Schwangere erwürgt: Anklage wegen Mordes

Von: Jürgen Lange
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Tatort Cockerillstraße: In der gemeinsamen Wohnung erwürgte der angeklagte 20-Jährige seine schwangere Ehefrau. Foto: J. Lange

Stolberg/Eschweiler. Zügig hat die Aachener Staatsanwaltschaft aufgeklärt: Keine sechs Wochen nach der grauenvollen Tat erhebt sie gegen einen 20 Jahre alten Mann aus Stolberg Anklage wegen Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Schwangerschaftsabbruch.

Das Opfer war seine im vierten Monat schwangere, 18-jährige Ehefrau. „Der Angeklagte hat die ihm zur Last gelegte Tat in vollem Umfang eingeräumt”, erklärte Dr. Jost Schützeberg.

Der türkische Staatsangehörige habe sich am Abend nach der Tat freiwillig den Behörden gestellt und sitzt seitdem in Haft, sagte der Pressesprecher der Aachener Staatsanwaltschaft.

Die Tat ereignete sich in gegen drei Uhr in den frühen Morgenstunden des 15.März in der gemeinsamen Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Cockerillstraße. „Probleme in der Ehe, die schon zuvor von körperlichen Auseinandersetzungen begleitet wurden,” sind laut Dr. Schützeberg ursächlich für die Tat.

Ihr am Vorabend vorangegangen war nach Aussagen von den in Eschweiler lebenden Verwandten ein Versuch zur Aussprache des erst seit Dezember verheirateten Ehepaars. Schon mehrfach zuvor hatte die Polizei eingreifen müssen, um den dort als gewalttätig bekannten Ehemann zu bändigen.

Als dann an dem Montagvormittag die 18-jährige Schwangere für ihre Eltern in Eschweiler nicht zu erreichen war, schaute die Mutter mit ihrem Onkel mittags in der Wohnung in Münsterbusch nach und entdeckten dort die erwürgte junge Frau. Derweil fahndete die Polizei nach dem tatverdächtigen Ehemann. Der stellte sich am späten Abend den Beamten.

Neben der Anklage wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzungen wegen der Misshandlungen, die die 18-Jährige erdulden musste, wird dem Beschuldigten Schwangerschaftsabbruch nach §167;218 StGB zur Last gelegt. Laut Strafgesetzbuch können Tötungsdelikte nur an Menschen verfolgt werden.

Das Menschsein beginne juristisch gesehen erst mit den Entbindungswehen. Somit werde der Tat des viermonatigen ungeborenen Lebens als Schwangerschaftsabbruch verfolgt. Allein dieser Vorhalt kann mit Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Die 1. große Jugendkammer des Landgerichts Aachen ist zurzeit mit der Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens befasst.
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