Stadt finanziert den Pendelbus

Von: Michael Grobusch
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Zweimal pro Woche pendelt ein Bus jetzt zwischen Goethe-Gymnasium (unser Bild) und Ritzefeld-Gymnasium und sorgt damit für eine Entlastung der in den gemeinsamen Kursen unterrichteten Schüler. Foto: Eisenmenger

Stolberg. Natürlich ist der Sport ein fester Bestandteil des Stundenplanes. Und doch ist mancher Schüler von Goethe- und Ritzefeld-Gymnasium in diesem Schuljahr an die Grenzen seines Leistungsvermögens gestoßen. Besondere Schnelligkeit und Ausdauer wurde von all denen gefordert, die sich an der 2011 begonnen Kooperation beteiligen.

 Denn der Weg zwischen den beiden Schulen musste in der Regel zu Fuß zurückgelegt werden – und das mit einem gehörigem Tempo, um nicht den Beginn der folgenden Unterrichtsstunde zu verpassen.

Ausdauer haben angesichts dieser Verhältnisse auch Armin Ochse und Bernd Decker bewiesen. Aufgrund der zunehmenden Klagen aus Eltern- und Schülerschaft sahen sie ihr zukunftsweisendes Pilotprojekt infrage gestellt und haben sich deshalb für die Einrichtung eines Shuttleservices eingesetzt. Mit Schnelligkeit hatte das Verfahren zwar nichts zu tun. Doch nach dem Überwinden einiger Hürden ist das Ziel jetzt erreicht: Der Bus fährt – immer dienstags und freitags, um die Schüler der Kooperationsklassen von der einen zur anderen Einrichtung zu bringen.

6000 Euro hat die Verwaltung zunächst für das laufende Schuljahr zur Verfügung gestellt und so den Transport finanziert. Keine Selbstverständlichkeit für eine Kommune, die am Stärkungspakt Stadtfinanzen des Landes beteiligt ist. „Aber eine Pflichtaufgabe“, wie die städtische Pressesprecherin Petra Jansen gestern im Gespräch mit unserer Zeitung betonte. Und deshalb im Rahmen des Erlaubten. Weil die Summe zudem unter der 10 000-Euro-Marke liegt und die Verwaltung im Rahmen ihrer laufenden Geschäfte darüber verfügen kann, war eine Beteiligung der zuständigen Ausschüsse und des Rates nicht erforderlich.

„Wir sind sehr dankbar, dass es uns gelungen ist, diesen Fahrdienst einzurichten“, zeigt sich Armin Ochse mit Blick auf die Reaktionen sehr zufrieden. „Alles funktioniert reibungslos“, freut sich der Leiter des Ritzefeld-Gymnasiums, dessen erste Bilanz uneingeschränkt positiv ausfällt. „Gerade in diesen Wintertagen bietet der Pendelbus für unsere Schüler eine große Entlastung“, bestätigt sein Kollege vom Goethe-Gymnasium. Bernd Decker stellt mit Erleichterung fest, dass sich die Unzufriedenheit, die im Vorfeld dieses Schuljahres bei der Wahl und Festlegung der Kurse festzustellen gewesen war, gelegt hat.

Zuvor hatten sich die Beschwerden gehäuft über den Stress, der mit dem Standortwechsel im laufenden Betrieb verbunden war. Schließlich galt es, den Stolberger Talkessel in dem kleinen Zeitfenster der vermeintlich großen Pause zu überbrücken – keine leichte Aufgabe bei maximal verbleibenden 25 Minuten.

Damit die Randerscheinungen des eigentlich von allen Seiten gelobten Modells nicht zum größten Hindernis für dessen Fortsetzung werden, ist nun der Shuttledienst eingerichtet worden. Rund 80 Schüler können davon momentan profitieren. Sie hatten sich im Sommer für den schulübergreifenden Unterricht in Niederländisch und Spanisch oder für die in diesem Schuljahr erstmals gemeinsam angebotenen Leistungskurse in Physik und Biologie entschieden. Im September wird die Zahl der Teilnehmer durch die Einbeziehung eines weiteren Jahrganges auf über 100 steigen.

Damit aber wird, darauf verweisen beide Schulleiter übereinstimmend, das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange vorerst erreicht sein. „Wir dürfen den übrigen Betrieb nicht vernachlässigen. Bei einem weiteren Ausbau der Zusammenarbeit wird es mit der Verzahnung schwierig“, gibt Armin Ochse zu bedenken. „Zusätzliche Schritte haben wir deshalb auch noch nicht geplant.“ Abgesehen von einem gemeinsamen Strategiegespräch im kommenden Winter, bei dem der Fortgang der Kooperation noch einmal aktuell bewertet werden soll.

Auch dann wird es wieder darum gehen, den Spagat zwischen Sparauflagen und Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne der Schüler zu schaffen. „Wir müssen mit den Lehrerressourcen haushalten und wollen zugleich eine möglichst große Wahlvielfalt bieten“, weiß Ochse um die Herausforderung und zeigt sich überzeugt: „Der Einsatz des Pendelbusses wird dazu beitragen, dass wir diese Herausforderung auch weiterhin mit vereinten Kräften bewältigen werden.“

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