Stolberg - Schwerer Verlust für das kulturelle Leben in der Stadt

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Schwerer Verlust für das kulturelle Leben in der Stadt

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Der Kammerchor der VHS begeisterte mehr als vier Jahrzehnte lang die Zuhörer. Jetzt ist er aufgelöst. Sicher ein Verlust für das Musikleben in der Stadt Stolberg. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Der Kammerchor der Volkshochschule Stolberg ist aufgelöst. „Chorleiter Klaus Weiß hat mich informiert, dass er das Dirigat niederlegt und keinen Nachfolger gefunden hat“, erklärt Elfriede Lechthaler, Leiterin der VHS.

Außerdem sei das Ende des Chores absehbar gewesen, meint Norbert Steffens, der fast drei Jahrzehnte in dem gemischten Ensemble gesungen hat und Vorsitzender des Stadtverbands der musikausübenden Vereine ist: „Bei einem Chor geht es ja nicht um die reine Anzahl der Mitglieder, sondern darum, dass alle Stimmen entsprechend besetzt sind. Und uns fehlte schlichtweg der Nachwuchs.“

Aus VHS-Kurs entstanden

Weiß hatte 1976 einen VHS-Kurs Chorgesang angeboten, was quasi die Geburtsstunde des Kammerchors war. Fortan zahlten die Mitglieder des Ensembles Kursgebühren an die Volkshochschule, und die VHS entlohnte den Dirigenten als Kursleiter und hat einen Teil des Notenmaterials gestellt.

Der gemischte Chor hat mit unzähligen Konzerten in der Kupferstadt die Zuhörer begeistert und Chorfahrten mit dazugehörigen Konzerten unternommen. „Dabei war immer unser Motto, die Lieder wenn möglich in der Originalsprache zu singen. Das ist uns auch in Schweden und auf Zypern gelungen“, beschreibt Steffens.

Ob in Österreich, an der Mosel oder in unserer Region ließ der Kammerchor Lieder in deutscher, englischer, französischer, italienischer, spanischer, ungarischer, griechischer und schwedischer Sprache erklingen. Ein unvergessener Höhepunkt für Musikliebhaber war das Verdi-Requiem mit dem Büsbacher Männergesangverein in der ausverkauften Liester-Kirche. Das letzte Konzert in Eigenregie gab der Chor 2016, war aber auch 2017 noch aktiv – etwa bei dem Gemeinschaftskonzert Choriade im Museum Zinkhütter Hof oder bei dem offenen Adventssingen im Rahmen der Kupferstädter Weihnachtstage auf dem Kaiserplatz.

„Der Kammerchor war ein Aushängeschild für Stolberg und natürlich auch für die VHS. Dass es ihn nicht mehr gibt, ist ein Verlust für das kulturelle Leben in unserer Stadt“, bedauert Elfriede Lechthaler. Für Norbert Steffens könnte das Ende des Chors gleich mehrfach bedauerlich sein, aber immerhin gibt es eine gute Nachricht der Schadensbegrenzung aus Sicht des Musik-Stadtverbands: „Der Kleine Chor Breinig-Schevenhütte wird bei der Choriade als gemischtes Ensemble singen, so dass dem Gemeinschaftskonzert zahlenmäßig kein Chor verloren geht. Das gilt auch für den Stadtverband: Der Kleine Chor ist dem Verband beigetreten, so dass weiterhin 13 musikausübende Gruppen angeschlossen sind“, führt Steffens aus.

Als Sänger des Kammerchors fügt er hinzu: „Im Namen aller Chormitglieder möchte ich mich herzlich bei der VHS für die jahrzehntelange Unterstützung bedanken. Es war ein tolles Engagement der VHS, das seines Gleichen sucht.“ Als Vorsitzender des Musik-Stadtverbands wünsche er sich, dass die Musikszene in der Kupferstadt mehr Aufmerksamkeit seitens der Bürger erhalte, sowohl in Form von Konzertbesuchen, als auch durch aktive Mitwirkung in Chören und Orchestern. „Außerdem könnten die Stolberger Musikmacher mehr an einem Strang ziehen und stärker zusammenarbeiten statt nebeneinander.“

 

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