausgebildet und gastierte anschließend ein Jahr beim „Jungen Theater Göttingen”, bevor sie nach Aalen ging.

Was die Schauspielerin nach ihrer Zeit in Baden-Württemberg erwartet, weiß sie noch nicht, was sie keineswegs beunruhigt: „Nicht langfristig planen zu können, gehört halt zum Berufsbild und macht das Leben spannend und abwechslungsreich. Ich wohne hier in einer möblierten Schauspieler-Wohnung, sozusagen auf Abruf; meine Möbel sind in Stolberg auf dem Speicher meiner Eltern gelagert.”
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