Stolberg - Stolberg hat Zukunft und Perspektiven

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Stolberg hat Zukunft und Perspektiven

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Die Zukunft für Gewerbe: Zur
Die Zukunft für Gewerbe: Zur Gestaltung des Umfeldes des Hauptbahnhofes (rechts unten) zählt die Koalition auch die Entwicklung der Industriebrache zwischen VSW Recycling (links unten), Eschweilerstraße und Vegla (oben) unter Einbeziehung der ehemaligen Fabrik „Feuerfeste Peters” (Mitte).

Stolberg. Obwohl in den ersten Monaten die Konsolidierung des Haushaltes und die Einhaltung der Eckpunkte des Solidarpaketes Stadtfinanzen die Arbeit der Koalition bestimmen, so haben CDU und SPD kurz vor den entscheidenden finanzpolitischen Beschlüssen im Stadtrat ein Arbeitsprogramm zur Stadtentwicklung geschnürt, das ihre gemeinsamen Ziele bis Ende 2014 fixiert und gleichzeitig als Arbeitsauftrag an die Verwaltung gilt.

Dabei werden die angesetzten Schwerpunkte noch mit detaillierten Inhalten und Antworten zu füllen sein. Auch für weitere politische Bereiche wird die Koalition in den nächsten Wochen die Leitthemen vorgeben. Sie stehen unter der Prämisse, dass Stolberg trotz der Bewältigung der finanziellen Misere „eine Zukunft und viele Perspektiven” hat. Rolf Engels und Hildegard Nießen (SPD) sowie Jochen Emonds, Dr. Tim Grüttemeier und Paul Kirch (CDU) stellten das Arbeitsprogramm vor.

Wohngebiete/Sportplätze

Erster Schritt soll die Gründung einer Grundstücks-Entwicklungs-Gesellschaft (GEG) sein. Ihr wird die Entwicklung von Wohngebieten übertragen und somit auch die Abwicklung der Modalitäten zur Vorbereitung von Sportflächen. Vorbehaltlich der Ergebnisse weiterer erforderlicher Untersuchungen soll eine Vermarktung der Rotsch finanzieller Türöffner für die Entwicklung neuer Sportflächen sein. Als neuer zentraler Siedlungsschwerpunkt wird das Areal an der Stadtrandsiedlung unter Einbeziehung der Sportplätze Krakau und - unter Vorbehalt der Perspektiven des FC - Columbia sukzessive erschlossen. Weiter verfolgt wird das Koppelgeschäft Baugebiet und Sportzentrum Breinig. Schrittweise entwickelt werden soll das Gelände der Propst-Grüber-Schule auf der Liester bis zur Kranensterzstraße (vorbehaltlich der Entwicklung beim FC Adler Büsbach). Perspektiven für Sportvereine werden neben Breinig im Sportzentrum Glashütter Weiher verfolgt. Gegebenenfalls bieten sich in Atsch weitere Möglichkeiten.

Weitere Wohngebiete sollen mit Priorität in Mausbach am Franzosenkreuz/Pützbenden oder an der Gartenstraße oder an der Derichsberger Straße entstehen. In Gressenich wird wieder der Farmweg ins Visier genommen. In Büsbach wird die Zukunft des Kelmesbergs geprüft. In Breinig sollen „Im Steg” oder die Gartengasse entwickelt werden, vorausgesetzt sie bieten ein Alleinstellungsmerkmal (z.B. Klimaschutzsiedlung) und konkurrieren somit nicht mit der Erschließung eines Neubaugebietes auf dem alten Sportplatzgelände. Private Entwicklungsmöglichkeiten werden an der Dorfstraße in Werth sowie im Bereich der ehemaligen Hochspannungstrasse zwischen Duffenter und Birkengang auf dem Donnerberg gesehen.

Gewerbe/Einzelhandel

Im südlichen Teil soll das Gelände des Gewerbegebiets Camp Astrid mit Bahnhofsanschluss als Industriegebiet ausgewiesen werden. Priorität werden strategischen Überlegungen zur Entwicklung der Industriebrache zwischen Hauptbahnhof und Eschweilerstraße eingeräumt; das Umfeld des Bahnhofes soll gestaltet, weitere P+R-Plätze geschaffen werden. Kleingewerbe und der Bau eines Autohauses an Atsch Dreieck und Rhenaniastraße werden geplant. Eine Erweiterung der Gewerbeflächen an der Werther Straße soll zunächst nur bei Bedarf erfolgen. Favorisiert ist weiterhin die Ansiedlung eines Bau- oder Fachmarktzentrums auf dem Zincoli-Gelände, wofür gegebenenfalls ein neues Konzept erstellt werden muss. Bereits in der Mache ist die Ansiedlung von Lidl an der Ardennen­straße sowie eines Nahversorgungszentrums auf dem „Kistenplatz” an der Eisenbahnstraße in Atsch.

Soziale Infrastruktur

Neu strukturiert werden soll das Seniorenzentrum durch den Bau einer Pflegestation auf der Liester. Für einen Kindergarten an der Josefstraße wird ein Bebauungsplan aufgestellt; für Süssendell laufen Vorgespräche für eine soziale Nutzung. Die Realisierung eines Seniorenzentrums in Alt Breinig läuft.

Verkehrsinfrastruktur

Schwerpunkt ist die Lobby-Arbeit für Anschlüsse an die A4 im Gewerbegebiet Camp Astrid sowie an die A44 bei Eilendorf sowie für die Ortsumgehungen Atsch und Gressenich/Werth. Fest im Visier sind die Sanierung der Aachener Straße, der Kreisverkehr Nachtigällchen, die Verkehrssicherung Sebastianusstraße und Breinigerberg/Breinig sowie der Bereich Walther-Dobbelmann-Straße / Lerchenweg im Schulzentrum.

Umwelt/Klimaschutz

Vorangetrieben wird die Überarbeitung der Konzentrationszonen für Windenergie, neue Anlagen versprechen Einnahmen. Ausgebaut werden soll das Angebot an Photovoltaik, verbessert die Energieeffizienz städtischer Gebäude. Bei einer Förderung wird ein Klimakonzept aufgelegt.

Ausblick

Gefördert werden soll eine Belebung der Innenstadt durch einen Ausbau von seniorengerechtem und studentischem Wohnen. Euregiobahn nach und Campus in Aachen bieten dabei Anreize, in Stolberg (günstig) zu leben. Abgeschlossen werden soll das Innenstadtkonzept.

Handlungsfelder bleiben die Umgestaltung von Bastinsweiher und Rathausstraße. Dort wo Bürger sich engagieren, wie in Büsbach, Mausbach und der Velau, sollen sie zwingend informiert und eingebunden werden in die Entwicklung ihres Stadtteils.

Koalition ist mit sich zufrieden und bringt Struktur in die Arbeit der Verwaltung

Ausgesprochen zufrieden zeigten sich Hildegard Nießen (SPD) und Dr. Tim Grüttemeier mit der Zusammenarbeit innerhalb der Großen Koalition. „Im Dezember haben wir uns schnell in einer hektischen Phase zusammengefunden”, bilanziert der CDU-Fraktionsvorsitzende eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit”, in die man sehr zügig gefunden habe. „Obwohl das Verhältnis zwischen den beiden Parteien in der Vergangenheit nicht immer das beste war”, sagt Grüttemeier. „Umso bemerkenswerter ist, wie gut es klappt”.

Eine Einschätzung, die die stellvertretende Bürgermeisterin und Sozialdemokratin teilt. „Diese Koalition ist in einem entscheidenden Zeitraum des Stärkungspaketes Stadtfinanzen entstanden”, glaubt Nießen, dass „die Entscheidungen, die getroffen werden müssen, keiner der Partner alleine geschafft hätte”. Entscheidend sei in dieser vor allem finanziell schweren Situation, dass beide Koalitionspartner ihre Verantwortung wahrgenommen und die Sanierung der städtischen Finanzen in Angriff genommen hätten.

Dass inhaltlich die Arbeit auch erfolgreich verlaufe, so Rolf Engels (SPD) und Paul M. Kirch (CDU), liege an den kommunalpolitischen Programmen beider Parteien, auf die aufgebaut werde, die in vielen Punkten übereinstimmten oder auch eine gute Basis für gemeinsame Lösungen seien. Jetzt gelte es auf dieser Grundlage erst einmal „Struktur in die Arbeitsabläufe der Verwaltung zu bringen”. Auch dafür habe die Koalition ihre Verantwortung erkannt und werde diese Aufgabe auch wahrnehmen.

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