Stolberg-Breinig - Seltene Besucher nisten sich ein

Seltene Besucher nisten sich ein

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
Storch / Weißstorch
Seltener Anblick: Mehrere Störche haben es sich zwischen Büsbach, Breinig und Dorff gemütlich gemacht. Foto: K. Linden

Stolberg-Breinig. Einen Abstecher nach Breinig eingelegt haben zahlreiche Störche. Gleich mehrfach an verschiedenen Plätzen wurden die beeindruckenden Vögel gesichtet. Mal war es nur ein einzelnes Tier, mal zwei Weißstörche, die auf Wiesen zwischen Breinig und Kornelimünster, Dorff und Büsbach im Gras staksten.

„Es handelt sich um nichtbrütende Tiere, die umherstreifen”, erklärt Josef Wegge, Leiter der Biologischen Station der Städteregion.

Woher die Störche kommen, weiß niemand. „Es ist theoretisch möglich, dass sie aus einem Zoo entkommen sind.” Dort würden die Tiere in Volieren oder offenen Gehegen gehalten. Damit die Störche nicht fortfliegen, „werden ihre Federn an den Schwingen ein wenig verkürzt. Sie Federn wachsen mit der Zeit nach, werden sie nicht rechtzeitig gestutz, ist der Storch wieder flugfähig”, so der Diplom-Biologie. Ebenso möglich sei, dass es wild lebende Störche aus dem Raum Viersen / Heinsberg oder Niederrhein seien. In Anrath brütet nach 100 Jahren erstmalig wieder ein Storchenpaar erfolgreich.

Die Breiniger Störche könnten keine Jungvögel sein, die in diesem Jahr geschlüpft sind. „Dafür wäre es noch zu früh”, sagt Wegge. Ab April dreht sich bei den Störchen alles um die Familienplanung. Durchschnittlich 34 Tage dauert es, bis aus einem Storchenei, etwa doppelt so groß wie ein Hühnerei, ein kleiner Meister Adebar schlüpft.

Im August beginnen die jungen Störche mit den Flugstunden. Bis sie kräftig genug sind, um den elterlichen Horst zu verlassen, geht es dem Monatsende zu.

Dass sich in Stolberg ein Storchenpaar niederlassen würde, hält Ornithologe Michael Jöbges vom Landesumweltamt in Recklinghausen für unwahrscheinlich. „Die Stolberger Landschaft ist für Störche nicht ideal.” Störche bevorzugen feuchte Wiesen, Flussniederungen und Sumpflandschaften. Auf der Speisekarte von „Meister Adebar” findet sich allerlei Kleingetier, vor allem Lurche, Mäuse, Fische, Insekten und Aas.

Der Weißstorch gilt als Nahrungsopportunist. Er ist auf keine bestimmte Beute spezialisiert, sondern nimmt mit dem Vorlieb, was ihm vor den Schnabel kommt. „Zu fressen finden die Vögel jetzt genug”, versichert Jöbges. Beifütterung ist bei einem gesunden Tier weder nötig noch sinnvoll.

Vielmehr sollte man die Tiere in Ruhe lassen und sich aus der Ferne ihres Anblicks erfreuen.
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