Stolberg - Seniorenzentrum erlebt einen weiteren Aderlass

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Seniorenzentrum erlebt einen weiteren Aderlass

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Der Geschäftsführer hat schon im September überraschend seinen Abschied verkündet, nun reißt der Pflegedienstleiter eine weitere Lücke in die Personalplanung des Seniorenwohn- und Sozialzentrums auf der Liester.

Willi Wolters, seit August 2007 außerdem Heimleiter, will sich beruflich verändern und wird den Amselweg wie Harold van Donzel zum 31. Dezember verlassen.

Angesichts der Situation auf dem Pflegemarkt - in der Branche wird offen von Fachkräftemangel gesprochen - dürfte die Suche nach einem Nachfolger Wolters für die Stadt als Betreiberin des Seniorenzentrums schwierig werden. Bürgermeister Ferdi Gatzweiler weiß erst seit zwei Tagen von der Kündigung Wolters.

Am Samstag erscheint eine bundesweite Stellenanzeige, in der zwar die Pflegedienstleitung ausgeschrieben ist, allerdings auch die Möglichkeit offen gelassen wird, zusätzlich die Funktion der Heimleitung auszuüben. Wolter hatte diese 2007 mit übernommen, nachdem die Stadt den damaligen Geschäftsführer und Heimleiter Horst Sillius freigestellt hatte.

Wolters selbst will sich zu seiner Zukunft nicht äußern, er wird aber wohl in der Region bleiben. Im Unfrieden gehe er nicht, außerdem werde er seinen Vertrag bis zum Ende erfüllen: „Ich will ja, dass hier alles vernünftig weiterläuft.”

Auf vollen Touren läuft derweil die Suche nach einem neuen Geschäftsführer, der zum 1. Januar 2011 die Nachfolge von Harold van Donzel antreten kann. „Ich habe auf verschiedensten Ebenen bereits Gespräche geführt”, sagt auf Anfrage Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. Sein Problem: Gesucht wird eine Persönlichkeit, die diese Position in Teilzeit ausübt und zugleich willens und in der Lage ist, die Neuorganisation des Zentrums mit zu gestalten.

„Ich kann nicht einen kompletten Geschäftsführerposten ausschreiben”, macht Gatzweiler deutlich, dass es sich dabei um jemanden handeln muss, der idealerweise aus der Region kommt, um auch logistisch zwei Tätigkeiten miteinander verbinden zu können. Van Donzels Vertrag hatte sich auf 16 Wochenstunden belaufen, der tatsächliche Aufwand dürfte aber, zumindest zeitweise, höher gewesen sein.

Doch Gatzweiler ist, zumindest in Bezug auf den Geschäftsführer, optimistisch: „Es gibt einen Interessenten, der diesen Posten übernehmen und uns begleiten könnte, das Ganze neu zu organisieren und die Eigentumsverhältnisse zu klären.” Dieser habe sich aber noch Bedenkzeit erbeten.

Wie berichtet, will die Stadt als Betreiberin das Seniorenzentrum in private Hände geben, ein Investor ist aber nicht in Sicht. Dies macht Gatzweiler auch an der aus seiner Sicht überhöhten Forderung der Landesentwicklungsgesellschaft LEG fest, die als Eigentümerin 7,8 Millionen Euro für die Immobilie haben will. „Ein Phantasiepreis”, wie der Bürgermeister noch Ende September kritisierte.

Dass durch den bevorstehenden Abgang des Pflegedienstleiters zusätzliche Unruhe unter den Bewohnern entstehen könnte, hofft Gatzweiler nicht. „Im Pflegebereich haben wir Top-Personal, wenn man zum Beispiel sieht, was die Stationsleiterinnen leisten. Da muss man sich keine Sorgen machen.”

Zudem betont der Bürgermeister, Wolters sei bereit, seinen Nachfolger einzuarbeiten. Dazu muss dieser aber erst einmal gefunden werden.
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