Stolberg - Schutz vor Hochwasser und eine bessere Gewässergüte

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Schutz vor Hochwasser und eine bessere Gewässergüte

Von: Jürgen Lange
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Kontinuierlich wird die L12 hinter Nachtigällchen gesäubert. Bis Weihnachten wird die Kanalbaustelle den Verkehr beeinträchtigen. Foto: J. Lange

Stolberg. Ganz schön eng ist es für die Mitarbeiter des Tiefbauunternehmens, sich vom Vichtbach entlang der Kurt-Schmucher-Straße bergauf zu graben. Bei halbseitiger Sperrung der verkehrswichtigen Landesstraße12 verlegen sie eine neue Rohre mit einem Durchmesser von 1200 Millimeter zur Abwasserbeseitigung.

Genauer gesagt einen so genannten Abschlagssammler, der bei starken Regenereignissen die überschüssigen Fluten aus dem oberhalb liegenden Regenüberlaufbecken in Richtung Vichtbach transportiert.

Rund 1,7 Millionen Euro nimmt der Wasserverband Eifel-Rur hier in die Hand, um in Hochwasserschutz und Wassergüte zu investieren. Denn der sonst so beschauliche Mausbach mit seinem Einzugsgebiet kann bei Hochwasser zu einem echten Problem werden. Das Bächlein führt eigentlich nur bei Regen ein wenig Wasser.

Anders sieht es allerdings aus, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet. Dann erreicht das zu klein dimensionierte Regenüberlaufbecken schnell die Grenzen seiner Kapazität und schlägt in den Vorfluter ab. Ein Problem dabei ist die Mischwasserkanalisation in Mausbach. Denn bei Starkregenereignissen vermischt sich der harmlose Regen mit Abwasser und fließt bislang dort in den Vichtbach, wo dieser im Trinkwasserschutzgebiet Nachtigällchen liegt.

Um das zu vermeiden wird der Einlauf der neuen Abschlagsleitung weiter unterhalb der Vicht in die Höhe der Werkshallen von Leoni-Kerpen verlegt. Von dort arbeitet sich das Tiefbauunternehmen bergauf vor in Richtung Regenüberlaufbecken, wobei auch die bislang zu klein dimensionierte Straßenquerung ertüchtigt wird. Denn bislang war die Verrohrung des Mausbaches am Steinbruch so klein, dass Wasser immer wieder die Landesstraße überflutete.

Nach einer Strecke von gut 460 Meter wird das Regenüberlaufbecken auf dem Gelände der ehemaligen Mausbacher Kläranlage erreicht. Rund 2000 Kubikmeter fasst das Becken derzeit. Das Volumen wird ebenfalls in Form eines offenen Betonbeckens nahezu verdoppelt auf 3900 Kubikmeter.

Voraussichtlich bis Weihnachten werden die Arbeiten so weit gediehen sein, dass die Landesstraße von den Baugeräten wieder befreit sein kann, kalkuliert Werner Förster, Projektleiter beim WVER. Vorausgesetzt natürlich, dass das Wetter weiter mitspielt und der im Boden befürchtete Fels nicht stärker als bislang ausgeprägt ist.

Weil beim Ausbau des Beckens auf dem Gelände der Kläranlage zwei Tümpel entfallen, muss der WVER sechs neue an sonnenexponierten Standorten anlegen, die der geschätzten Gelbbauchunke als Laichgewässer dienen sollen.

Hat der Wasserverband das Regenüberlaufbecken fertig gestellt, wird voraussichtlich Anfang kommenden Jahres die Stadt zum Bagger greifen: Dann steht die Sanierung des verrohrten Mausbaches nebst der Verbindung zum Regenüberlaufbecken zur Vergabe an.

Um den hydraulischen Engpässen zu begegnen plant die Stadt, ein zusätzliche Rohrleitung mit einem Durchmesser von 1000 Millimeter entlang der Landesstraße zu bauen. Die Offenlegung des Mausbaches im Bereich der Vichter Straße und damit verbunden eine Aufwertung des Stadtbildes hatten die Anlieger vor zwei Jahren abgelehnt.
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