Stolberg - Schützen feiern 127.800 Tage Heimattreue

Schützen feiern 127.800 Tage Heimattreue

Von: Heike Eisenmenger
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Ein feierlicher Umzug war für das Königspaar Pflicht. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Wenn man mal über den Daumen gepeilt rechnet, sind rund 127.800 Tage seit der Gründung der St.-Sebastianus-Schützen-Bruderschaft Stolberg vergangen. Das sind 350 Jahre, in denen die Schützen Heimattreue und Traditionsbewusstsein bewiesen haben.

Prominente Schirmherren

Das 350. Jubiläum mit dem Festzug am Sonntag krönte die Kupferstädter Stadtkirmes, die Stolberg in einen großen Rummelplatz verwandelte. Für die Schirmherrschaft ihres Jubiläumsfestes hatten die Schützen prominente Bürger gewonnen: Gräfin Jeanette Beissel von Gymnich und Michael Wirtz, Vorsitzender im Beirat der Europäischen Stiftung „Aachen Dom”, stellten sich im Sinne der Heimattreue gerne als „Zugpferde” zur Verfügung.

Wie das Auftaktfest am Freitag mit den „Karamba Männcher”, so war auch der Königsball am Samstag mit den „Altstadtmusikanten” als Open-Air-Veranstaltung aufgezogen. Die Idee, auf dem Kaiserplatz in lockerer Atmosphäre zu feiern, kam bei den Gästen wie auch den Vereinsmitgliedern gut an.

Im 350. Gründungsjahr Jubelkönigin zu sein, das ist schon etwas Besonderes: Für die 39-jährige Sabine Doncks, die zum ersten Mal die Königskette trug, war es denn auch ein glanzvoller Auftritt.

Der Name Doncks ist untrennbar mit den St.-Sebastianus-Schützen Stolberg verbunden. Fast jedes Familienmitglied hat eine Funktion im Verein. Ehrensache, dass Sabine als Ehefrau von Stefan Doncks - er ist der Geschäftsführer und stellvertretender Brudermeister - ganz im Familiensinne mindestes einmal im Leben das Königssillber trägt. Wenn sie ihrem Mann das Wasser reichen will, muss sie sich allerdings noch ein wenig anstrengen: Ihr Gatte war bereits fünf Mal Schützenkönig seines Vereins.

Wie die Eltern, so der Sohn: Auch Sebastian Doncks ist im Verein aktiv: Der Zwölfjährige ist der neue Schülerprinz der St.-Sebastianus-Schützen. Zuvor war er der Mini-Prinz - dieses Amt hat seit dem Wochenende Christoph Jahnke.

Mit dem Korken auf Lego-Vogel

„Mini-Prinz ist ein Amt, das wir für die Kinder im Verein zur sportlichen Motivation geschaffen haben”, erklärt Stefan Doncks. Kinder dürfen erst mit dem Erreichen des zwölften Lebensjahres mit dem Luftgewehr schießen. Bis zum Erreichen der Altersstufe trainieren sie mit einer modernen Laseranlage. „Beim Ausschießen des Mini-Prinzen schießen die Kleinen mit Korken auf einen Vogel aus Legosteinen”, erzählt Stefan Doncks.

Mit einem Luftgewehr sicher umzugehen weiß die neue Jugendprinzessin Marina Contzen. Jubelkönigin, Jugendprinzessin, Schülerprinz und Mini-Prinz standen am Sonntag im Mittelpunkt. Beim großen Festzug durch Stolberg - rund 25 Gruppen, darunter allein fünf Musikkapellen - zogen bejubelt von den Anwohnern durch die Straßen. Sabine Doncks und ihr Prinzgemahl wurden gar in einer Kutsche sitzend durch ihre Heimatstadt gefahren. Dabei winkten sie fröhlich den Menschen am Straßenrand zu und machten den Eindruck, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Vor dem Festzug fand der Frühschoppen auf dem Kaiserplatz statt, für den die Schützen die „Oberländer Buam” verpflichtet hatten. Am Abend ging ein Jubiläumsfest zu Ende, das die Erwartungen der Schützen noch übertroffen hat. Und wer weiß? Vielleicht wird in 350 Jahren beziehungsweise 127750 Tagen eine Jubelkönigin oder ein Jubelkönig in der Festschrift der Schützen blättern und lesen, wie man damals, anno 2009, ein Gründungsfest feierte.

Ausstellung läuft noch bis nächsten Montag

„350 Jahre Tradition und Fortschritt”, unter diesem Motto feiert die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Stolberg-Mitte ihr langjähriges Bestehen. Tradition und Fortschritt sind aber auch Werte, denen sich die Schützen verpflichtet fühlen.

Am Montag ist die viertägige Schützenkirmes zu Ende gegangen, aber noch bis Montag, 6. Juli, ist die gleichnamige Ausstellung in der Sparkassenfiliale an der Rathausstraße zu sehen.

Zu den Öffnungszeiten der Sparkasse geben dort zahlreiche Ausstellungsstücke einen Einblick in das Vereinsleben und das Wirken der katholischen Bruderschaft in den vergangenen 350 Jahre.
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