Stadtrat bekennt sich klar zum Ring der Schmiedestädte

Von: -jül-
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Besser in den Fokus gerückt werden soll die Aktivitäten Stolbergs als Mitglied im Ring der europäischen Schmiedestädte. Foto: J. Lange

Stolberg. Vor einem Monat stand bei der Politik noch ein deutliches Fragezeichen hinter der Debatte über den Verbleib der Kupferstadt im Ring der europäischen Schmiedestädte. Seit der Ratssitzung am gestrigen Abend unterstreicht ein deutliches Ausrufezeichen den einstimmigen Beschluss des Stadtrates, weiterhin nicht nur dem Ring anzugehören, sondern auch die Aktivitäten zu verstärken.

Intensiv hatten sich die Fraktionen – lediglich die Piraten hatten bereits im September ein klares Ja geäußert – während der vergangenen Woche mit dem Bündnis beschäftigt, das Stolberg im Jahr 2001 auf Initiative des verstorbenen Kunstschmieds Matthias Peters mit gegründet hatte. Kann sich die immer noch finanziell angeschlagene Stadt die Kosten einer Mitgliedschaft leisten? Sind attraktive Veranstaltungen rund um das Handwerk auch ohne Mitgliedschaft zu realisieren?

Der Jahresbetrag beträgt 1000 Euro; die Teilnahme einer Delegation an der Jahreshauptversammlung wird mit 1500 Euro kalkuliert. Jedes zweite Jahr würden die Kosten für die Ausrichtung eines Schmiedefestes mit rund 10.000 Euro anfallen. Neben diesen Beträgen fallen bei einem Verbleib im Ring als Aufwand die Gestellung von städtischem Personal für die Durchführung von Veranstaltungen und Kosten für eine Beteiligung an weiteren Aktivitäten des Schmiederings an.

Das ist ein Aufwand, den sich eine Kupferstadt leisten soll, ja vielleicht sogar leisten muss. Das machten Sprecher aller Fraktionen deutlich. „Messing, Kupfer und das Schmiedehandwerk sind Teil unserer Geschichte“, sagte Jochen Emonds (CDU). Mit Angeboten wie die Schmiedeweihnacht und den Kupfermeistertreffen werde die Attraktivität Stolbergs und die touristische Vermarktung gestärkt: „Es ist sinnvoll, dieses Angebot weiter fortzuführen“, so der Fraktionsvorsitzende.

„Wir müssen diese Chance nutzen“, unterstrich Udo Rüttgers (Piraten), und Dina Graetz (Grüne) möchte durch einen Verbleib im Ring das „Stolberger Alleinstellungsmerkmal Kupfer gestärkt“ sehen. Auch von den finanziell stets besorgten Liberalen kam ein klares Bekenntnis: „Wir wollen Tourismus haben und ihn weiter ausbauen“, erklärte Bernd Engelhardt (FDP): „Dann müssen wir auch weiterhin Mitglied im Schmiedering bleiben“, was ebenso Mathias Prußeit (Linke) unterstrich.

Auch die SPD sieht die Aktivitäten des Rings auf einer Linie mit dem 2007 von Dr. Robert Datzer erarbeiteten Tourismuskonzeptes für Stolberg, erklärte Dieter Wolf gegenüber unserer Zeitung. Die SPD-Fraktion trägt den Verbleib Stolbergs im Schmiedering mit. Ihre Zustimmung versehen die Genossen aber auch mit der Erwartungshaltung, dass die Aktivitäten verstärkt und besser in den Fokus gerückt werden.

„Wir werden sicherlich in ein paar Jahren einmal sehen müssen, ob die Erwartungen in die Mitgliedschaft auch erfüllt werden“, so Wolf. In jedem Fall wolle man den Schmieden die Chance geben, zu einem Anziehungspunkt für Besucher in Stolberg zu werden.

Dass „die Attraktivität der Veranstaltungen deutlich gesteigert werden“, wenn Stolberg mit dem Thema Kupfer wuchern wolle, hatte bereits Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier in seiner Vorlage unterstrichen. Mit der nun von der Politik bereit gestellten klaren Finanzausstattung solle die Mitgliedschaft nun auch zum Leben erweckt werden. Freudestrahlend nahmen auch Jürgen Gerres und Tourismus-Leiterin Barbara Breuer das klare Bekenntnis des Rates zur Kenntnis. „Ich habe da schon ein paar neue Ideen“, sagte Breuer. Doch zunächst einmal steht die Schmiedeweihnacht mit Handwerkermarkt am 6. und 7. Dezember am Kaiserplatz auf dem Programm.

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