Schweinegrippe: Ansturm hält sich in Grenzen

Von: kolja linden
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Der Ansturm hält sich in Grenzen: In Stolberg nutzen nicht viele Menschen das Impfangebot.

Stolberg. Es ist die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik, die gerade angelaufen ist. 50 Millionen Dosen hat der Bund bestellt. Nur: Viele wollen sich offensichtlich gar nicht impfen lassen.

„Die Resonanz ist sehr, sehr niedrig”, sagt Dr. Stephan Schmitt, Allgemeinmediziner in Stolberg, der als Betriebsarzt auch für die Mitarbeiter des Bethlehem-Krankenhauses zuständig ist. Aber selbst im medizinischen Bereich, also bei Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern, sei die Nachfrage eher gering, so Schmitt.

Dabei sind genau diese Leute die ersten, die in den Genuss der Impfung kommen sollen. Und das aus gutem Grund: Immerhin stehen sie in direktem Kontakt mit Patienten, gelten also als besonders gefährdet, das H1N1-Virus einzufangen oder weiterzugeben. „Ich denke, dass die Impfung bei medizinischem Personal empfehlenswert ist”, sagt deshalb auch Dr. Schmitt. „Ansonsten halte ich mich mit einer Impfempfehlung aber eher zurück.”

Auch das tut er aus gutem Grund. Erstens gebe es sehr unterschiedliche Meinungen zu Wirkung und Nebenwirkungen des Präparats Pandemrix, zweitens sei der Verlauf der Erkrankung zumindest in Deutschland bisher eher milde.

Neben medizinischem Personal sollen auch Polizei und Feuerwehr zu den ersten gehören, die geimpft werden, in manchen Städten gilt das auch für besonders gefährdete Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst. Ob das auch in Stolberg so sein soll, darüber entscheidet am Dienstag der Verwaltungsvorstand.

Wenn der Verdacht auf Schweinegrippe besteht, so empfiehlt Schmitt dringend, vor dem Arztbesuch anzurufen und den Verdacht bzw. die Symptome mitzuteilen. „Dann kann sich der Arzt darauf vorbereiten”, sagt er. In seiner Praxis zum Beispiel werden Patienten mit Verdacht auf das H1N1-Virus sofort isoliert, damit sie nicht im Wartezimmer auf andere Patienten treffen.

Den Verlauf der H1N1-Grippe und die Erkenntnisse über den Impfschutz wird Schmitt weiter beobachten. „Da kann es durchaus sein, dass ich in sechs oder acht Wochen zu einer anderen Einschätzung komme.”
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