Stolberg/Eschweiler - Spaß, Bewegung und Bälle für alle

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Spaß, Bewegung und Bälle für alle

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:
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Gressenich kickt gegen Zweifall (pink), Kira Starck, Sophia Herpertz und Celine Peters haben ebenso viel Spaß wie das Team der Liebfrauenschule. Foto: D. Kinkel-Schlachter
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Gressenich kickt gegen Zweifall (pink), Kira Starck, Sophia Herpertz und Celine Peters haben ebenso viel Spaß wie das Team der Liebfrauenschule. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg/Eschweiler. Nachdem unsere Fußballgöttinnen 2003 die Weltmeisterschaft gewonnen hatten, wurden sie schnell wieder dorthin zurückgeholt, wo man(n) sie scheinbar viel lieber sah: in die Küche. „Es gab ein Kaffee- und Ess-Service von Villeroy & Boch“, erinnerte sich die Mädchenbeauftragte des Fußballkreises Aachen Trixi Reichardt und fügte lachend hinzu: „Das wäre so, als ob mein Mann mir zum Geburtstag ein Bügeleisen schenken würde.“

Solche Zeiten, lange ist es ja nicht her, sind glücklicherweise vorbei. Beim gestrigen Tag des Mädchenfußballs bekam jede Klasse, die an den spannenden Turnieren auf dem Werther Sportplatz teilgenommen hatte, einen Fußball.

Zusätzlich ging Wilfried Holten von der SG Stolberg, die den Tag für die Städte Stolberg und Eschweiler zum zweiten Mal auf die Beine gestellt hatte, mit einer Wundertüte herum, aus der sich jedes Mädchen eine kleine Überraschung ziehen durfte.

Alljährlich wird der Tag des Mädchenfußballs vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für Schülerinnen initiiert. Mädchen der Grund- und weiterführenden Schulen sammeln in einem Turnier in kleinen Mannschaften Erfahrungen im Fußballspiel.

So war es auch in Werth: Nach der Premiere im vergangenen Jahren waren dieses Mal doppelt so viele Teilnehmerinnen mit von der Partie: Fast 140 Mädchen im Alter von sieben bis 16 Jahren jagten dem runden Leder hinterher und hatten dabei jede Menge Spaß. Es wurden zwei Turniere ausgetragen, in denen die Grundschülerinnen gegeneinander antraten und drei weitere, bei denen die Mädels der weiterführenden Schulen spielten.

Insgesamt 30 Mannschaften und Ersatzspielerinnen tummelten sich so auf dem Naturrasenplatz und schmückten sich mit kreativen Teamnamen wie „Blue Bears“, „Die Süßen“, „Die Supermädels“ oder „Die Goldbärchen“.

Die Sieger der fünf Gruppen heißen: Silbereisen (Gruppe 1), RS Mausbach (2), Goldbärchen (3), die schnellen Füße (4) und die flinken Füße in Gruppe 5. Lea Schmitz, Annika Englert, Aylin Müller und Reyhan Dilsiz von der Mausbacher Realschule hatten den Sieg schon Wochen vorher im Blick. Schließlich lief es im letzten Jahr schlecht für sie. „Wir zocken alle ab“, sagten sie vor dem Spiel und sollten Recht behalten.

An zusätzlich aufgebauten Technikstationen konnten sich die Nachwuchskickerinnen mit Achim Rodtheut von der Alemannia-Aachen-Fußballschule im Umgang mit dem Ball vergleichen.

„An diesen Stationen und im Wettkampf gegen andere Mädchenteams wird das Interesse für den Fußballsport geweckt“, erklärte SG-Jugendleiter Wilfried Holten. Der Tag des Mädchenfußballs solle insbesondere diejenigen Mädchen ansprechen, die bisher noch nicht in einem Verein aktiv sind.

„Bis 1974 durften Mädchen gar kein Fußball spielen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, sagte Jens Wunderlich vom Fußball-Verband Mittelrhein. „Als ich Zehn war, 1972, wollte ich in Roetgen Fußball spielen und durfte es nicht“, so Reichardt.

Gegen die Bewegungsarmut der Kinder und Jugendlichen kämpfen, das Potenzial in den Schulen sehen, das sind weitere Gründe für den Tag des Mädchenfußballs. „Viele sind leider immer noch der Meinung, dass Fußball nix für Mädchen ist. Wir arbeiten dagegen an – unermüdlich!“

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