Schottische Wettkämpfe: Sport mit Baumstämmen und Hufeisen

Von: Kristina Toussaint
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Ein neuer Verein: In Stolberg gibt es nun die Highland Battle Beasts. Zu den Disziplinen gehört auch der so genannte Timberwalk. „Durch!“ schreit der hinterste Läufer, wenn bei diesem das Ende des Baumstamms die Slalomstange passiert hat. Foto: K. Toussaint
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Der „Stone of Manhood“ ist erfolgreich auf das 1,20 Meter hohe Podest befördert worden. Foto: K. Toussaint

Stolberg-Atsch. „Schwingen, schwingen und dann explodieren und das Ding senkrecht nach oben schießen lassen!“ An der Trainingsstation für die Disziplin „Weight over Bar“ hört man Sascha Voigt diesen Satz sehr oft rufen. Der Trainer der neugegründeten Vereins Highland Battle Beasts Stolberg wird nicht müde, seinen neuen Teamkollegen zu erklären, wie man das siebeneinhalb Kilo schwere Metallgewicht rücklings in die Luft befördert – möglichst über die höchste der Markierungen an dem sechs Meter hohen Gestell.

Zehn Disziplinen trainieren die Battle Beasts auf dem Sportplatz des Spielvereins ASA Atsch, alle abgeleitet von den traditionellen Wettkämpfen, in denen sich die Schotten bei ihren Clantreffen maßen. Neben geballter Muskelkraft, die unter anderem gebraucht wird, um den rund 90 Kilo schweren „Stone of Manhood“ auf eine Plattform zu hieven, sind in anderen Disziplinen wie dem „Timberwalk“ oder dem Hufeisenwerfen auch Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt.

Ging es bei den Highland Games einst darum, die stärksten und schnellsten Männer Schottlands zu finden, die dann die Chance hatten, in die Leibwache des Königs einzutreten, geht es heute vor allem um den Spaß. In den „Heavy“-Disziplinen können sich zwar auch Einzelsportler miteinander messen, Voigt will mit seinem Verein aber vor allem in die Team-Wettkämpfe einsteigen. Neben den Einzeldisziplinen muss das Team einen Baumstamm möglichst schnell um einen Slalom-Parcours manövrieren oder sich im Tauziehen gegen das gegnerische Team beweisen.

Überschlag in der Luft

Und in den sechs Personen umfassenden Teams sind nicht nur starke Männer vertreten: In gemischten oder reinen Frauen-Teams lassen auch Frauen einen rund fünf Meter langen Baumstamm einen Überschlag in der Luft machen oder werfen mit einer Mistgabel einen gefüllten Strohsack möglichst hoch. Die Gewichte werden dabei zwar angepasst, die einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist jedoch für alle gleich: Wer ein Highlander sein will, muss einen Kilt tragen.

Voigts großes Ziel ist es, mit den Battle Beasts an Highland Games in ganz Nordrhein-Westfalen teilzunehmen. Dafür will der Stolberger Verein möglichst zwei Männer-, ein Frauen- und ein Jugendteam aufstellen. Und die traditionelle Sportart kommt gut an: „Beim zweiten Training hatten wir jetzt schon 15 mehr oder weniger aktive Mitglieder“, so Voigt, der den Sport selbst seit dreieinhalb Jahren betreibt.

Während es im Ruhrgebiet schon viele Highland-Vereine gibt, ist der Sport in der Region noch kaum verbreitet: Abgesehen von Kreuzau in der Rureifel musste man bis vor kurzem bis nach Lüttich fahren, um Highland Games zu betreiben. Beim zweiten Training gab es bereits Besuch von zwei Highland Sportlern aus Belgien.

Erst vor gut zwei Wochen hat das erste Training der Highland Battle Beasts Stolberg stattgefunden, Anfang Juli haben die Mitglieder der ersten Stunde aber schon am ersten gemeinsamen Wettkampf in Coesfeld teilgenommen – und im gemeinsamen Team mit dem Oekhovener Highland Verein aus dem Rhein-Kreis Neuss den dritten Platz geholt.

Kein Konkurrenzkampf

„Auf den Games ist immer eine super Atmosphäre“, so Vereinsmitglied Bianca, die vor einem knappen Jahr auf den Schotten-Sport gekommen ist. An Konkurrenzkampf sei bei den ein bis zwei Tage dauernden Veranstaltungen nicht zu denken. „Bei den Highland Games ist es, als käme eine große Familie zusammen.“ Der Ehrgeiz sei dabei gar nicht, besser zu sein als die anderen. „Es macht aber Spaß, sich selbst zu übertreffen.“

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