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Stolberger Eisenbahnfreunde: Erinnerungen an betagte Lokomotiven

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Auch das gab es mal: direkte Züge von Aachen nach Österreich. Referent Stefan Danners (links) aus Dürwiß und Roland Keller, Organisator des „Frühschoppens für Eisenbahnfreunde“ im Foyer des Stolberger Hauptbahnhofs, nehmen das Zuglaufschild, ein Dokument der jüngeren Verkehrsgeschichte, in Augenschein. Foto: C. Hahn

Stolberg. „Stolberg goes Österreich“, hieß noch vor wenigen Tagen das Motto in der Kupferstadt. Roland Keller, den Organisator des „Frühschoppens für Eisenbahnfreunde“ im Foyer des Hauptbahnhofs, und seine Mitstreiter, hat das Leitmotiv des Kulturfestivals merklich inspiriert – auch wenn es bei den Liebhaben der Verkehrsgeschichte und ihrer Zeugnisse nicht im Musik und artverwandte Formen des gepflegten Spektakels, sondern um Loks, Waggons, Triebwagen und andere Fahrzeuge nebst Zubehör ging.

Stefan Danners aus Dürwiß, der sich an den Schienensträngen der Alpenrepublik bestens auskennt (und das auch nicht erst seit vorgestern), hatte in seinem Bild- und Videoarchiv gekramt und ließ die Zuhörer rund zweieinhalb Stunden lang an seinen Foto- und Filmschätzen teilhaben – detailreiche Erinnerungen und andere Schilderungen inbegriffen.

Ratzfatz hatte der treue Teilnehmer an den Zusammenkünften, zu denen sich an jedem dritten Sonntag im Monat einen treue Gemeinde im Eingangsbereich der Bahnstation versammelt, seine Zuhörer zurück in die 90er Jahre mitgenommen.

Zurück in eine Epoche, in der Loks und andere Vehikel noch keinen trendigen, einheitlichen Designer-Schick verströmten, sondern wie Sendboten einer vergehenden, irgendwie doch guten alten Zeit wirkten.

An die österreichisch-tschechische Grenze bei Gmünd und weiter auf Wien zu führte die imaginäre Reise durch die jüngere Vergangenheit, in deren Verlauf die Zuschauer viele inzwischen längst auf dem Schrottplatz vom Schneidbrenner zerlegte Oldtimer kennen und lieben lernten.

Da gab es Elektroloks mit wuchtigen Vorbauten und Antriebsstangen vor den Rädern, die Liebhaber heute bestenfalls noch im Museum oder auf speziellen Bahnstrecken antreffen können.

Freunde der schmalen Spurweite (zwischen Vorarlberg und dem Burgenland überwiegend 760 Millimeter breit – Kenner sprechen hier von der „bosnischen Spur“) kamen ebenso zu ihrem Recht und spürten, dass Danners zu der inzwischen auf gerade mal 6,5 Kilometer zusammengekürzten Ybbs-Talbahn eine echte Herzensbeziehung unterhält – wie auch zur Erzbergbahn in der Steiermark, einer inzwischen „zahnlosen“ Zahnradstrecke. Jedes Detail würzte Stefan Danners mit Herzblut und anderen Formen der Begeisterung. Sein Referat über Österreich war darum mehr als ein Vortrag, vielmehr vor allem eines: Zeugnis einer großen Leidenschaft.

Mehr zum regelmäßigen Frühschoppen der Stolberger Eisenbahnfreunde gibt es jeweils im Internet unter der Adresse: www.eisenbahn-stolberg.de.

Am 16. Juli

Der nächste „Frühschoppen für Eisenbahnfreunde“ im Foyer des Stolberger Hauptbahnhofs findet am Sonntag, 16. Juli, zwischen 10.30 und circa 12.30 Uhr statt. Das Thema wird noch bekannt gegeben.

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