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So hat sich die Burg verändert

Von: dö
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Stolberg. Wie sah die Burg im 16. Jahrhundert aus? Welche baulichen Veränderungen hat sie erlebt? Diese Fragen bewegten rund 50 Besucher, die Teilnehmer eines vom Förderverein des Heimat- und Handwerksmuseums organisierten Vortrages in der Torburg waren.

Referent war Christian Altena. Altena, der kürzlich mit dem Titel Magister Artium sein baugeschichtliches Studium abgeschlossen und sich in seiner Abschlussarbeit intensiv mit der Burg beschäftigt hat, nutzte eine Power-Point-Präsentation, um die Besuchern wichtige Fakten und interessante Details zu Bauteilen, Räumen und Funktionen des Kupferstädter Wahrzeichens darzustellen.

Ausgangspunkt seines zweistündigen Vortrages war die 1544 von Egidius von Walschaple erstellte Zeichnung, die der Bauhistoriker zum Einsatz brachte, um den damaligen Entwicklungsstand der Burg zu erläutern. Demnach war die Burg in der Mitte des 16. Jahrhunderts – Besitzer war damals Hieronymus von Efferen – von einem Geschützturm, einem Palasgebäude, einem Anbau, einem weiteren Turm im Westen und einer Schildmauer geprägt. „Diese Bauteile waren erforderlich, weil man die Burg um 1500 zur Festung ausgebaut hat“, erläuterte der 32-Jährige, der im Verlauf seines Vortrages umfangreiches Bildmaterial präsentierte.

Basis des von Altena eingesetzten Materials waren im 18. und 19. Jahrhundert entstandene Zeichnungen sowie Fotos, die den Zustand der Burg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen. Ergänzt wurden die Bilder durch zahlreiche, von Altena selbst erstellte Rekonstruktionszeichnungen, die er als Vertiefung und Veranschaulichung der dargestellten Thematik anwendete. Besonders gut gelang ihm dabei die Gegenüberstellung, die das Burgbild des 16. und 17. Jahrhunderts mit dem Befund des 19. Jahrhunderts verglich. Schließlich hat Moritz Kraus, der die Burg Ende des 19. Jahrhunderts im Stil des Historismus umbaute, bei der Übernahme im Jahre 1887 ein Gebäude vorgefunden, das abgesehen vom ruinösen Geschützturm noch weitgehend intakt war und ein Spiegelbild der um 1700 entstandenen Bausubstanz darstellte. Diese zwischen 1888 und 1909 erfolgten Umbauarbeiten wurden aber von Altena nur kurz gestreift. Vertieft werden sollen die Kraus-Aktivitäten in einem späteren Vortrag.

Eingeleitet hatte der Stolberger Bauhistoriker seinen Vortrag mit Rekonstruktionen, die ein rein hypothetisches Bild der Burg im 12. und 14. Jahrhundert entwarfen. Diese Zeichnungen belegte der 32-Jährige mit großen Vorbehalten. „Sie ist in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts vom Landfriedensbund zerstört worden“, sagte der Bauhistoriker, der am Sonntag, 10. März, um 15 Uhr, die Vortragsbesucher und andere Interessierte zu einem Burg-Rundgang einlädt. Treffpunkt ist dann die Torburg am Luciaweg.

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