Stolberger Schüler-Kurzfilm erhält Preis der Städteregion

Von: Christoph Hahn
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„Der Knopf“ erzählt von Verfolgung und Terror in Stolberg. Mitglieder des Redaktionsteams aus der Hauptschule Kogelshäuserstraße um Lehrerin Christa Titz (links) haben ihn gedreht. Foto: C. Hahn

Stolberg. Sie sind richtige Gewinner, mehrfache sogar. Den Journalistenpreis der Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben die Redakteure der Schülerzeitung „Kogel Street News“ aus der Hauptschule Kogelshäuserstraße gewonnen, den „History Award“ einer Münchener Zeitschrift sowie eine Auszeichnung des beim Bundesinnenministerium angesiedelten „Bündnis für Demokratie und Toleranz“. Und jetzt freuen sie sich auf eine Ehrung durch die Städteregion Aachen.

Ausgezeichnet werden die jungen Frauen und Männern, die von Lehrerin Claudia Titz unterstützt werden, für ihren Film „Der Knopf“. Das 15-minütige Werk, das mit einem Klick auf die Website des Blattes für jeden Interessenten jederzeit zu sehen ist, verfolgt den Weg eines 1937 im Kaufhaus Wolff in Stolberg erworbenen, original erhaltenen Knopfes durch die Hände verschiedener Besitzer.

So rollt er in der Rückschau das Bild eines Stolbergs auf, das es seit mehr als 60 Jahren durch Deportation und Massenmord nicht mehr gibt.

Auf die Spur gesetzt hat die Truppe von den „Kogel Street News“ eine Seniorin aus der Kupferstadt, die ihnen bei der Gedenkfeier am 11. November auf dem jüdischen Friedhof eben jenen titelgebenden Knopf überreichte. Seither wissen die Jungjournalisten auch, wer den Knopf gefertigt hat: Amelie Faber, die in den Diensten der Wolffs stand.

Die Geschichte des Nazi-Terrors und der Judenverfolgung in Stolberg bekam auf einmal nicht nur ein Gesicht, sondern viele. Im Stadtarchiv, in der Bücherei, bei Zeitzeugen sowie bei Karen Lange-Rehberg, einer Kennerin und Erforscherin der Materie, recherchierten die Schüler. Die geführten Interviews und weitere Szenen, zum Beispiel vom Friedhof am Trockenen Weiher, schnitten Claudia Titz und ihre Crew einen 15-Minuten-Film, den sie zu diversen Wettbewerben eingereicht und auch im Internet platziert haben.

Der Beifall der Juroren war den Stolbergern ebenso gewiss wie der Applaus von Franz Müntefering, der bei der Preisverleihung in einem AWO-Seniorenzentrum in Köln-Chorweiler den Film ausdrücklich gelobt hat und sich, wie Daniel Sczymczewski sich erinnert, „auch Zeit für ein Gespräch mit uns genommen hat“.

Über das Mitbringsel von der Feierstunde in Köln freuen sich Daniel und die anderen „Kogel Street News“-Redakteure fast noch mehr: Satte 500 Euro für die Schülerzeitungskasse hat ihnen die Fahrt in die Domstadt so nebenbei gebracht. Auch der Preis des „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ trägt zur Finanzierung der „Kogel Street News“ nicht gerade zu knapp bei – mit stolzen 3000 Euro.

Sczymczewskis „Kollege“ Dominik Holst sieht die Preisgelder nicht zuletzt auch als Belohnung für das investierte Engagement: „Wir haben ja auch in den Ferien und am Wochenende gearbeitet.“

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