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Stolberger SV und Frisch-Froh streben Fusion an

Von: Michael Grobusch
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Nach dem Willen der SPD soll die Stadt die Möglichkeiten für den Bau eines Sportplatzes am südlichen Rand des Donnerberges prüfen. Foto: jül

Stolberg. Auf dem Weg zur angestrebten Fusion läuten der Stolberger SV und die DJK Frisch-Froh Stolberg die finale Etappe ein. „Unser Ziel ist die Fusion im kommenden Jahr”, kündigen die beiden Vorsitzenden Hans-Josef Siebertz (SSV) und Herbert Voss (Frisch-Froh) an.

Bereits am Freitag nächster Woche sollen zunächst die Mitglieder des Sportvereins ihre Zustimmung zur Ausarbeitung eines Verschmelzungsvertrages geben. An der Stadtrandsiedlung findet die Jahreshauptversammlung dann am 28. Mai statt. Dem dritten Zusammenschluss im Stadtgebiet nach der Gründung des VfL Vichttal und der SG Stolberg würde somit nichts mehr im Wege stehen.

„Wir wollen unseren Mitgliedern eine neue sportliche Heimat und eine zukunftsfähige Perspektive bieten”, unterstreicht Hans-Josef Siebertz, dass es für ihn keine Alternative zur Fusion gibt.

Selbst erklärtes Ziel der beiden Klubs ist allerdings auch „eine zeitgemäße Anlage”. Und in diesem Punkt hapert es immer noch, wie Herbert Voss betont.

„Wir erwarten nicht, dass uns die Stadt alles mundgerecht serviert, und sind natürlich zu Eigenleistungen bereit. Es war aber immer die Absicht der Stadt, mögliche Standorte für eine neue Sportanlage zu suchen. Und in diesem Punkt haben wir seit Monaten nichts mehr gehört”, kritisiert der kommissarische Vorsitzende.

Ein konkretes Konzept für einen neuen Platz aber hält Voss für unabdingbar: „Ansonsten werden uns die Mitglieder nicht ihr Ok gegen.”

Dass die Fusion allein betrieben werde, um den Anspruch auf einen Kunstrasenplatz zu untermauern, weist Hans-Josef Siebertz weit von sich. „Es ist ganz klar, dass der Betrieb nach einer Fusion nicht über Jahre hinweg auf zwei Sportanlagen aufrechterhalten werden kann.”

Doch nicht nur aus organisatorischen Gründen drängt er auf einen gemeinsamen Platz - „und dann sprechen wir in der heutigen Zeit sicherlich nicht von einem Aschenplatz”, wie Herbert Voss ergänzt.

Vor allem die Jugendarbeit mache es dringend erforderlich, dass die beiden noch getrennten Vereine in Zukunft über eine gemeinsame und adäquate Infrastruktur verfügen.

„Uns laufen die Kinder und Jugendlichen weg”, mahnt Frisch-Froh-Geschäftsführer Rudolf Rheinstädtler und verweist auf über 100 Nachwuchsspieler, die den Klub von der Stadtrandsiedlung in den zurückliegenden zwei Jahren verlassen haben.

Wenau, Dürwiß, Walheim und Hahn gehören zu den beliebtesten Zielen. Für Stolberg birgt die Abwanderungsbewegung eine große Gefahr, wie Rheinstädtler warnt: „Wir gehen mit riesigen Schritten auf große soziale Probleme im Fußball zu. Die Kinder aus gut behüteten Kreisen werden zu den prominenten Vereinen der Region gefahren. Und den Klubs im Stadtgebiet fehlen die Vorbilder.”

Für den Geschäftsführer steht fest: „Die Fußballtrainer sind nicht so geschult, dass sie die Probleme als Sozialarbeiter auffangen können.”

Deshalb will der neue Verein auch verstärkten Wert auf die Qualifizierung seiner Übungsleiter legen. „Das wird ein zentraler Punkt in dem sportlichen Konzept sein, das wir in den kommenden Monaten erarbeiten wollen”, kündigt Siebertz an.

Konzepte erwarten die Führungen beider Klubs auch von der Stadt - und das zeitnah. Für Herbert Voss steht fest: „Die Verwaltung und die Parteien haben Fusionen ausdrücklich begrüßt und sogar gefordert. Deshalb können wir auch erwarten, dass man uns unterstützt.”
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