Stolberger Rathaus: Bürgerservice ist die wichtigste Anlaufstelle

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Stolberg. Die gelben Säcke sind zu dünn! Die Wartezeiten sind zu lang! Warum werde ich wieder weggeschickt? Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag lang? Kaffee trinken? Manchmal – nicht oft – motzen die Bürger, nicht immer zurecht, dennoch wollen sie auf ein offenes Ohr stoßen. Und das bekommen sie auch. Ob es vielleicht mal einen Moment gegeben hat, in dem Iris Jansen einem dieser Verdrossenen in Gedanken am liebsten den Hals umgedreht hätte, war nicht herauszufinden.

Zumindest macht es nicht den Eindruck, als ob die 50-Jährige so leicht aus der Ruhe zu bringen wäre.

Iris Jansen ist kommissarische Leiterin des städtischen Bürgerservice. Seit 2000 arbeitet sie an der Stelle, die früher einmal Einwohnermeldeamt, danach Bürgeramt und nun Bürgerservice heißt. Service klingt passender, wenn man sich anschaut, was hier alles von zurzeit sechs Ganztags- und zwei Halbtagskräften geleistet wird.

Von A wie Ab- und Anmeldung über F wie Familienkarte und Fundbüro bis P wie Pass und W wie Wehrerfassung wird beim Bürgerservice jede Menge abgedeckt. „Seit Dezember betreuen wir auch die Info, wo in der Regel zwei Mitarbeiter Rede und Antwort stehen für die Bürger. Außerdem besetzen wir auch die Telefonzentrale“, erklärt Jansen.

An der Information sind heute Jasmin Dederichs und Johanna Bücken. Johanna steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte und hat das Glück, aufgrund ihrer guten Note unbefristet übernommen zu werden. Die beiden Frauen stellen Meldebescheinigungen, Beglaubigungen und Familienkarten aus, händigen Vordrucke des Finanzamtes, fertig gestellte Personalausweise und Reisepässe aus, geben Informationsbroschüren weiter und erteilen Infos zu Ansprechpartnern und Öffnungszeiten für die Verwaltung.

Und hier gibt‘s auch die gelben Säcke. „Natürlich sind die zu dünn, aber da können wir ja nichts für“, sagt Jasmin Dederichs. Dann überreicht sie einfach eine Rolle mehr, ihr ansteckendes Lachen gibt es gratis dazu.

Apropos Lachen: Immer freundlich zu bleiben und Spaß daran zu haben, mit Menschen umzugehen, das sei enorm wichtig für die Arbeit beim Bürgerservice, sagt Iris Jansen. Sie arbeitet schon seit 1981 bei der Stadt, hat hier auch ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten gemacht, „ich gehöre quasi zum Inventar“, sagt sie.

Morgens ist sie um kurz nach 7 Uhr an ihrem Platz, um noch einige Dinge in Ruhe erledigen zu können, denn um 8 Uhr geht es los mit dem Publikumsverkehr. Zwischendurch müssen über das Onlineverfahren zum Beispiel Meldungen über Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle sowie Kassenangelegenheiten bearbeitet oder die fertigen Personalausweise und Reisepässe eingepflegt und auf Richtigkeit geprüft werden. „Es ist jeden Tag was anderes zu tun“, weiß Jansen.

Einen Tag zuvor erst hätten 20 Leute in der Schlange gestanden, um Ausweise und Pässe zu beantragen, „wir merken, dass es auf die Urlaubszeit zugeht“. Der neue Personalausweis sorge für längere Bearbeitungszeiten, „früher brauchten wir eine Unterschrift, jetzt sind es vier.

Und wenn eine Großfamilie reinkommt, dann kann es auch mal vorkommen, dass sie eine Stunde hier sitzt, während die anderen Kunden im Wartebereich hocken“. Allein im vergangenen Jahr wurden 5612 Personalausweise, 1545 Reisepässe und 842 Kinderreisepässe ausgehändigt.

„Dingdong“ macht es da – der Nächste bitte!

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