Stolberger Urgestein Leo Hösch: Viel Stoff für eine Zeitreise

Von: Toni Dörflinger
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Virtuelle Zeitreise: Leo Hösc
Virtuelle Zeitreise: Leo Hösch, ein Urgestein des Kupferstädter Karnevals, besitzt ein umfangreiches Bildmaterial. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Viel Stoff für eine Zeitreise liefert das Leben von Leo Hösch - Material, das in so großer Zahl vorhanden ist, dass eine Auswahl schwerfällt. Auf jeden Fall hat der Karneval aber die Biografie von Hösch gekennzeichnet, der am morgigen Sonntag 80 Jahre alt wird.

Die Stationen reichen vom Tanzoffizier bis zum Prinzen. Aber auch in die Rolle des Prinzenmariechens ist Leo Hösch einst geschlüpft: „Das war eine Verlegenheitslösung. Wir hatten damals kein Mariechen. Kurzerhand habe ich mir einen Rock und eine Perücke angezogen und bin so über die Bühne gehüpft”, sagt der Jubilar, der damit eine Situation beschreibt, die sich 1975 ereignet hat, als Hösch der KG Erste Große eine Lachnummer bescherte, an der sich man noch heute gerne erinnert.

„Ohne Zugaben kam ich nicht von der Bühne. Kaum stand ich auf dem Podium und hatte die ersten Tanzschritte absolviert, wurde schon lautstark eine Zugabe gefordert. Dabei drückten die Stiefel erbärmlich, und der Schweiß rann mir in Strömen den Rücken hinab”, erinnert sich Hösch. Die Stiefel, die eine Nummer zu klein waren, hatte sich das „Mariechen” von seinem Vereinskollegen Matthias Gerards ausgeliehen, der die lederne Fußbekleidung ansonsten nur fürs Reiten nutzte.

Eine Wiederholung der legendären Mariechen-Auftritte gab es 1982. „Wegen Krankheit fiel das Mariechen kurzzeitig aus, und ich musste mir für drei Auftritte nochmals den Rock anziehen”, schmunzelt Hösch. Höhepunkt seiner karnevalistischen Karriere war aber das Prinzenamt ein Jahr zuvor.

„Für die Prinzenfindung war der damalige Präsident Heinrich Holtz zuständig, der eine Autorität darstellte und dem man keinen Wunsch verwehren konnte”, beschreibt Hösch die Situation, in der man ihm das Prinzenamt schmackhaft machte. Im Gegensatz zu heute wurde der Prinz in spe nicht schon im November, sondern erst nach Weihnachten vorgestellt. „Damals ließ man sich von der Idee leiten, dass erst der Printenduft vergangen sein müsse, bevor man mit Karneval startet”, so der Aktivist, dessen karnevalistische Laufbahn als gebürtiger Mühlener Ende der 1940er Jahre bei der KG Mölle begonnen hatte.

1959 zog es ihn dann zur KG Erste Große, wo er abgesehen von einer kleinen, zweijährigen Unterbrechung bis 1973 das Amt des Tanzoffiziers bekleidete. „Tanzen war immer meine Leidenschaft. Den Weg geebnet haben mir meine Erfahrungen als Geräteturner. Dort lernte ich den Flickflack kennen, den ich zur Gaudi der Zuschauer bei meinen Auftritten immer wieder angewendet habe.”

Über seine Frau Hella, die er 1966 heiratete, ist der Jubilar mit der Familie Strauß verwandt, die 1929 mit Leppo I. (Willy Strauß) Stolbergs ersten Prinzen gestellt hatte. Diese Verbindung bewog Hösch dazu, sich mit der Geschichte der KG Erste Große intensiver zu befassen und ein Archiv anzulegen, das neben eigenen geschichtlichen Beiträgen auch ein umfangreiches Bildmaterial enthält.

Doch das Leben des Jubilars wird nicht nur vom Karneval bestimmt. So hat sich Leo Hösch in den 1970er und 1980er Jahren als sachkundiger Bürger dem Sport- und Kulturausschuss zur Verfügung gestellt. Aber auch als Betriebsratsvorsitzender des Kerpenwerkes, heute Leonie-Kerpen, hat Hösch sich engagiert. Diese Position hat der gelernte Maschinenbauer von 1972 bis Mitte der 1990er Jahre bekleidet.

Gefeiert wird der runde Geburtstag im Rahmen eines familiären Empfanges am Sonntag. Die eigentliche „Fete” soll dann im Mai stattfinden.
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