Schrottdiebe werden zum echten Ärgernis für die Stadt

Von: Robert Flader
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Stolberg. Sie kommen meistens in der Abenddämmerung oder gleich erst nachts, nehmen sich, was sie brauchen und verschwinden wieder. Zurück bleibt meistens nichts - außer einem Haufen Ärger.

Die Rede ist von so genannten Schrottdieben, die im Stadtgebiet im Zuge von Sperrmüll angemeldete Altmetalle und Elektroabfälle abgreifen und so die von der Stadt beauftragten Entsorgungsfahrzeuge regelrecht vorführen.

Die Stadt bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Vorfälle, die in fast jedem Stadtteil zu beobachten seien, Tendenz steigend. „Es sieht dann meistens so aus, dass das Fahrzeug die Adressen umsonst anfährt und der Stadt der Schrotterlös entgeht”, sagt die städtische Pressesprecherin Petra Jansen.

Weniger als ein Viertel bleibt übrig

Das seit Juni 2010 für die Entsorgung zuständige Unternehmen EGN würde im wahrsten Sinne immer öfter mit leeren Händen dastehen. Zwischen Anfang Januar und Ende Mai 2011 seien 3189 Anmeldungen für Sperrmüll bei der Stadt eingegangen - an ganzen 786 Stellen wäre tatsächlich noch Schrott abzuholen gewesen, also weniger als ein Viertel.

Der Stadt entgehen also nicht nur Erlöse, es enstehen unnötige Anfahrtskosten, erklärt Petra Jansen. „Natürlich kann man das theoretisch zur Anzeige bringen, denn es handelt sich um Diebstahl.” Doch vielmehr als ein „ein Zeichen setzen” gegen einzelne Diebe sei das auch nicht, geschweige denn eine nachhaltige Lösung.

Umverteilung der Kosten

Diese könne vielmehr so aussehen, dass die Abfallgebühren steigen, da die Schrotterlöse genauso wie beispielsweise Papiermüll zur Stabilisierung der Gebühren beitragen und die Kosten somit umverlagert werden müssten.

So weit sind die Konsequenzen zwar noch nicht geplant, doch die Stadt will sich zeitnah Gedanken über das weitere Vorgehen machen. Zunächst sollten, betont Petra Jansen, Altmetall und Elektroschrott nicht schon am Vortag, sondern erst am Morgen der Abholung bis etwa 7 Uhr an die Straße zu stellen.

So bliebe den dreisten Dieben nicht genug Zeit. „Wir wissen aber auch”, sagt Petra Jansen, „dass nicht alle Anwohner die Möglichkeit haben, erst morgens den Müll abzustellen.”
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