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Schon zu Lebzeiten an die Erben denken

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Stolberg. Dr. Stefan Schmitz, Notar aus Stolberg, referierte bei der Mitgliederversammlung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Stolberg zum Thema „Vermögenswerte im Erbfall sichern“.

Die gesetzliche Erbfolge greift, wenn der Erblasser kein Testament aufgesetzt und auch keinen Erbvertrag abgeschlossen hat. Stirbt einer der verheirateten Eheleute, so erbt der andere Ehepartner 50 Prozent, und die Kinder teilen sich die restliche Hälfte. Bei einer Patchworkfamilie geht ebenfalls die Hälfte an den verbleibenden Ehepartner und die anderen 50 Prozent an alle Kinder aus dieser Familie, alle Kinder haben hier gleiche Rechte. Hat das Paar keine Kinder gehen drei Viertel des Vermögens an den verbleibenden Partner, das restliche Viertel an die eventuell noch lebenden Eltern. Diese und viele weitere nützliche Informationen gab Dr. Stefan Schmitz, Notar aus Stolberg, bei der Mitgliederversammlung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Stolberg in seinem Referat „Vermögenswerte im Erbfall sichern“ preis.

So erfuhren die Mitglieder und Gäste auch, dass beim Testament zwischen handschriftlichem ohne Notar, gemeintschaftlichem - auch „Berliner Testament“ für Eheleute genannt - und notarieller Form als Testament oder Erbvertrag unterschieden wird. Während für das handschriftliche und gemeinschaftliche Testament ein Erbschein erforderlich ist, bedarf es bei der notariellen Form keines solchen. Ein weiterer Unterschied sind der Zeitverlust und die höheren Kosten, denn das Anfordern der Erbscheine beim Nachlassgericht dauert und kostet zusätzlich Geld. Zudem unterliegt das „Berliner Testament“ einer Bindungswirkung. Für das Unternehmertestament muss die Vererblichkeit von Anteilen an Gesellschaften im Gesellschaftsvertrag geprüft werden. Des weiteren muss der Unternehmensnachfolger bestimmt und die Abfindung und Versorgung der übrigen Angehörigen dokumentiert werden. Sinnvoll ist ein Testamentsvollstrecker, der auch die steuerlichen Auswirkungen im Blick hat. Dr. Schmitz bewertete diese Art von Testament als Notfall-Planung, denn die Übertragung zu Lebzeiten sei weitaus der bessere Vorschlag.

Zum Thema Erben kam auch die Sprache auf die Vorsorgevollmacht, die für jeden Volljährigen ein Thema sein muss. Hier gäbe es kein zu früh, nur ein zu spät. Liegt diese nicht vor, sind im Krankheitsfall weder der Ehepartner noch die Kinder automatisch handlungsfähig, und das Gericht bestimmt eine gerichtliche Betreuung.

Vertreter benennen

Was den Inhalt dieser Vorsorgevollmacht betrifft, soll es sich um eine Generalvollmacht handeln, die den vermögensrechtlichen Bereich und die persönlichen Angelegenheiten regelt. Für den Unternehmer bedeutet die Vorsorgevollmacht unter anderem, einen neuen Geschäftsführer zu benennen, eine Vetretung bei allen Handelregisteranmeldungen sowie gegenüber den Banken und Behörden.

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