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Stieftochter beim Pizzabacken unsittlich angefasst

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Stolberg. Der Angeklagte gab am Freitag vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht bereitwillig Auskunft zu seinen persönlichen Verhältnissen, zu den schwerwiegenden Tatvorwürfen schwieg er allerdings auf Anraten seines Anwalts Andreas Fleuster.

Der Vorsitzende Richter Roland Klösgen hatte ihn zuvor ordnungsgemäß belehrt, dass „niemand quasi als Zeuge gegen sich selbst aussagen“ müsse; der 40-jährige Kellner Mens M. tat das denn auch nicht.

Ihm wird vorgeworfen, in sechs Fällen seine heute 21-jährige Stieftochter sexuell missbraucht und genötigt zu haben. Die Taten beginnen laut der am Freitag verlesenen Anklageschrift im Sommer des Jahres 2006 und enden 2012.

Im Jahr 2004 war der Angeklagte nach eigenen Angaben zu der Mutter des 1991 geborenen Opfers gezogen, sie heirateten im Jahr 2006, und 2008 kam ein gemeinsamer Sohn zur Welt, heute lebt der Angeklagte im süddeutschen Raum.

In der Zwischenzeit häuften sich die Übergriffe auf das heranwachsende Mädchen, wie diese am Freitag zaghaft im Zeugenstand beschrieb. Sie musste das tun, weil der Angeklagte nichts zu den Taten sagt, immer wieder ein äußerst stressbeladene Situation für missbrauchte Mädchen oder Frauen.

Richter Klösgen hatte seinerseits die 21-Jährige nach ihrem bisherigen Leben und der schulischen Entwicklung befragt. Sie arbeite heute als Kantinenhilfe, erklärte sie. Dann schilderte sie, wie es zum ersten Übergriff gekommen war. Sie sei ungefähr 13 Jahre alt gewesen, als sie wie auch andere in der Familie eine juckende Hautreizung bekam.

Da der Kinderarzt eine Creme verschrieb, die auf die gereizten Stellen aufgetragen werden musste, bat sie den Stiefvater um Hilfe, damit er sie auf dem Rücken eincremen solle. Doch dabei sei es nicht geblieben, bekundete die junge Frau am Freitag unter Tränen. Er habe sie umgedreht und auch langsam ihre Brüste eingecremt. Das war der Anfang.

Laut Anklage soll der als Servicekraft bei einer Pizza-Kette arbeitende Mann das ihm zur Erziehung anvertraute Mädchen immer wieder begrapscht haben. Zusätzlich habe er sie dazu genötigt, dass er Fotos von ihrem Intimbereich fertigen konnte, zwei Mal sei das vorgefallen, einmal im Bad und ein anderes Mal auf einer Decke im Wohnungsflur. Bei einem weiteren Punkt der Anklage handelt es sich um sexuellen Missbrauch so genannter widerstandsunfähiger Personen. Hier soll er sie im Schlaf angefasst haben.

Zum letzten Eklat soll es dann vor etwa einem Jahr in der Küche des Pizzabetriebes, in dem sie gemeinsam arbeiteten, gekommen sein. Hier habe er zunächst seine Hände unter ihre Bluse geschoben und sei dann trotz ihres Widerstandes in ihre Hose am Intimbereich eingedrungen. Da war Schluss, sie erstatte Anzeige.

Der Prozess wird am 27. Februar fortgesetzt.

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