Starkregen: Am Peitschenweg explodieren die Kosten

Von: Jürgen Lange
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Das Wasserproblem des Peitschenwegs ist seit Jahrzehnten bekannt: Nach der Vergabe ihres Auftrages erkennt die Stadt an einem Regentag, dass die geplante Entwässerung nicht ausreicht. Die Kosten stiegen um 120 Prozent. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Die Büsbacher kennen die Situation seit Jahrzehnten. Wenn es stark regnet, verwandelt das von dem querenden Wirtschaftsweg abfließende Oberflächenwasser nebst Sand und Geröll den Peitschenweg in eine Matschpiste.

Ein unangenehmes Geplätscher im Sommer, ein gefährliches Gefiert im Winter, wenn es friert. Dem Problem ihrer Verkehrssicherungspflicht hat sich die Stadt dann in diesem Jahr angenommen und eine Entwässerung des Wirtschaftsweges im Januar beauftragt.

Mit jeweils einer Kastenrinne als Drainage, die an den Kanal angeschlossen wird, sollte die Gefahrenstelle entschärfen. Beziffert war der Auftrag vom 21. Januar auf 23.237,24 Euro. Doch wie die Verwaltung dem am 9. April tagenden Bau- und Vergabeausschuss nicht öffentlich mitteilt, wird die Maßnahme um mehr als 120 Prozent teurer als von der Verwaltung geplant: Um 27.999,35 Euro auf 51.236,59 Euro steigen die Kosten.

„Nach Vergabe des Auftrages wurde durch Beobachtung eines real auftretenden Starkregens festgestellt, dass die Dimensionierung der geplanten Rinne nicht ausreichend ist“, berichtet Fachbereichsleiter Bernd Kistermann in seiner Vorlage der Politik. „Im Anbetracht der Gefährdung für die Verkehrssicherheit wurde der Einbau einer zweiten Rinne im höher gelegenen Bereich beschlossen.“ Weiterhin habe sich gezeigt, dass eine erhöhte Schlammmenge vom oberen Bereich des Wirtschaftsweges angespült werde, die die neue Rinne im ungünstigen Fall verstopfen könnte. Und somit könnte das Wasser dann nicht mehr in den städtischen Kanal abfließen. Mit anderen Worten: Die neue Drainage wäre für die Katz gewesen.

Arbeiten enden in dieser Woche

Also entschied die Verwaltung, zusätzlich einen Schacht als Schlammfang – 1,20 Meter im Durchmesser – in den Boden einzugraben, um häufiges Verstopfen und einen dadurch bedingten erhöhten Reinigungsaufwand nebst Folgekosten zu minimieren. Dieser zusätzliche Aufwand geht natürlich ins Geld. Das Nachtragsangebot vom 11. Februar rangiert bei besagten 51.236,59 Euro. „Die Angebotspreise wurden geprüft“, so Kistermann; sie orientierten sich an den marktüblichen Preisen.

Und weil mit dieser Summe auch die Grenze von 30.000 Euro überschritten wird, bis zu der die Verwaltung im Rahmen der bereitgestellten Haushaltsmittel eigenständig Aufträge vergeben darf, wird nun der Bau- und Vergabeausschuss beteiligt. Offen in der Vorlage bleibt die Frage, warum nicht bereits bei der Planung der umfangreichere Aufwand zur Fassung der Oberflächenwässer erkannt werden konnte. Die beauftragten Arbeiten im Peitschenweg sollen in dieser Woche abgeschlossen werden können.

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