Stolberger Tourismus gegen den Trend im Aufschwung

Von: Jürgen Lange
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„Zusätzliche Hotels sind erforderlich, um der Nachfrage gerecht zu werden, aber auch um weitere zu generieren”: Fritz Rötting, IHK-Geschäftsführer und stellv. Vorsitzender der Eifel-Touristik-Agentur e.V., auf der ITB in Berlin neben Isabelle Weykmans, Tourismusministerin der DG, Heinz Onertz, Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, und Dr. Josef Zierden, Eifel-Literatur-Festival. Foto: J. Lange

Stolberg/Berlin. „Wir haben noch Glück gehabt und sind mit einem blauen Auge davon gekommen”, sagt Klaus Onertz. Mit knapp 1,4 Millionen Gästen blieben die Beherbergungszahlen im Gebiet der Eifel Tourismus GmbH im vergangenen Jahr konstant, und bei rund 4,5 Millionen Übernachtungen verzeichnet die Statistik ein leichtes Minus (-1,1 Prozent).

Das allerdings in einer Zeit, in der deutschlandweit der Tourismus Zuwächse verzeichnete.

Aber der Landrat des Kreises Vulkaneifel und Vorsitzende des Aufsichtsrates der ET relativiert die Zahlen. „Wenn ein großer Besucherpark renoviert wird, macht sich das gleich in den Zahlen bemerkbar”, sagt Onertz auf der weltweit größten Reisemesse, der ITB in Berlin. Dort lohnt auch ein intensiverer Blick in die Zahlen.

Denn mit rund 1,4 Millionen Übernachtungen verzeichnet Onertz rheinland-pfälzischer Landkreis allein schon mehr Aufenthaltsdauer als die gesamten nordrhein-westfälsche ET-Gemeinden zusammen.
Immerhin schon, muss man eigentlich sagen. Denn die NRW-Eifel hat hart an ihrer touristischen Ausrichtung gearbeitet, obwohl auch sie bei Beherbergungen ein leichtes Minus verzeichnen muss. Weil beispielsweise in Simmerath ein großer Campingplatz geschlossen wurde.

Wie sehr sich touristische Aktivitäten aber in Übernachtungen und Gästebesuchen bezahlt machen, exerziert Heimbach im Kreis Düren mit der Kunstakademie auf Burg Hengebach vor. Vor drei Jahren hat Landrat Wolfgang Spelthahn, Vorsitzender der nordrheinwestfälischen Eifel-Touristik-Agentur e.V., die Gründung der Kunstakademie auf der ITB angekündigt.

Im ersten kompletten Semesterjahr 2010 unterrichteten 48 Dozenten über 520 Studenten in mehrtägigen Kursen; jeder von ihnen übernachtet im Durchschnitt drei bis fünf Tage in Heimbach oder Umgebung. Für dieses Jahr erwartet Bürgermeister Bert Züll über 800 Teilnehmer zu den 110 unterschiedlichen Seminaren mit dem Schwerpunkt Film und Theater. „Das macht 3000 Übernachtungen zusätzlich”, rechnet Spelthahn vor. Gut für Heimbach und die Eifel, dass gleichzeitig der neue Ferienpark über dem Rurtal wächst .

Zu diesen Erfolgsmeldungen in Berlin passen bestens die Zahlen aus Stolberg. Mit 20.113 Gästeankünften im vergangenen Jahr verbucht die Kupferstadt ein Plus von 5,3 Prozent; mit 4.138 waren 7,1 Prozent mehr ausländische Besucher darunter. Wer die Kupferstadt erst einmal kennenlernt, bleibt auch gerne länger: 44.338 Übernachtungen (+0,3 Prozent) bedeute eine Aufenthaltsdauer von 2,2 Tagen.

Ganz besonders stechen die Stolberger Zahlen aus dem Dezember ins Auge. Mit 1.726 Gästeankünften bedeutet dies einen Zuwachs von über 30 Prozent, und mit 3.308 Übernachtungen war ein Zuwachs von 18,6 Prozent zu verzeichnen. „Das hängt sicherlich auch mit den Kupferstädter Weihnachtstagen zusammen”, analysiert Bürgermeister Ferdi Gatzweiler mit einem Blick auf die auffallend vielen Besuchern aus Belgien, (165) und Holland (145), aber auch aus den USA (126).

„Der positive Trend der Kupferstadt ist sicherlich auf die gewachsenen touristischen Bemühungen zurückzuführen”, stimmt IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting zu, sieht aber auch weiteres Potenzial für Aktivitäten der Stolberg-Touristik. Der Dezember-Zuwachs sei neben dem Stolberger aber sicherlich auch dem Aachener Weihnachtsmarkt zu verdanken und dem Umstand, dass die Betten in der Kaiserstadt komplett ausgebucht waren. „Es besteht weiterhin Bedarf an großen Hotels”, konstatiert Fritz Rötting, um bestehende Nachfrage zu befriedigen, aber auch um neue zu schaffen.

So sind die Bemühungen von Monika Lück rund um City-Hotel und Kupferhof Rosental ebenfalls aus den in Berlin vorgestellten Zahlen herauszulesen. Mit der Schaffung und Bewerbung eines Angebotes wird Nachfrage generiert. Entsprechend sind die Eifel-Touristiker fleißig dabei, Pakete zu schnüren, die noch mehr Menschen in die Eifel locken. Beispielsweise zum Rheinland-Pfalz-Tag vom 27. bis 29. Mai in Prüm, der neben einem hochkarätigen medialen Angebot auch mit einem Eifel-Dorf auf dem Sommerplatz locken wird.
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