Stolberg - Stolberg wird jetzt zur Solar-Stadt

Stolberg wird jetzt zur Solar-Stadt

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die alte Kupferstadt setzt nun im großen Stil auf moderne, regenerative Energie und wird zu einer Solarstadt.

Mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss machte am Donnerstagabend der Ausschuss für Stadtentwicklung den planungsrechtlichen Weg frei für die Errichtung von zwei Photovoltaik-Freilandanlagen im Gewerbegebiet Camp Astrid.

Die Aachener Photon Power AG investiert dort in neue Anlagen-Technologien. Insgesamt vier Hektar werden bestückt, erklärte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt. Die Verträge mit der Camp Astrid GmbH müssten zwar noch gezeichnet werden, aber das Unternehmen möchte noch in diesem Jahr mit der Installation erster Anlagen beginnen. 3,5 Megawatt sollen in einem ersten Abschnitt errichtet werden.

Der liegt auf zwei Hektar des ehemaligen Sportplatzgeländes an der Stadtgrenze zu Eschweiler. Weitere zwei Hektar sollen im Bereich der Freilandleitung hinter der Bahnbrücke der Königin-Astrid-Straße genutzt werden. Mittels Tischvorlage hatte der Fachbereichsleiter den Ausschuss in der Sitzung informiert. Der sieht die Vorhaben als so dringlich an, dass er mit einem grundsätzlichen Beschluss für beide Standorte das planungsrechtliche Einvernehmen erteilte.

Die Aachener Photon gilt als weltgrößter Fachverlag im Bereich der solaren Stromerzeugung und befindet sich weitestgehend im Eigentum von Herausgebern und Chefredaktion. Anfang der 1990er Jahre wurde er aus der Idee heraus gegründet, die klimafreundliche Nutzung der Sonnenenergie zu fördern. „Wir wollen den Weg beschreiten, Solarstrom so günstig wie Kohlestrom zu machen”, sagt am Abend auf Anfrage Vorstand Ralf Heuser. Das sollte zunächst durch die Verbreitung von Wissen über die Technik geschehen und mündete 1996 in die Gründung der Photon Power AG, die Ideen konkret umsetzt, um die Technologie optimieren zu können.

Rund 5,5 Millionen Euro werden die Aachener alleine in den ersten Abschnitt investieren. Beide Investitionen haben dabei weniger einen wirtschaftlichen, sondern vor allem einen akademischen Hintergrund, betont Heuser. Am nördlichen Standort werden die Solarpanele in Ost-West-Ausrichtung installiert. Damit möchte die Photon zugunsten einer kontinuierlichen Stromerzeugung die energietypische Mittagsspitze entzerren. Darüber hinaus geht es um eine deutliche Optimierung des Flächenverbrauchs und eine Minimierung von Nebenkosten bei Wechselrichtern. „Die Anlage in Stolberg wird ein Meilenstein beim Flächenverbrauch sein”, unterstreicht Heuser.

Für das zweite Feld ist eine Anlage geplant, deren Tracker, auf denen die Solarpanele installiert werden, als Nachfolgesysteme dem Lauf der Sonne folgen werden.

Die Photon hat seinen Sitz in Aachen, ist aber weltweit engagiert mit Büros in Berlin, USA, Italien, Spanien und Asien. Rund 170 Mitarbeiter werden beschäftigt, ein eigenes Testlabor wird betrieben und unterschiedliche Publikationen veröffentlicht.

Abonnenten können sich über Beteiligungen an der Projektierung von Anlagen beteiligen. In diesem Sommer installierte die Photon Power AG auf den kompletten Dachflächen des Aachener Technologiezentrums eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 220 Kilowatt. Weitere 465 Kilowatt werden bis Ende diesen Monats in dem deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Avantis 1 installiert sein; zusätzliche 1,2 Megawatt sind auf einer 1,3 Hektar großen Fläche von Avantis 2 projektiert - ebenfalls in einer Ost-West-Ausrichtung.
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