Stolberg - Stolberger Musikszene: Punk und Küsse auf der Bühne

Stolberger Musikszene: Punk und Küsse auf der Bühne

Von: Philipp Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Vollblutmusiker wie „Die Versenker“ heizten dem Publikum ordentlich ein. Foto: P. Jansen

Stolberg. Die jungen Mitglieder des „Rise-Teams“ haben erneut eine bemerkenswerte Arbeit für die Stolberger Musikszene geleistet. Mit der zweiten Auflage des „Rise-Festivals“ zeigten sie, dass sie sich durchaus steigern können. Es wurde ausreichend Werbung gemacht, für Essen gesorgt - und die eingeladenen Bands heizten dem Publikum richtig ein. Und wieder war der Saal des ökumenischen Gemeindezen­trums an der Fran­kentalstraße gut gefüllt.

Auch technisch war das Festival sehr gut aufgestellt. Mit eindrucksvollen Lichteffekten und gut abgestimmten Instrumenten traten die Musiker dem Publikum entgegen. „Wir sind unserer Philosophie auch in diesem Jahr treu geblieben und verlangen pro Band nur einen Euro Eintritt, und auch die Getränke sind mit einem Euro erschwinglich. Wir wollen mit diesem Festival kein Geld verdienen, sondern den Leuten, insbesondere Jugendlichen, mit guter Musik Spaß bereiten“, versicherte Michael Gras, eines der Mitglieder des „Rise-Teams“.

Die ausgelassene Stimmung der circa 150 Zuschauer bewies, dass dies den Veranstaltern wieder einmal gelungen war. Mit den Bands wurden verschiedene Genres abgedeckt.

Die Spaß-Punkrockband „Wegbier“, Zweitplatzierte des „Rise-Contests“ 2012, eröffneten den Abend, das Akustikduo „Lights out“ begeisterte das Publikum mit gesanglich anspruchsvollem Indie-Pop. Samuel Dickmais zog die Menge allein mit Gesang und Akustikgitarre in seinen Bann, indem er Lieder wie „Ich bewache die Couch“ performte, die er mit seiner Band „Inozit“ kreiert hat. Unter tosendem Beifall und von Nebelschwaden umhüllt, betraten die stadtbekannten „Coconut Butts“ die Bühne.

Die Ska-Punkband band das begeisterte Publikum gekonnt in ihre Show ein. Mit der Aufforderung, dass jeder auf die Bühne kommen kann, der bereit ist, sich dort oben zu küssen, wurde das Platzangebot auf der Bühne fast vollständig ausgereizt, denn mindestens zehn Gäste folgten dieser Einladung. Das die „Coconut Butts“ auch tänzerisches Talent haben, bewiesen der Sänger und einer der Trompeter.

Als die letzten Töne der Instrumente verstummt waren, wartete die Menge gespannt auf die deutschsprachigen Rockmusiker aus Köln. „Die Versenker“, bestehend aus Tobias Görtzen am Bass, Marcel Stoffels (Gitarre und Gesang) und Denis Sarp am Schlagzeug, sind Vollblutmusiker.

Schon 60 Auftritte im Jahr

Sie haben sich während ihres Musikstudiums kennengelernt und mittlerweile rund 60 Auftritte im Jahr. Dass sie sich auf der Bühne wohlfühlen, konnte das Publikum spüren; es begleitete die Band mit begeistertem Applaus und gelegentlichen Tanzeinlagen.

Da nur einen Tag zuvor ihr zweites Album „Wertlos“ erschienen war, gab die Band den Zuhörern ein paar Kostproben ihres neuen Werks. „Es ist uns wichtig, dass uns niemand unsere Musik vorschreibt, deshalb nehmen wir fast alles selbst in die Hand“, erklärt Tobias Görtzen. „Vom Komponieren der Stücke über das Aufnehmen im Studio bis hin zum eigenen Verwalten der Termine.“ Ihr Produzent ist in der Musikszene durchaus bekannt. Jon Caffery arbeitete schon mit Weltstars wie den „Sex Pistols“ und den „Toten Hosen“ zusammen. Als „Die Versenker“ während ihres Auftritts das „beste Lied der Welt“ ankündigten („Tribute“ von „Tenacious d“), meldete sich ein Zuschauer aus dem Publikum, dass er dieses Lied ebenfalls auf der Gitarre spielen könne.

Das ließen sich die Musiker nicht zweimal sagen und holten Henrik „Pinnchen“ Schultes kurzerhand auf die Bühne. Er ist Sänger bei der Band „Banana Weed“ und lieferte mit Bass und Schlagzeug einen spontanen Auftritt beim „Rise-Festival“ ab. Die Menge honorierte diese Einlage mit einem tosenden Applaus. Am Ende ihres Auftritts betonten die Musiker, dass ihr Jahresabschlusskonzert am 20. Dezember in Aachen im „Musikbunker“ stattfinden werde, und luden alle herzlichst dazu ein.

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