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Stolberger Musiksommer: Ausnahmeduo glänzt mit einfühlsamem Spiel

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Mal romantisch, mal klar und s
Mal romantisch, mal klar und schnörkellos: Wolfram Lorenzen (links) und Ulrich von Wrochem präsentierten sich den Zuhörern beim Musiksommer-Konzert auf der Burg als wahres Ausnahmeduo. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Eingeladen hatte zwar nicht der Bankdirektor Dieter von Grunelius, sondern der Musiksommer <b>Stolberg.</b> Man traf sich auch nicht 1961 in Berlin, sondern 2011 im Rittersaal der Burg. Das Programm aber, das von Ulrich von Wrochem (Bratsche) und Wolfram Lorenzen (Klavier) begeisternd musiziert wurde, versetzte die Zuhörer in die Zeit der Juden-Verfolgung.

Den jüdischen Komponisten des Konzertabends, die zum christlichen Glauben konvertiert waren, erging das gleiche Schicksal wie denjenigen, die der aus Stolberg stammende Propst Grüber während des Zweiten Weltkrieges zur Freiheit verholfen hatte.

Begonnen wurde mit einem Frühwerk von Felix Mendelssohn-Bartholdy. In seinem Elternhaus sorgte man für eine vielseitige musikalische Ausbildung des Sohnes und der nicht weniger begabten Tochter Fanny. Als klavierspielendes Wunderkind trat Felix bereits als Neunjähriger auf, als Komponist zwei Jahre später. Die „Sonate c-Moll” schrieb er mit vierzehn Jahren, von Wrochem spielte sie zum ersten Mal im Alter von achtzehn Jahren bei einem Kammermusikabend.

Brillanter und farbiger Klang

Schon bei den ersten Takten war zu hören, wie mit viel Genauigkeit und Einfühlungsvermögen die Musiker aufeinander hörten und zu brillantem und farbigem Klang fanden. Schwerelos verknüpften sie instrumentale und kompositorische Virtuosität miteinander und hinterließen ein romantisches Stimmungsbild. Die Grundlage für das zweite Stück des Konzertes, „Hebräische Melodien” von Joseph Joachim, waren die Gedichte von Lord Byron.

Die Extravaganzen dieser Musik traten sehr schön gefühlvoll-sentimental klingend, aber auch mit Durchsichtigkeit hervor.Große Ehre erfuhr Norbert Walter Peters, dessen Miniaturstück „MaeTaVolik”, eine Adaption von Heinrich Ignaz Franz Bibers „Passacaglia”, an diesem Abend uraufgeführt wurde, wenn auch nicht in der Originalfassung für Bratsche. Wolfram Lorenzen spielte die acht Variationen über einer Bassmelodie auf dem Klavier.

Klar und schnörkellos präsentierte er das nach mathematischen Regeln aufgestellte Anagramm. Mit dem Schlussstück („Sonate f-Moll” von Anton Rubinstein) gab es ganz andere Klangwirkungen. Die Zuhörer spürten in diesem Werk den hervorragenden Kammermusikgeist dieses Ausnahmeduos, das bei aller gestalterischen Kraft die sensible Feinzeichnung nicht verlor. Wolfram Lorenzen entpuppte sich sowohl technisch als auch gestalterisch als ein wahrer Teufelskerl, und sein Partner Ulrich von Wrochem entlockte seinem Instrument kraftvolle Töne.

So fiel auch der Applaus besonders herzlich aus - Anerkennung für eine künstlerisch hochstehende Leistung, die einmal mehr ein größeres Auditorium verdient gehabt hätte.
Weiter geht es im Musiksommer mit dem Kinderkonzert. Am Sonntag, 17. Juli, nachmittags um 15 Uhr in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Die Kirchenspatzen unter Jo Schulte singen und spielen mit dem Kinderorchester der Musikschule der Stadt Aachen (Leitung: Marion Simons-Olivier) „Noah und die große Flut”.
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