Stolberg - Spaß ohne Alkohol und blauen Dunst

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Spaß ohne Alkohol und blauen Dunst

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Während auf den Bühnen so manche akrobatische Nummer gezeigt wird, üben sich die Mitglieder des Arbeitskreises Jugendarbeit im Hintergrund im Spagat. Nichts Anderes ist im Grunde das alljährliche Bemühen, den Spaß in der fünften Jahreszeit und vor allem am Fettdonnerstag mit der Reduzierung des Alkoholkonsums in Einklang zu bringen.

„Das ist eine Aufgabe, die wir eigentlich gar nicht stemmen können”, weiß Markus Stork. Und dennoch haben die Initiatoren, zu denen auch der Jugendsozialarbeiter der Kogelshäuserschule zählt, in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge erzielt.

Jugendliche ab 13 Jahre

Daran wollen sie bei der nunmehr achten Auflage ihrer alternativen Fettdonnerstag-Fete am 3. März anknüpfen. Ort des Geschehens, an dem Alkohol und Zigaretten ausdrücklich nicht erwünscht sind, wird ab 11.11 Uhr wieder das städtische Jugendzentrum „Westside” (Kupfermeisterstraße 3) sein. Eingeladen sind Stolberger Jugendliche ab 13 Jahre, denen bei guter Musik, einem abwechslungsreichen Programm und alkoholfreien Cocktails an diesem Tag eine Alternative zum mitunter exzessiven Treiben auf den Straßen und in den Kneipen und Zelten geboten werden soll.

„Jugend feiert in den Karneval - Fett feiern statt Absaufen” lautet das offizielle Motto der Aktion, deren Notwendigkeit Josef Offergeld unterstreicht. „Wenn ich, wie vor zwei Wochen geschehen, von einer Studie lese, die besagt, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen rückläufig ist, dann werde ich nervös”, berichtet der städtische Jugendpfleger und betont: „Solche Erfolgsmeldungen vermitteln einen falschen Eindruck. Tatsache ist nämlich, dass wir das Problem Alkohol bei Jugendlichen nach wie vor nicht im Griff haben.”

Immerhin aber können die Mitglieder des Arbeitskreises von einer gewissen Besserung berichten. „Noch vor einigen Jahren war der Kaiserplatz übersät mit kleinen Schnaps- und Alkopopflaschen. Das gibt es mittlerweile nicht mehr”, nennt Bezirkspolizist Peter Jussen ein Beispiel. Überhaupt habe das Konfliktpotenzial am Fettdonnerstag abgenommen, was auch an den langfristigen Bemühungen des Arbeitskreises und der gut funktionierenden Kooperation von Stadt, Schulen und Polizei im Rahmen der Ordnungspartnerschaften liege.

Die Jugendfete, das räumt Fachbereichsleiter Willi Seyffarth ein, könne keinen vollständigen Ersatz für eine „klassische Karnevalsfeier” bieten. Weil aber viele junge Stolberger das Angebot annähmen, komme es zu einer zeitlichen und räumlichen Entzerrung des Geschehens zum Auftakt des Straßenkarnevals. Darüber hinaus zeigten die wiederholten Präventionsmaßnahmen im Vorfeld der fünften Jahreszeit ihre Wirkung. „Auch in diesem Jahr werden die Sozialraumteams die Verkaufsstellen von alkoholischen Getränken aufsuchen und mit Buttons und Broschüren auf die bestehenden Jugendschutzbestimmungen aufmerksam machen”, kündigt Seyffarth an.

Das Wort Jugendschutz unterstreicht Josef Offergeld gleich mehrfach. „Es geht um den Schutz der Jugendlichen und ihrer Gesundheit.” In der Verantwortung sieht der Jugendpfleger vor allem die Erwachsenen. „Sie haben eine Vorbildfunktion.” Das gelte für den Umgang mit Alkohol im Elternhaus ebenso wie beim Konsum in der Öffentlichkeit. In die Pflicht nimmt Offergeld dabei auch junge Erwachsene. „Der Jugendschutz funktioniert nur richtig, wenn 19- oder 20-Jährige sich nicht darauf einlassen, für jüngere Geschwister oder Freunde den Alkohol zu besorgen.”

Mehr Schulen einbinden

Ein Manko des Konzeptes gilt es für die Zukunft noch zu beseitigen. „Es ist schade, dass sich nur die Kogelshäuserschule direkt an der Fete beteiligt”, stellt Jörg Beißel, Leiter der KOT St. Josef, mit Blick auf die schwache Resonanz der Stolberger Schulen fest. Während die Ganztagshauptschule den Fetenbesuch im Rahmen des Unterrichts zur Pflicht macht, geben andere Einrichtungen spätestens um 11.11 Uhr frei oder klammern den Fettdonnerstag mit Hilfe eines beweglichen Feiertages komplett aus dem Schulgeschehen aus. „Das ist sicherlich ein Punkt, an dem wir arbeiten müssen”, erklärt Markus Stork und ergänzt zuversichtlich: „Wir sind zwar schon im achten Jahr. Aber wir haben noch viele Ideen für die Zukunft.”

Karten gibt es in den städtischen Jugendtreffs

Die Karnevalsparty im Jugendzentrum Westside beginnt am Fettdonnerstag, 3. März, um 11.11 Uhr. Eingeladen sind Jugendliche aus Stolberg ab 13 Jahre.

Karten sind für den Eintritt am Veranstaltungstag erforderlich und im Vorfeld kostenlos in den städtischen Jugendtreffs Westside, Jam und Remember erhältlich.

Der Arbeitskreis Jugendarbeit setzt sich aus Vertretern des Jugendamtes sowie folgender Einrichtungen, Verbände und Vereine zusammen: SKM Stolberg, SkF Stolberg, Schulsozialarbeit der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße und der Propst-Grüber-Hauptschule, KOT St. Josef, Evangelische Kirchengemeinde Stolberg, Alte Schule Venwegen, Polizei Stolberg, Fachstelle für Suchtberatung Eschweiler, Malteser Hilfsdienst Eschweiler, DRK Stolberg.

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