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„Spatz in der Hand” oder Plus am Markt?

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Pläne von Hubert Schulte-Lünzow sind fertig: Der Discountmarkt kann unterirdisch erweitert werden, so dass der alte Schulhof als Parkfläche erhalten bleibt und bei einem Abriss des Feuerwehrhauses (l.) wäre eine attraktive Anbindung des Markusplatzes Foto: J. Lange

Stolberg. Natürlich sind die Vorstellungen von Hubert Schulte-Lünzow in Rathaus bekannt, sagt Andreas Pickhardt. „Die Politik hat sich aber ganz klar zur großen Lösung bekannt”, verweist der Fachbereichsleiter auf die Kompetenz des Rates, mittels Bauleitplanung Voraussetzungen für die Ansiedlung von Supermärkten in Mausbach zu schaffen.

Ein weitergehendes Engagement am Markusplatz bleibe davon unberührt: „Eine Erweiterung des bestehenden Discountmarktes erscheint problemlos genehmigungsfähig zu sein”, beteuert Pickhardt.

Doch während heute der Ausschuss für Stadtenwicklung weitere Nägel mit Köpfen für die Ansiedlung von Aldi, Rewe und einem Getränkemarkt am Ortsausgang machen soll, zeigt sich ob dieser Fortschritte Hubert Schulte-Lünzow zurückhaltend bei seinem Vorhaben im Mausbacher Ortskern. „

Die Frage ist, ob sich eine solche Investition dann überhaupt noch rechnet oder ob ich - im schlimmsten Fall - ein bald leer stehendes Ladenlokal errichte?” gibt der Zahnarzt zu, der in der alten Schule am Markusplatz Vermieter der Plus-Filiale ist. Plus ist inzwischen Netto, sukzessive wird das Sortiment dem neuen Konzept angepasst und der Frischebereich ausgebaut, doch letztlich bleibt die Frage unbeantwortet, wie lange sich das Engagement des Discounters im Ortskern rentieren wird.

„Bislang wurden hier schwarze Zahlen geschrieben”, weiß Schulte-Lünzow. Das ist auch die Basis dafür, dass Netto seinen Mietvertrag erst einmal über den Oktober 2010 hinaus verlängern will. Die Option beträgt sechs Jahre - nun allerdings mit einer raschen Möglichkeit zu einem vorzeitigen Vertrageende kombiniert. „Um aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen zu können”, sagt Schulte-Lünzow. Wer weiß heute schon, ob der hohe Anteil von Stammkunden und Fußgängern dem Laden am Markusplatz die Treue halten wird, wenn auf der grünen Wiese Rewe und Aldi locken?

Deren Ansiedlung ist aus Sicht von Schulte-Lünzow und Netto nicht erforderlich. „Ein Vollsortimenter wäre ausreichend, um die Versorgung von Mausbach sicherzustellen”, erklärt Marc Klisch, Gebietsleiter Expansion bei Netto. Er würde gerne die Chance nutzen, das komplette Sortiment des Discounters in dem Stadtteil präsentieren zu können. „Ein Neubau oder die Vergrößerung des bestehenden Ladens sind unsere Optionen”, unterstreicht Klisch. Allerdings wird derzeit per Bauleitplanung der Konkurrenz der Weg am Ortsrand geebnet, und mit Blick auf die ungewisse Auswirkungen zögert Partner Schulte-Lünzow mit dem Invest.

Dabei könnte dieses auch aus städtebaulichen Gesichtspunkten eine deutliche Verbesserung am Markusplatz zur Folge haben: Den Abriss des zerfallenden Feuerwehrgerätehauses mit seiner düsteren Treppenpassage auf den alten Schulhof.

Unterschiedliche Pläne hat Schulte-Lünzow geschmiedet; am besten gefällt ihm die Lösung, bei der das Feuerwehrgerätehaus abgerissen und ein barrierefreier Zugang zum alten Schulhof ermöglicht wird, der auch weiter als Parkplatz genutzt werden könnte. Denn unter dessen Oberfläche könnte die Vergrößerung der Discount-Filiale auf die doppelte Fläche von rund 800 Quadratmeter erfolgen.

Könnte, denn mit einem konkreten Bauantrag zögert der potenzielle Investor noch - mit Blick auf die Entwicklung am Ortsausgang.

Doch gerade dieses Zögern scheint den Willen der Politik, Fakten zu schaffen, zu beschleunigen. „Dem Rat ist der Spatz in der Hand wohl lieber als die Taube auf dem Dach”, interpretiert Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt, denn über die Ideen zu der Markterweiterung am Markusplatz würden schon einige Zeit gebrütet. „Und da hat die Politik offensichtlich abgewogen, was zu tun ist.” Doch das hindere keinen Investor daran, sich auch im Ortskern zu engagieren.
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