Stolberg - Sportverband geht mit Breinig hart ins Gericht

Sportverband geht mit Breinig hart ins Gericht

Von: Michael Grobusch
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Im vergangenen Jahr stand die Stadtmeisterschaft wegen des frühen Termins unter keinem guten Stern. Jetzt gibt es wegen zeitlicher Uberlappungen bereits im Vorfeld (neuen) Ärger. Foto: M. Grobusch

Stolberg. In der Politik wäre vom Sommertheater die Rede, im Stolberger Sport ist es im vorliegenden Fall aber eher ein handfester Streit. Protagonisten sind Günther Severens und Marc Strauch auf der einen sowie Dieter Jollet auf der anderen Seite.

Und die beiden Erstgenannten sind nicht zimperlich, wenn es um die Kritik geht, die sie als Vertreter des Stadtsportverbandes am Vorsitzende des SV Breinig äußern. „Wir haben stundenlang im Gressenicher Sportheim zusammengesessen, um für die Sommerturniere in Stolberg Terminüberschneidungen zu verhindern.

Alle Vereine halten sich daran, nur der SV Breinig tut dies nicht und gibt uns noch nicht einmal eine Rückmeldung”, erklärt Strauch, der als Fachwart Fußball auch federführend für die Stadtmeisterschaften zuständig ist.

Eben diese kollidieren jetzt mit dem EVS-Cup auf Schützheide. Konkret geht es um den 27. und 28. Juli. Während am besagten Montag und Dienstag bei den in diesem Jahr vom BSC Schevenhütte in Gressenich ausgerichteten städtischen Titelkämpfen die Viertelfinals auf dem Programm stehen, eröffnet der SV Breinig mit einem Bereinigungsspiel zwischen Forst und Münsterbusch (Montag) sowie den Vorrundenspielen zwischen Westwacht Aachen und Hertha Walheim bzw. Eicherscheid gegen Walheim (Dienstag) sein Turnier um den EVS-Cup. „Das widerspricht den getroffenen Absprachen, wonach Breinig erst am 29. Juli, an dem bei der Stadtmeisterschaft Spielpause ist, beginnen sollte”, stellt Günther Severens kopfschüttelnd fest.

„Ausgerechnet der SV Breinig, der vor zwei Jahren den Stein ins Rollen gebracht hat, als sein Turnier mit dem Autopark-Stolberg-Pokal kollidierte, verhält sich jetzt derart unsportlich”, kritisiert der Vorsitzende des Stadtsportverbandes und fügt hinzu: „Das ist respektlos gegenüber dem BSC Schevenhütte und dem gesamten Stolberger Fußball.”

Dieter Jollet will das nicht so stehenlassen. „Wir haben auf den 1. August und damit auf einen attraktiven Samstag verzichtet, weil an diesem Tag die Finalspiele um die Stadtmeisterschaft ausgetragen werden”, betont der Vereinsvorsitzende und verweist darauf, dass auch die übrigen Turniertage auf die stadtinternen Titelkämpfe abgestimmt seien. Dass dies am 27. und 28. Juli nicht so sein wird, begründet Jollet mit der Zusage von 17 Mannschaften. „Und ich bin nicht bereit, einen Verein auszuladen”, stellt Jollet klar, der aber dennoch keinen Interessenkonflikt sieht: „Die betroffenen Spiele des EVS-Cup werden der Stadtmeisterschaft keine Zuschauer kosten.”

Das freilich sehen die Verantwortlichen des Stadtsporverbandes gänzlich anders und fordern deshalb vom SV Breinig eine Entschädigungszahlung an den BSC Schevenhütte. „Damit könnten die finanziellen Verluste, die wir aufgrund des attraktiven Parallelwettbewerbes befürchten, kompensiert werden”, erklären Strauch und Severens unisono, allerdings vorerst ohne sich auf eine Höhe der Summe festlegen zu wollen.

Vehement dementiert unterdessen Dieter Jollet derweil die Äußerung von Günther Severens, dass er mit einem Rückzug des SV Breinig von der Stadtmeisterschaft gedroht habe. „Das ist unverschämt und schlichtweg gelogen”, ereifert sich der Vorsitzende. Der so gescholtene wiederum berichtet davon, dass es aus den Reihen anderer Vereine die Forderung gebe, Breinig vom Turnier auszuschließen oder sogar von der Liste der Ausrichter zu streichen. Soweit will der Stadtsportverband dann aber doch nicht gehen; und das nicht nur, weil just im nächsten Jahr zum 100-jährigen Bestehen des SV die Titelkämpfe in Breinig ausgetragen werden sollen.

„Wenn wir uns auf eine Entschädigungszahlung und auf die verlässliche Zusage einigen können, dass derartige Verstöße im nächsten Jahr nicht mehr vorkommen werden, ist die Sache ausgeräumt”, setzt Marc Strauch auf Diplomatie. Inwieweit Dieter Jollet dieses Angebot annehmen wird, bleibt abzuwarten. Eine Entspannung der Lage war zumindest bis zum gestrigen Abend noch nicht in Sicht.
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