Stall brennt: 70 Wehrleute im Einsatz

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Auf einer Länge von 50 Metern hat die Feuerwehr das aus der Scheune geholte Stroh auf einer Wiese ausgebreitet. Dort brennt es unter der Kontrolle der Fachleute langsam ab. Foto: K. Linden

Stolberg. Das gefährliche Feuer kam ganz unbemerkt: Schon am Mittwochnachmittag hatte in der Scheune in Venwegen der Blitz eingeschlagen - nicht bemerkt vom nebenan lebenden Bauern. Was sich danach über viele Stunden entwickelte war ein Feuer, dass nach seinem Ausbruch am frühen Donnerstagmorgen einen Schaden von rund 150000 Euro anrichtete.

Alarm um 5 Uhr morgens

Und die Rauchsäule, sie wird wohl noch bis Freitagabend zu sehen sein: Weil die Feuerwehr das brennende Stroh nicht löschen konnte, wird es nun kontrolliert abgebrannt. „Das wird bestimmt noch bis Freitagabend brennen”, sagte Brandamtsrat Karl Wenn von der Stolberger Feuerwehr am Donnerstag.

Der Alarm ging um 5 Uhr morgens bei der Feuerwehr ein. Bis dahin hatte das vom Blitz getroffene Stroh unbemerkt in der Scheune, die unmittelbar an einen Kuhstall grenzt, vor sich hin geschwelt. Und für rund 70 Wehrleute begann damit nach einer kurzen Nacht ein umso längerer Tag.

Weil keine Möglichkeit bestand, die große Masse brennenden und im Innern weiter schwelenden Strohs in der Scheune zu löschen, behalf sich die Feuerwehr mit Radladern, um das Stroh aus dem Gebäude auf eine benachbarte Wiese zu schaffen.

Anschließend konnte die Scheune zwar gelöscht, aber nicht mehr gerettet werden: „Die Statik war zu instabil”, erklärte Karl Wenn, der bis Donnerstagnachmittag am Brandort zugegen war. Wegen Einsturzgefahr wurde der Großteil der Scheune bereits Donnerstagmorgen abgerissen. Der Rest bleibt stehen, bis der Versicherungsexperte ein Auge drauf geworfen hat.

Plan für die Nacht gemacht

Mittlerweile ist kurz nach Mittag am Donnerstag, warm ist es nicht nur wegen des Feuers in der Straße Zu den Maaren. Erschöpfte Feuerwehrleute, seit 5 Uhr morgens auf dem Hof im Einsatz, kühlen sich mit Wasser ab, einer schüttet es sich direkt über den Kopf.

Der Einsatz ist noch lange nicht beendet. „Wir haben schon einen Plan für die Nacht gemacht”, sagt Karl Wenn, schließlich will der auf rund 50 Metern Länge angeschüttete, riesige Heuberg rund um die Uhr bewacht werden. Immer wieder kommen neue Kollegen, für später wird das Technische Hilfswerk (THW) erwartet. „Vom THW bekommen wir die Beleuchtung für die Nacht”, sagt Wenn.

Dann wandert sein Blick wieder zum Stroh auf der Wiese, die nordöstlich hinter dem Hof liegt. In günstiger Windrichtung, denn die Rauchentwicklung ist enorm, aber der Wind bläst aus Südwesten und treibt die Schwaden zunächst über freies Feld in Richtung Rochenhaus und über den Münsterwald. Auch von Breinig, Breinigerberg und Zweifall aus dürfte die weiße Wand aus Qualm zu sehen sein.

Mit großen Harken ausgestattet, reißen Wenns Kollegen immer wieder Wunden in den Körper aus Stroh, Flammeln züngeln nach oben, gieren nach Luft.

Zufrieden ist Karl Wenn noch nicht so ganz, was weniger an der guten Arbeit seiner liegt, als vielmehr an dem Belüfter, der das kontrollierte Feuer anfachen und damit den Brand beschleunigen soll, fehlt es an der nötigen Kraft. Auch deshalb helfen die Wehrleuten mit ihren Harken nach, wechseln sich dabei ab, teilweise mit Atemmasken geschützt. „Wir warten auf einen größeren Belüfter, der kommt im Laufe des Tages” sagt Wenn.

Wann genau der Einsatz beendet sein wird, kann der Brandamtsrat nicht genau vorhersagen, er geht zwar von Freitagabend aus, es könnte sich durchaus bis ins Wochenende ziehen.

Klarheit hat die Kriminalpolizei mittlerweile über die Brandursache, sie geht nicht von Brandstiftung aus, sondern von einer ganz „natürlichen” Feuerentwicklung. „Der Brandermittler hat keine Zweifel, dass es sich um einen Blitzeinschlag gehandelt hat”, sagte am Mittwoch Polizeisprecher Michael Houba auf Anfrage. Hinweise auf ein von Menschen verursachtes Feuer hat die Polizei nicht gefunden, dafür eindeutige, die für den Blitzeinschlag sprechen.

Menschen und Tiere wurden im Übrigen nicht verletzt, obwohl die Scheune direkt an einen Kuhstall grenzt. „Der Bauer hatte es bei unserem Eintreffen schon geschafft, die Kühe in Sicherheit zu bringen”, sagte Wenn.
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