Stolberg-Donnerberg - Stadtarchiv gewährt Einblicke in Bauweise des frühen 20. Jahrhunderts

Stadtarchiv gewährt Einblicke in Bauweise des frühen 20. Jahrhunderts

Von: Toni Dörflinger
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Einheitlichkeit machte Veränderungen Platz: Auch wenn eingeschossige Buauweise noch immer dominiert, haben die in den 30er Jahren gebauten Häuser der Stadtrandsiedlung weitgehend ihren Ursprungscharakter verloren. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Donnerberg. Interessante Einblicke in den Anfang des 20. Jahrhunderts praktizierten Siedlungsbau vermittelt eine im Stadtarchiv aufbewahrte Bauakte. Die in den 30er Jahren entstandenen Schriftstücke und Zeichnungen drehen sich um den Bau der an der Straße Stadtrandsiedlung liegenden Althäuser.

Die Bauweise der eingeschossigen Häuser war schlicht und entsprach den Vorschriften und Normen, die eine damalige „vorstädtische Kleinsiedlung” zu erfüllen hatte.

Um dem Selbstversorgungsprinzip gerecht zu werden, war Viehhaltung und der Anbau von Obst und Gemüse vorgeschrieben. Die Haltung von Schweinen, Ziegen und Hühner ermöglichte ein als Stall bezeichneter Raum, der nicht separat lag, sondern ebenso wie die so genannte Wirtschaftsküche und die beiden Wohnräume in den Hausgrundriss integriert war.

Außer der Raumaufteilung gibt die Bauakte auch Aufschluss über die verwendeten Materialien. So bestanden die Außenwände aus verputztem Schwemmstein und die Innenwände aus Ziegelstein. Kiefernholz kam bei der Fertigung der Türen zum Einsatz.

Anstrich selbst auszuführen

Den Anstrich hatte der Siedler nach Möglichkeit selbst auszuführen. So wurde außen Kalkmilch und innen Öl- und Leimfarbe eingesetzt. Von Tapeten war keine Rede. Die nicht vorhandene Kanalisation wurde durch eine Klärgrube ersetzt. Bauträger der 1936 gebauten Häuser war die 1918 entstandene „Rheinische Heimstätte GmbH”, die ihren Sitz in Düsseldorf hatte und 1970 zum Mitgründer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) wurde.

Als Bauträger gewährte die Rheinische Heimstätte den Siedlern, die vorwiegend im Arbeits- und Handwerksbereich tätig waren, günstige Kredite und unterstützte die Bewohner in der Selbsthilfearbeit. Später gingen die Häuser in den Besitz der Bewohner über.

Der erste Bauabschnitt umfasste 14 Häuser: Acht von ihnen lagen im oberen, der Oberen Donnerbergstraße zugewandten Bereich. Sechs Häuser erstellte man im unteren Bereich, der sich in Richtung Trockener Weiher orientiert. Jeweils zwei Häuser waren zu einem Doppelhaus vereinigt worden.

Als Mitte der 30er Jahre der Grundstein zum Bau der Althäuser gelegt wurde, befand sich das Gelände erst ein Jahr im Besitz der Stadt Stolberg. Denn bis 1935 hatte der Donnerberg zum Eschweiler Stadtgebiet gehört.

Im Sprachgebrauch „Duffenter”

Allerdings wurde im Sprachgebrauch der 30er Jahre der Bereich Stadtrandsiedlung nicht als Donnerberg, sondern als Duffenter bezeichnet. Folgerichtig wird auch in der Bauakte der Duffenter als Standort angegeben.

Nach dem Kriege erfuhr das Siedlungsgebiet weitreichende Veränderungen. An- und Umbauten sowie Modernisierungen veränderten das äußere Bild und sorgten für eine Erweiterung der Wohnflächen. Sogar eine Gaststätte lag einst in der Stadtrandsiedlung. Geführt wurde das Restaurant von Peter und Katharina Hammer, die zwei Zimmer ihres Hauses Stadtrandsiedlung 13 umgewandelt und somit einem 42 Quadratmeter großen Gastraum geschaffen hatten.

Neue Häuser entstanden vorwiegend in den 50er und 60er Jahren. Vorläufig abgeschlossen wurde die Baumaßnahme im vergangenen Jahr.

Neben den Wohnbauten gehört auch das von der DJK Frisch-Froh Stolberg genutzte Terrain zum Siedlungsgebiet: Sportplatz und Sportheim entstanden - überwiegend in Eigenleistung des Vereins - Mitte der 80er Jahre.
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