Seit 20 Jahren ist Thomas Schellhoff der Chef im Bethlehem-Krankenhaus

Von: Stefan Schaum
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Chef, Verwalter, Ansprechpartner: Für Thomas Schellhoff, Geschäftsführer des Bethlehem-Gesundheitszentrums, ist der Umgang mit seinen Kollegen auch eine familiäre Angelegenheit. Foto: Stefan Schaum

Stolberg. Schwer zu sagen, welches von beiden das ehrgeizigere Vorhaben war: Das Stolberger Krankenhaus zu modernisieren und zu erweitern – oder sich die Namen aller seiner Mitarbeiter einzuprägen? Wohlgemerkt: Das sind gut 1000 Menschen. Beide Ziele hatte Thomas Schellhoff jedenfalls auf dem Zettel, als er vor gut 20 Jahren als Verwaltungsdirektor begann.

Und die hat er auch erreicht. Wenn er heute durch die Gänge geht – auch durch die vielen neuen – dann ist ihm so ziemlich jedes Gesicht vertraut. „Ich hätte nie irgendwo arbeiten wollen, wo man die Kollegen nicht kennt. Die soziale Komponente ist mir extrem wichtig.“

Die tägliche Runden

Der 55-Jährige ist genau der Typ Chef, den die Mitarbeiter mögen. Einer, der auf seinen täglichen Runden durch das Gebäude auch mal stehen bleibt und Zeit für ein paar persönliche Worte hat. Derzeit gibt es besonders viel zu besprechen, denn die 150-Jahr-Feier des Bethlehem-Krankenhauses im Jahr 2013 soll ein dickes Ding werden. „Wir machen da ein richtig schönes Ereignis für ganz Stolberg draus“, sagt er.

Viele richtige Entscheidungen

Mancher behauptet, dass Thomas Schellhoff etwas richtig Schönes aus dem Krankenhaus gemacht habe. Doch so viel Lob hört der Diplom-Kaufmann nicht gern. Das sei ja nun nicht allein sein Verdienst, sagt er dann. „Die Qualität unserer Mitarbeiter zeigt, dass wir gemeinsam viele richtige Entscheidungen getroffen haben.“ Und da ist es schon wieder, das Wir-Gefühl.

Eine der ersten Amtshandlungen am neuen Arbeitsort war für ihn 1992 die Eröffnung des Bildungs- und Gesundheitszentrums. Dort kann sich nicht nur das Personal fortbilden. Angehörige können lernen, wie sie ihre Lieben daheim pflegen können. Das Zentrum für ambulante Physiotherapie, die Tagespflegeeinrichtung auch für Demenzkranke, die neuen Computertomographen und modernen Ultraschallgeräte – wenn der Vater von drei Töchtern all die Dinge aufzählt, die unter seiner Regie auf den Weg gebracht wurden, dann klingt das stets familiär.

1100 Geburten pro Jahr

Dass das Krankenhaus mit rund 1100 Geburten pro Jahr das nachwuchs- stärkste in der Städteregion Aachen ist, passt da ganz gut ins Bild. Eine neue Fassade und die Auslagerung der Cafeteria waren die letzten größeren Veränderungen im Haus.

„Wir sind auf dem neuesten Stand, auch medizinisch. Es gibt bei uns keine Disziplin mehr, in der nicht mikrointensiv operiert wird.“ Eigentlich könnte der Chef da ganz zufrieden sein. Ist er auch, aber nur beinahe. Denn die Politik mache ihm das Verwalten richtig schwer. „Als ich angefangen habe, kam vielleicht alle drei Jahre ein neues Gesetz. Jetzt ändert sich jährlich was.“ Und das nicht zu Gunsten der Kliniken, wie er betont. „Bei der Finanzierbarkeit werden ständig neue Hürden vor uns aufgetürmt“, sagt er. „Langfristige Planungen sind da gar nicht mehr drin.“

„Ich bin ein Optimist“

Er wird solche Herausforderungen angehen, wie er es stets zu tun pflegt: „Ich bin ein Optimist – aber realitätsnah genug, um zu erkennen, wann es schwierig wird.“ Und letztlich wird es so sein, wie es im Bethlehem-Krankenhaus immer ist. „Wir werden die Probleme schon irgendwie lösen.“ Gemeinsam, versteht sich.

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