St. Lucia wird Großgemeinde im Norden

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Am Freitag noch war der erwartungsvolle Gang zum Briefkasten mit einer Enttäuschung geendet. Am Wochenende aber hat Heinrich Mussinghoff dann doch noch die in Stolberg mit Spannung erwartete Kunde verbreitet:

Die katholische Pfarre St. Lucia wird zum 1. Januar 2010 Großgemeinde im Norden des Stadtgebiets. Ihr angeschlossen sind die Pfarren Herz Jesu Münsterbusch, St. Franziskus, St. Josef Donnerberg, St. Mariä Himmelfahrt, St. Sebastianus und St. Hermann-Josef, die nach einer sechsmonatigen Übergangsfrist zum 1. Juli 2010 offiziell aufgelöst werden müssen.

Mit etwas Verspätung hat der Bischof somit Klarheit über die zukünftigen Verhältnisse geschaffen - und zugleich noch einmal betont, dass die Entscheidung, die auf einer Empfehlung des Diözesanpriesterrates beruht, als Anordnung zu verstehen ist und keinerlei Raum für weitere Diskussionen bietet.

Damit dürften auch die Differenzen, die sich im Vorfeld der vom Bistum betriebenen Fusion zwischen den betroffenen Gemeinden in Stolberg aufgetan hatten, der Vergangenheit angehören. Akzeptieren müssen die Katholiken nicht nur die Entscheidung zugunsten eines Anschlusses an St. Lucia - die Alternative wäre die Auflösung aller sieben Pfarren und die Gründung einer neuen Großgemeinde gewesen.

Auch das Thema „Zentralkirche” kann nach der schriftlichen Mitteilung des Bischofs ad acta gelegt werden. Zentrales Gotteshaus wird nicht, wie lange Zeit kolportiert, die Kirche St. Lucia in der Altstadt. Stattdessen wird St. Mariä Himmelfahrt diese Position einnehmen. Ihre zentrale Lage, der barrierefreie Zugang, die benachbarten Parkplätze und die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln waren in Aachen offenbar Gründe genug, um dem Gotteshaus auf der Mühle den Vorzug gegenüber der älteren und schmuckeren Lucia-Kirche zu geben.

„Die neue Großpfarre ist auf einer Ebene mit den Gemeinschaften der Gemeinden zu sehen”, erklärte der Pressesprecher des Bistums, Franz Kretschmann. „Deshalb ist es nicht erforderlich, einen Kirchengemeindeverband als Rechtsträger zu haben.”

Noch nicht geklärt ist derweil, welche personellen Auswirkungen die bischöfliche Entscheidung haben wird. Bisher sehen die Pläne des Bistums vor, dass der Norden spätestens ab 2012 mit 2,8 Pfarrer- und 2,5 Gemeindereferentenstellen auskommen muss. Inwieweit dies unter den neuen Vorzeichen noch Gültigkeit hat, ließ Kretschmann offen.

Nur soviel kündigte der Sprecher an: „Wir sind bemüht, bald eine Entscheidung zu treffen.” Was konkret bedeutet: Bis spätestens Mitte des Jahres soll auch in diesem Punkt Klarheit herrschen.

„Ich werde die Entscheidung des Bistums zunächst unseren Gremien mitteilen und sie erst dann kommentieren”, erklärte Pastor Hans-Rolf Funken, der am Sonntag sein 25-jähriges Priesterjubiläum feierte, zu den Entscheidungen.
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