Stolberg: „Die erste Stunde in der ganzen Stadt kostenlos parken“

Von: Ottmar Hansen
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Maximilian Möhring und Udo Rüttgers (von links)

Stolberg. „Parteipolitisches Kalkül ist in Stolberg nicht mehr angesagt. Wir wollen mit allen zusammen arbeiten, die etwas Positives für die Stadt beisteuern können.“ Udo Rüttgers bringt das Programm der Piraten für die bevorstehende Kommunalwahl auf den Punkt: „Mit Kreativität auch mal andere Wege gehen.“

Mit gut 20 Mitgliedern und parteilosen Unterstützern werden die Piraten am 25. Mai in Stolberg zur Kommunalwahl antreten. „Wir sind für alle Leute offen. Für Bürger aus allen Schichten und allen Berufen“, sagt Rüttgers. Das Klischee von den jungen Parteipolitikern mit dem Laptop unter dem Arm wollen die Piraten nicht bedienen. Von Anfang 20 bis über 65 Jahre alt seien die Sympathisanten der Piraten. Rüttgers (42, Chemikant): „Das Alter spielt keine Rolle. Alle sollen demokratisch mitbestimmen.“

Probleme im Blick

Natürlich haben auch die Piraten die Probleme, die die Bürger in Stolberg drücken, im Blick. Etwa den Gebäudeleerstand am Steinweg. Maximilian Möhring (23, Lehramtsstudent): „Das ganze Rumdoktern am Steinweg bringt aber nichts. Hier müssen alle demokratischen Parteien gemeinsam mit den Bürgern nach einer dauerhaften Lösung suchen. Und die dann aber auch umsetzen.“ Gleiches gelte für das Innenstadtkonzept mit Rathausstraße und Salmstraße. Es sei durchaus erfreulich, dass die Stadt hier jetzt etwas unternehme und verschiedene Lösungen ausprobiere, so Rüttgers. „Doch wenn die Bürger dann zustimmen, muss das aber auch umgehend zum Abschluss gebracht werden.“

Die Piraten rufen dazu auf, die Vorzüge der Stadt Stolberg auch in den Niederlanden und Belgien offensiver zu bewerben. „Der Bürgermeister muss sich mit seinen Kollegen dort regelmäßig treffen und Stolberg vorstellen.“ Was die Parkgebühren in Stolberg angeht, fordern die Piraten, dass in der ersten Stunde mit Parkscheibe hinter dem Autofenster kostenlos geparkt werden kann. Außerdem müsse Stolberg dringendst mit einem leistungsfähigen Internetnetz versorgt werden.

„Stolberg soll eine junge Stadt werden“, fordert Möhring, mehr Studenten an die Vicht zu holen. „Denen muss man dann natürlich auch etwas bieten.“ Kulturelle Angebote, ein Kino, eine Disko oder auch ein Freibad. Sonst wanderten Jugendliche so rasch wie möglich ins benachbarte Aachen ab.

Und auch bei der Diskussion um die Dauer der Schulzeit unter dem Schlagwort G8 oder G9 haben die Piraten aus Stolberg ihre eigene Meinung. Entsprechend ihrem Parteiprogramm sprechen sich die Piraten gegen eine feste Jahreseinteilung an den weiterführenden Schulen aus. Die individuelle Förderung der Schüler oder Schülerinnen sei so nicht möglich, sagt Maximilian Möhring. Das Schulsystem sollte nicht aus einzelnen Klassen, sondern auch Modulen bestehen. Wie etwa beim Studium. So könnten die jeweiligen Stärken und Schwächen der Jugendlichen besser erkannt werden und die Lehrer besser darauf eingehen können.

Eng vernetzt

Die Piraten sind im Internet über Whats App, Youtube oder Twitter vernetzt. Ihre Forderung ist, Sitzungen im Rathaus über diese Kanäle live auf die Rechner im Wohnzimmer der Bürger oder auf deren Handys zu übertragen. So könnten die Stolberger mit erleben, welche Entscheidungen im Stadtparlament gerade anstehen, ohne ins Rathaus kommen zu müssen.

Bei der Bürgermeisterwahl unterstützen die Piraten den unabhängigen Kandidaten Alex Kaldenbach. Udo Rüttgers nennt einen der Gründe für diese Entscheidung: „Er war der einzige Kandidat, der sich für uns und unsere regelmäßigen Treffen interessiert hat. Wir haben unsere Wahlprogramme einmal abgeglichen und gesehen: Das läuft ja in die gleiche Richtung.“

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