Stolberg - „Stolberg goes...”: Gelungener Start an neuem Ort

„Stolberg goes...”: Gelungener Start an neuem Ort

Von: Dirk Müller
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„The Dreamboat Ramblers” mit
„The Dreamboat Ramblers” mit der Sängerin Janet Moore verliehen der Eröffnung des Kulturfestivals „Stolberg goes USA” in der Finkenbergkirche feierlichen Glanz. Foto: D. Müller

Stolberg. Wie bereits in den letzten Jahren hat die Betonung auch bei der sechsten Auflage des Kupferstädter Kulturfestivals in der Finkenbergkirche eindeutig auf „Kultur” gelegen.

Am Freitagabend wurde erstmals in dem Evangelischen Gotteshaus „Stolberg goes USA” offiziell eröffnet, und das Interesse war so groß, dass für einige Gäste nur Stehplätze übrigblieben.

Nach einer kurzen Rede des Bürgermeisters und Schirmherrn der Veranstaltung, Ferdi Gatzweiler, nutzten „Janet Moore & The Dreamboat Ramblers” die besondere Atmosphäre der Kirche für ein ansprechendes Konzert mit geistlicher Musik aus New Orleans und verliehen der Eröffnung einen musikalisch feierlichen Glanz.

Der Programmpunkt an gleicher Stelle am Samstag stand dann im Zeichen von „Deutsch-Amerikanischen Begegnungen”. Abends intonierte der Chor „Joyfull Spirit” Gospel und Spirituals. Dieser Begegnung - geistliche Lieder der USA dargeboten von dem Gospelchor aus Kornelimünster - ging eine andere kulturell niveauvolle voraus. „Deutsch-Amerikanische Begegnungen” war auch der Titel und das Motto einer musikalischen Lesung, die von den drei Protagonisten Joachim Peters, Verena Heidari und Gunther Antensteiner, sowohl in besinnlichem Rahmen als auch mit humor- und schwungvollen Elementen versehen, am späten Nachmittag präsentiert wurde. Mit Johann Wolfgang von Goethes „Amerika, du hast es besser” aus „Zahme Xenien, Den Vereinigten Staaten” stimmte Peters in das weitere Geschehen ein, das alternierend aus Rezitation und Musical-Melodien bestand.

Unterhaltsam trotz Erkältung

Kantor Antensteiner begann mit einem Orgelvorspiel aus der Feder des amerikanischen Komponisten George Gershwin und begleitete in der Folge Verena Heidari am Klavier. Obwohl von einer Erkältung geplagt, unterhielt die junge Sängerin das Publikum mit Titeln aus dem amerikanischen Musical, das auf George Bernard Shaws gesellschaftskritischer Komödie „Pygmalion” basiert: „My fair Lady” von Fréderic Loewe. Mit den Auszügen „Nur ein Zimmerchen”, „Nur ein kleines bisschen Glück” und dem weltbekannten Lied „Ich hätt getanzt heut Nacht” begeisterte Heidari das Publikum auf dem Finkenberg.

Dazwischen gab es die Rezitationen von Peters, der eine Textauswahl getroffen hatte, die dem Anspruch der „Deutsch-Amerikanischen Begegnungen” vollauf gerecht wurde: Der freie Journalist las aus dem Text „Goethe, Amerika und die Demokratie”, den Thomas Mann während seiner Emigration verfasst hat, und aus Literatur amerikanischer Autoren, die wiederum Deutschland thematisiert. So gab Peters die köstliche „Schilderung des Münchner Oktoberfestes”, verfasst von Thomas Wolfe in einem Brief an seine Verlobte, ebenso zum Besten wie Mark Twains humorvolle Betrachtungen mit dem vielsagenden Titel „Die schreckliche deutsche Sprache”, in denen Twain an Grammatik und Schreibweisen derselben schier verzweifelt.

Das Konzept der Begegnungen von Deutschland und den USA sowie Literatur und Musik ging auf, die Gäste in der Finkenbergkirche genossen die Kultur im Rahmen des Festivals.

Klares Zeugnis darüber gab der lautstarke und lang anhaltende Applaus nach dem großen Finale, bei dem Gunther Antensteiner am Klavier saß, Joachim Peters den Sprachforscher Henry Higgins und Verena Heidari die Eliza Doolittle gab. Temperamentvoll erklang die gesungene Sprachübung „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen” als brillantes Ende der rundum gelungenen Kulturveranstaltung.
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