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Stolberger Geschichte wird ganz lebendig

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Anschauliche Darstellung: Stadtführerin Claudia Penner-Mohren erzählte Geschichten aus Stolbergs Vergangenheit. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Mit ihrer Idee, Anekdoten aus Stolbergs Geschichte zu erzählen und diese Begebenheiten mit einer gehörigen Portion schauspielerischem Talent darzustellen, ist die Stolberg-Touristik auf großes Interesse gestoßen.

Denn fast 50 Besucher waren zur Premiere in das Parkhotel am Hammerberg gekommen, um gemeinsam mit Stadtführerin Claudia Penner-Mohren eine Zeitreise in die Vergangenheit der Kupferstadt zu unternehmen. Eine große Rolle spielte dabei das Leben im 17. und 18. Jahrhundert. Penner-Mohren, die seit 1988 zur Gruppe der Stadtführer gehört, würzte ihre Anekdoten mit viel Witz und Humor.

Um den Vortrag aufzulockern und tiefer in die Materie einzusteigen, gab die Stadtführerin passend zu den vorgetragenen Episoden Liedtexte zum Besten und schlüpfte in die Rolle des wohlhabenden Kupfermeisters oder von Menschen aus weniger reichen Schichten. Denn im Mittelpunkt des amüsanten Vortrags, der nicht ganz frei von kritischen Untertönen war, stand das Leben der Kupfermeister und deren Arbeiter und Angestellten. Des Weiteren kamen die sozialen Verhältnisse der damaligen Zeit und der von Kirche und Staat beeinflusste Alltag zum Tragen. Vertieft wurde dass Thema, indem die 66-Jährige den Besuchern, die mit Applaus nicht sparten, Einblicke in die Mode der Vergangenheit verschaffte und auf soziale Missstände einging. Außerdem spielten das Stolberger Gerichtswesen und die mitunter als Willkürherrschaft empfundene Ausübung des Schulheißenamtes eine Rolle.

Um das Thema anschaulich darzustellen, setzte Penner-Mohren auch eine fantasiereiche Verkleidung ein. Dem Publikum, das während des Vortrages mit einem Kuchenbuffet bewirtet wurde, gefiel das Gebotene. Wie Penner-Mohren versicherte, nutzte sie als Quellen für ihren Vortrag beispielsweise das 1955 erschienene Buch „Alt-Stolberg” von Andreas Roderburg und die 1816 entstandene Veröffentlichung „Denkwürdigkeiten des Fleckens Stolberg” von Johann Adolf Peltzer.

Entstanden ist die Idee zum Anekdoten-Nachmittag schon im Frühsommer 2009. In die Tat umgesetzt wurde sie in einem ersten Schritt dann Ende Juni vergangenen Jahres auf der Burg. Damals wurde ein vom Kreis Aachen gefördertes, als Erinnerungswerkstatt bezeichnetes Projekt gestartet, bei dem die Stadtführerin gemeinsam mit ihrer Kollegin Helma Prössl eine Szene aus Stolbergs Vergangenheit aufführte. Die große Resonanz auf das Stück ermunterte die Stadtführerin, das Thema weiter auszubauen.
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