SSG feiert 50. Geburtstag: Gespräch mit Gründungsmitglied Rolf Brück

Von: Marie Luise Otten
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Gründungsmitglied der SSG: Rolf Brück. Foto: Marie-Luise Otten

Stolberg. Rolf Brück gehört zu den Gründungsmitgliedern der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft (SSG), die am Samstag anlässlich ihres 50. Geburtstags ein Jubiläumskonzert gibt.

Aus der Zusammenlegung von Stolberger Kinderchor und Realschulorchester unter der Leitung des damaligen Realschullehrers Willi Hilgers hat sich ein Verein entwickelt, der zwar jetzt nicht mehr singt, aber in zwei Ensembles Blasmusik auf hohem Niveau spielt. Über die Entwicklung dieses Vereins sprach Rolf Brück mit unserer Mitarbeiterin.

Wie hat alles angefangen? Wie sind Sie in das Orchester gekommen?

Brück: Der damalige Realschullehrer Willi Hilgers leitete seit 1950 den Stolberger Kinderchor, indem ich mit sechseinhalb Jahren eintrat. Bald darauf – im Jahr 1966 – erfolgte dann die Zusammenlegung von Kinderchor und Realschulorchester zur Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft.

Mit wie vielen Leuten haben Sie begonnen? Wer war der Dirigent?

Brück: Im Kinderchor sangen damals 45 Kinder und im Orchester spielten 32 junge Menschen. Der Dirigent war der Musiklehrer der Realschule, Willi Hilgers.

Wie viele Dirigenten hat das Orchester bisher gehabt?

Brück: Nach Willi Hilgers folgten seine zwei Söhne Walter und Heinz, dann kam Remy Wolfs und jetzt haben wir mit Louis Wilhelmus den fünften Dirigenten.

Welche Fähigkeiten muss ein Dirigent mitbringen, welche die Spieler?

Brück: Ein Dirigent muss die Musiker motivieren, führen und weiter entwickeln können. Die Musiker müssen sich an die Gruppe anpassen und die Vorgabe des Dirigenten umsetzen. Dabei ist eine dritte Stimme genauso wichtig wie eine erste Stimme.

Wer bildet den Nachwuchs aus und wie? Im Einzelunterricht oder im Ensemble?

Brück: Wir haben hier in der SSG eine Bläserschule, die von Markus Plum, der auch der Dirigent des Jugendorchesters „Just Music“ ist, koordiniert wird. Man muss Mitglied bei der SSG sein, um Unterricht in der Bläserschule zu bekommen. Dies erfolgt immer im Einzelunterricht. Ist der Lehrer der Meinung, der Schüler hat genug Kenntnisse, wird er zunächst im Jugendorchester aufgenommen, wo er das Zusammenspiel mit den anderen lernt. Die SSG hofft dann, den Nachwuchs irgendwann ins große Orchester zu integrieren.

Gibt es ein Leihinstrument für die Anfänger oder müssen sie ein Instrument mitbringen?

Brück: Es gibt Leihinstrumente der SSG, und es gibt das Angebot für kostenlosen Schnupperunterricht.

Welche Instrumente umfasst das Blasorchester?

Brück: Neben Gitarre, Bass (im Ensemble Just Music) und Schlagzeug sind es Flöte, Klarinette, Saxofon, Trompete, Posaune, Horn und Tuba.

Was ist wichtig beim Spielen? Welche Voraussetzungen sind für das Zusammenspiel notwendig?

Brück: Wichtig ist die Beherrschung des Instruments. Dazu gehören Haltung, die richtige Atem- und Ansatztechnik und Handhaltung. Wichtig ist auch das Einstimmen auf den Gesamtklang.

Wie oft proben Sie in der Woche?

Brück: Wir proben montags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr, vor Konzerten auch mehrfach. Nach Möglichkeit sollte auch zu Hause geprobt werden, denn die Gesichtsmuskulatur muss trainiert werden, damit sie kräftig bleibt und nicht an Elastizität verliert.

Was reizt einen jungen Menschen überhaupt, im Blasorchester mitzuwirken?

Brück: Mit Musik kann man im Leben viele soziale Kontakte knüpfen. Das Miteinander im Verein wird bei uns groß geschrieben. Es macht Spaß, mit Gleichgesinnten gemeinsam zu musizieren. Bei den öffentlichen Auftritten freut es uns immer, wenn auch die Zuhörer Gefallen daran haben.

In welchem Alter sind die Bläser? Wie ist der Anteil Männer zu Frauen?

Brück: Unsere Mitglieder sind zwischen zehn und 65 Jahre alt. Der Anteil ist fast ausgeglichen.

Wie sieht das Repertoire aus?

Brück: Zum Repertoire zählen symphonische Blasmusik (Originalkompositionen für Blasorchester), traditionelle Weihnachtsmusik und Unterhaltungsmusik bei Pfarrfesten und sonstigen Anlässen. Das Jugendorchester spielt allerdings mehr in Richtung Big-Band-Sound.

Was macht den Unterschied vom Jugendorchester zum großen Orchester aus?

Brück: Es ist die Art der Musik und der Stand der Ausbildung, in wie weit der Musiker seine Fähigkeiten, das Instrument zu spielen, beherrscht.

Nehmen Sie an Leistungswettbewerben teil?

Brück: Zur Zeit nicht, obwohl einige Mitglieder erfolgreich bei „Jugend musiziert“ waren und es sogar bis zum Bundessieger geschafft haben. Auch haben wir in der Vergangenheit erfolgreich an Kreismusikfesten teilgenommen. Zur Zeit überlegen wir noch einmal an einem Wettbewerb teilzunehmen, allein um zu sehen, wo wir musikalisch stehen.

Gibt es Begebenheiten, an die Sie sich besonders gerne erinnern?

Brück: Ja, das sind vor allem die Konzertreisen nach Grado, Innsbruck und Wien. Es gab eine Schallplattenaufnahme und Liveauftritte bei Rundfunk und Fernsehen (WDR). Ich erinnere mich gern an die Musikshow „Sonntagskonzert auf Tournee“.

Was erwartet die Gäste beim Jubiläumsabend?

Brück: Engagierte Musiker, die sich intensiv auf diesen Jubiläumsabend vorbereitet haben und eine SSG, die gemeinsam musizieren. Jugend- und großes Orchester spielen Highlights aus den Filmen Harry Potter und Pirates of the Carribbean. Außerdem wurde eine Oboensolistin gewonnen, die von einer Gruppe des Orchesters begleitet wird. Es ist eine bunte Mischung aus Big-Band-Sound und Werken aus dem Bereich der symphonischen Blasmusik sowie Filmmusik.

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