Stolberg - Stolberg braucht Öko-Punkte zur Entwicklung

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Stolberg braucht Öko-Punkte zur Entwicklung

Von: Jürgen Lange
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Ernte auf der einen, Aufforstung auf der anderen Seite bringen Ertrag: Durch die Holzverkauf sowie durch die Gutschrift von Öko-Punkten auf den Konten der Stadt. Foto: J. Lange

Stolberg. Schwarze Zahlen wird aller Voraussicht nach der Stolberger Forst auch in diesem Jahr schreiben. Der von Forstoberamtsrat Theo Preckel erarbeitete Forstwirtschaftsplan schließt mit einem Plus von 91.000 Euro ab und wurde vom Umweltausschuss einstimmig gebilligt.

Wichtigste Einnahme sind 350.000 Euro aus Verkäufen von 6275 Festmeter zu erntendem Holz. Weitere 228.000 Euro nimmt der Förster aus Nebennutzungen, Jagdpacht, Leistungen vor andere Teile der Verwaltung sowie aus Zuschüssen ein. Dem steht ein Aufwand für Löhne, Unternehmer- und Sachkosten von rund 487.000 Euro gegenüber; reduzierend wirkt sich dabei aus, dass die Stelle eines ausscheidenden Mitarbeiters nicht neu besetzt werden soll.

Um aber ein betriebswirtschaftlich abgerundetes Bild der Stolberger Forstwirtschaft bieten zu können, hat Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars auch zwei weitere Positionen dem Rat vor Augen geführt, die im eigentlichen NKF-Haushalt nicht auftauchen. Einerseits die kalkulatorischen Zinsen, die er für den Forst ansetzt: Bei einem durchschnittlichen Zinssatz von derzeit fünf Prozent und einem bilanzierten Wert des Waldes von 11,5 Millionen Euro macht dies 575.000 Euro aus, die das Ergebnis jährlich schmälern.

Dem steht allerdings eine Leistung gegenüber, die in erster Linie ebenfalls durch den Forst erbracht wird: 1,75 Millionen Öko-Punkte im Wert von je einem Euro kann Preckel in diesem Jahr erwirtschaften, so dass der Forst mit einem positiven Gesamtergebnis von 1,266 Millionen Euro abschließt.

Überwiegend aus einer Renaturierungsmaßnahme auf dem Schlangenberg, die in Abstimmung mit der unteren Landschaftsbehörde bei der Städteregion erbracht wird, wird die umfangreiche Gutschrift verbucht werden können. Der Schlangenberg soll wieder eine richtige Heide werden, um die äußerst seltene und geschützte Flora auf den schwermetallhaltigen Böden und die umfangreiche Artenvielfalt heimischer Orchideen zu erhalten. Dazu sollen sämtliche Kiefern auf dem Gelände entfernt werden.

Zuletzt hatte der Förster Theo Preckel neben kleineren Maßnahmen größere Gutschriften auf dem Öko-Konto mit der Aufforstung des Kahlschlags am Frackersberg (0,4 Millionen Punkte) und bei der Arrondierung von Camp Astrid (1,8 Millionen) erwirtschaften können.

Der aktuelle Kontostand rangiert um etwa 1 Million Öko-Punkte. „Und dabei sind noch einige Gutschriften, aber auch Abzüge zu verbuchen”, erklärt Dr. Zimdars. Der erwartete Zugang von 1,7 Millionen aus dem Schlangenberg-Projekt wird dem Saldo gut tun. „So viele Punkte werden wir nicht immer erwirtschaften können”, mahnt der Kämmerer. Abbuchungen werde es aber kontinuierlich geben. Insbesondere für die Kompensation von Bauvorhaben, wo Ausgleichsmaßnahmen nicht im erforderlichen Umfang im Plangebiet vorgenommen werden können.

„Stolberg wird das Öko-Konto für die weitere Entwicklung der Stadt selbst brauchen”, blickt der Kämmerer in die Zukunft. Nur in Ausnahmefällen habe man Investoren in städtischen Baugebieten Öko-Punkte verkauft. „Man kann allerdings nicht mit dem Guthaben auf den Markt gehen, und die Punkte beispielsweise der finanziell gut situierten Stadt Baesweiler verkaufen”, erklärt Dr. Zimdars. Die Punkte seien zweckgebunden auf die Landschaft im Stolberger Raum.

Selbst kleinere Verkaufserlöse dürfen nicht konsumtiv eingesetzt werden, denn „zusätzlich erzielte Einnahmen müssen dazu dienen, die Überschuldung abzuwenden”, macht der Kämmerer darauf aufmerksam, dass „Stolberg seine Öko-Punkte langfristig selbst brauchen wird.”
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