Schule zur Kaiserzeit im Torburg-Museum

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
5785740.jpg
Haben für die Besucher der neuen Präsentation zur Stolberger Schulgeschichte im Torburg-Museum einen Ringbuchordner als Lesebuch gestaltet: die Ausstellungsmacher (von links) Jürgen Griesel, Roland Fuchs und Hermann Frantzen. Foto: C. Hahn

Stolberg. Spätestens nach sechs Wochen musste der Rohrstock wieder gewässert werden – damit der nächste Schlag auch noch weh tat. Die Lektionen des Lehrers hielt die Jungen und Mädchen nicht mit iPhone oder Laptop, sondern im Schulheft mit metallenen Schreibfedern, die auf hölzerne Federhalter gesteckt wurden, fest.

Und falls die Tafel aus der Schulbank nicht mehr zu sehen war, kam die kleine Drahtbrille mit kreisrunden Gläsern auf die Nase.

Diese und andere Erinnerungen weckt ein neuer Teil der ständigen Ausstellung im Torburg-Museum, der am Wochenende von den Ausstellungsmachern Professor Dr. Roland Fuchs, Vorsitzenden des Fördervereins, Geschäftsführer Jürgen Griesel und ihrem Mitstreiter Hermann Frantzen der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind.

Griff in die Schatzkiste

„Schule zur Kaiserzeit, Schule in Stolberg“ ist diese frisch zusammengestellte Präsentation betitelt. Dass ihre Gestalter dabei nicht (mehr) auf Zeitzeugen zurückgreifen konnten, liegt dabei auf der Hand. Trotzdem freuen sie sich, dass ihnen nach einem Aufruf in dieser Zeitung die Stolberger so viele Ausstellungsstücke in die Hand gegeben haben: Schreibgeräte, Hefte sowie verschiedene Federn beispielsweise.

Aber nicht nur in dieser Hinsicht haben Fuchs, Griesel und Frantzen in die Schatzkiste gegriffen: Neben Rohrstöcken aus Haselgerte und Rattan stellten die Spender reichlich alte Klassenfotos und Schulbücher zur Verfügung – Letztere so reichlich, dass ihnen im Museum ein eigenes Regal eingeräumt wurde.

Gegliedert haben die Macher ihre Schau, wie Roland Fuchs bei der Eröffnung ausführte, in insgesamt sieben Bereiche. Der Geschichte der Schulpflicht wird dabei ebenso ein Kapitel eingeräumt wie der Prügelstrafe. Neben diesen, die lokalen Aspekte überspannenden Sektoren, kommen auch spezielle Stolberger Gesichtspunkte zum Tragen. So beispielsweise die erste öffentliche Schule der Stadt im Jahre 1840 mit Klassengrößen bis um die 100 Schüler oder das Leben und Wirken von Lehrer Ernst Grüber, Dichter des Liedes „Der Vogelsänger“. Das um ihn herum zentrierte Familienfoto, anno 1910 entstanden, gehört jedenfalls zusammen mit dem Rechner aus längst vergangenen Tagen, einem Abakus, zu den stärksten optischen Eindrücken.

Manche Exponate jedoch sind nicht nur Teil der Geschichte, sondern erzählen auch selbst Geschichte(n). Dazu zählt des Heft von Karl Fred Dahmen mit seiner bunten Szenerie, aber auch das Harmonium, das Roland Fuchs aus der Zweifaller Schule ins Museum geholt hat. Diese Instrument ist übrigens heute noch spielbar – und macht so mit deutlich, dass die Stolberger Schulgeschichte eine sehr lebendige Angelegenheit ist – nicht zuletzt dank der engagierten Macher vom Torburg-Museum.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert