Stolberger Tafel klagt über Lieferschwierigkeiten

Von: gro
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Vorsitzenden Wilma Gier und Kurt Herpertz mit den ehrenamtlichen Helferinnen Gerti Fischer und Inge Weber (v.l.). Foto: J. Lange

Stolberg. 626 Haushalte und insgesamt 1488 Kunden zählt die Stolberger Tafel derzeit. Die Bedürftigkeit ist groß, und sie nimmt weiter zu. Da kann es beinahe schon als dramatisch bezeichnet werden, dass eine andere Entwicklung gegenläufig ist:

„Es wird zunehmend schwierig, Lebensmittel zu bekommen“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende des 1999 gegründeten Vereins, Wilma Gier.

Aktuell sind es 42 Lieferanten, die mit der Tafel in der Kupferstadt kooperieren und Lebensmittel abgeben, die das Mindesthaltbarkeitsdatum beinahe erreicht haben oder übriggeblieben sind, weil sie aus Überproduktionen oder Sortimentsumstellungen stammen. „Aber diese Lieferanten versuchen immer häufiger, diese Waren selbst noch zu verkaufen“, so Gier.

Erschwerend kommt hinzu, dass die 98 ehrenamtlichen Mitglieder auf ihrer Suche nach einer neuen Bleibe im innerstädtischen Bereich immer noch nicht fündig geworden sind – wohl auch, weil sie mit wenigstens 200 Quadratmetern einen großen Platzbedarf haben, für den sie aber lediglich eine Kaltmiete von höchstens 800 Euro bezahlen können. „Wir haben zwar einige wenige Angebote erhalten, doch die liegen deutlich über dem, was wir uns leisten können“, zieht die zweite Vorsitzende eine ernüchternde Bilanz.

Die bisherigen Räume in der Eschweilerstraße sind auf Dauer nicht mehr für die Tafel geeignet, das Gebäude ist stark renovierungsbedürftig. „Die Vermieterin ist eine alte Dame, die uns zwar wohl gesonnen ist, die aber einen solchen Aufwand leider nicht betreiben kann“, bedauert Gier.

Die Gesamtsituation hat den Vorstand ins Grübeln gebracht. Und sie lässt allmählich eine Idee reifen: „Wir ziehen die Gründung eines Fördervereins in Erwägung.“ Nur so kann möglicherweise der Fortbestand einer Einrichtung gesichert werden, deren Arbeit zwar allgemein anerkannt wird, die laut Gier aber gleichwohl keinerlei öffentliche Förderung erhält.

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