Stolberg - Steinbruch Gressenich: Erweiterungsantrag wird vorbereitet

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Steinbruch Gressenich: Erweiterungsantrag wird vorbereitet

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Firma BSR möchte das Abbaugebiet des Steinbruchs Gressenich ausdehnen. Freiwillig will sie ihren Abbauantrag auf die Wiesen bis zur Landesstraße (rechts) beschränken. Foto: J. Lange

Stolberg. Diesmal hat die Stadt mehrere Karten im Spiel, wenn es um die geplante Erweiterung des Steinbruchs Gressenich geht.

Anders als im Falle Breinig/Kornelimünster wird Stolberg im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für ein Abbaugebiet von Gestein nicht nur als eine Trägerin öffentlicher Belange und als betroffene Gemeinde gehört, sondern die Stadt ist auch Grundbesitzerin in dem Bereich, der zwischen Frahnsen und der Landesstraße 12 in absehbarer Zeit auf Wunsch der Firma BSR zu einem Steinbruch werden soll, um die regionale Rohstoffversorgung sicherstellen zu können.

Es ist zwar kein Ass, das die Stadt im Falle des Falles aus dem Ärmel ziehen kann, aber immerhin sind es 5443 Quadratmeter, die sich auf vier Feldwege verteilen, die bei Gesprächen und Verhandlungen mit dem Unternehmen einmal auf den Tisch gelegt werden könnten.

Zunächst einmal empfiehlt die Verwaltung dem Stadtrat aber, ganz im Sinne der Wirtschaftsförderung mitzuspielen, damit die Firma BSR weiterhin ihren Abbauantrag vorbereiten kann. Denn damit das Unternehmen überhaupt eine Genehmigung beantragen kann, müssen alle Grundeigentümer einverstanden sein mit der Antragstellung. Dies soll der Stadtrat auf seiner Sitzung am 26.Oktober für das städtische Eigentum beschließen. Die Zustimmung der übrigen betroffenen Grundeigentümer liegt nach Informationen unserer Zeitung der Firma BSR bereits vor.

Mit der Zustimmung, eine Genehmigung auch für die 5443 Quadratmeter Feldweg beantragen zu dürfen, ist allerdings noch keine Zustimmung erteilt, auf dem Grundstück auch tatsächlich eine Abgrabung vorzunehmen. Hierzu bedarf es einer weiteren Vereinbarung zwischen Stadt und Unternehmen.

Das regelt die so genannte Eigentümererklärung detailliert, die dem Rat zur Entscheidung vorliegt. Darin steht auch, dass die Stadt damit „auf immissionsschutzrechtliche Abwehransprüche gegen das Verhaben nicht verzichtet”. Außerdem behält sie immer noch die Karte in der Hand, dass eine Vereinbarung über die Gewinnung von Bodenschätzen auf ihrem Grundstück geschlossen werden muss oder sie es an den Betreiber verkaufen kann.

Letztlich bleibt es der Stadt ebenso vorbehalten, über die Entwidmung der Feldwege förmlich zu beschließen. Somit, so argumentiert Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, „gibt die Stadt keinerlei Rechtsposition auf”, wenn sie BSR erlaubt, einen Abgrabungsantrag auch für ihre 5443 Quadratmeter Feldweg zu stellen.

Nachdem das Unternehmen BSR die Genehmigung für die Erweiterung des Steinbruches Breinig/Kornelimünster vor drei Jahren erhalten hatte, bereitet es sukzessive die Erschließung weiterer Kalkstein-Vorkommen im Anschluss an den Gressenicher Abbaubereich vor. Dort verfügt die Firma zwar über eine Abbaugenehmigung bis 2030, allerdings reichen die Vorkommen im bisherigen Gewinnungsbereich noch rund ein halbes Dutzend Jahre.

Weiträumig weist der Gebietsentwicklungsplan des Landes die zukünfige Abbaufläche für den Rohstoff über die Trasse der heutigen Landesstraße 12 zwischen Mausbach und Gressenich hinaus bis zum parallel verlaufenden Feldweg zwischen dem Sportplatz Rote Erde und der Wasserkaul aus.

Wie bereits in Breinig geschehen, möchte das Unternehmen BSR seinen Antrag freiwillig räumlich beschränken - bis zur L12, so dass diese ebenso wie der neu gebaute Radweg unberührt bleibt. Allerdings bietet eine Erweiterung der Steinbruchfläche die Chance, eine direkte Zufahrt an die Landesstraße zu erwirken, fordert der örtliche Ratsvertreter Axel Wirtz (CDU). „Damit besteht die Möglichkeit, Gressenich weiter vom Schwerlastverkehr zu entlasten”.

Eine Gelegenheit, die das Unternehmen nicht grundsätzlich ausschließt: „Wenn es eine praktikable und finanzierbare Möglichkeit gibt, Gressenich und Mausbach verkehrstechnisch zu entlasten, sind wir für jede Diskussion offen”, hatte bereits BSR-Geschäftsführer Frank Conrads erklärt.
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