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Schon die Römer setzten auf Eifelstein

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Nachschlagewerk auf hohem Niveau: Karl-Heinz Schumacher ist neben Walter Müller Autor des neuen Buches über die Gesteinsarten der Eifel und ihrer Verwendung. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Schon die Römer haben in der Eifel Gesteine abgebaut: Basalt, Tuff oder Sandstein, den sie für den Hausbau verwendeten oder Kalksteine, die sie zu Kalk brannten, um daraus Mörtel herzustellen. An Fahrt gewann der Gesteinsabbau, als in der Mitte des 19. Jahrhunderts die industrielle Förderung einsetzte.

Diese und andere Geschichten hat der aus Stolberg stammende Denkmalpfleger Dr. Karl-Heinz Schumacher aufgegriffen. Gemeinsam mit dem in Niederzissen lebenden Walter Müller hat er seine Erfahrungen und Kenntnisse rund um die Herkunft, Gewinnung und Verwendung der Eifelgesteine für das Verfassen eines Buches genutzt: Ein Buch, das unter dem Titel „Steinreiche Eifel 2“ auf 368 Seiten die Lager- und Abbaustätten beschreibt, aber auch auf die Verwendung der Gesteine für Steinmetz- und Gebäudearbeiten eingeht.

Das Werk, das neben einem ausführlichen Textteil auch mehr als 1360 farbige Abbildungen besitzt, ist als Nachfolge des 2011 erschienen Bandes gedacht, der als „Steinreiche Eifel 1“ die auf drei Teile angelegte Serie begründete. „Das Buch ist ein Nachschlagewerk und eine Ergänzung des ersten Bandes“, nennt der 55-jährige Schumacher Sinn und Zweck der Veröffentlichung, die auch eine Kombination aus Sach- und Fachbuch sowie Bildband und Reiseführer darstellt.

Unterstützt werden die Autoren dabei von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft (DVG). Die in Mendig ansässige Gesellschaft hat auch die Herausgabe des neuen Bandes übernommen, das sich auch als natur- und kulturgeschichtlicher Führer versteht. Das Stolberger Stadtgebiet mit seinen Schiefer- und Blausteinvorkommen und der daraus folgenden Verwendung im Gebäude- und Anlagenbau sowie der dekorativen Gestaltung findet in dem neuen Werk auch Berücksichtigung. So wird auf Seite 21 die Wehebachtalsperre beschrieben, und auf Seite 115 ist eine Tabelle zu sehen, die die in der Kupferstadt liegenden früheren Abbauorte auflistet. Aber auch dem Abbauvorhaben der Firma BSR in Breinig wird auf Seite 347 ein Kapitel gewidmet.

Sehr sorgfältig recherchiert

Schumacher und Müller haben sehr sorgfältig recherchiert. Denn das neue Werk sieht sich als bildliche Ergänzung des wissenschaftlichen Buches von Professor Dr. Wilhelm Meyer aus Bonn, das unter dem Titel „Geologie der Eifel“ im Herbst vergangenen Jahres bereits die vierte Auflage erlebte. Kennengelernt haben sich die Autoren vor mehr als zehn Jahren während einer gemeinsamen steingeschichtlichen Exkursion im Raum Niederzissen. „Seitdem sind wir ein Team. Wir ergänzen uns gegenseitig“, bestätigt Schumacher, der in den 1980er Jahren an der TH-Aachen ein Studium der Geografie, Kunstgeschichte und Geologie absolvierte, das er 1988 mit der Promotion abschloss.

Arbeitsteilung hat auch das jetzt erschienene Buch geprägt. Denn während Müller sich um das Layout und die Fotografien kümmerte, hat sich der in Mönchengladbach tätige Denkmalpfleger um die textliche Gestaltung des rund 370 Seiten starken Werkes verdient gemacht.

Bereits über die Planungsphase hinaus gekommen ist derweil Band 3. Er soll im kommenden Jahr erscheinen und ist gleichsam als Fortsetzung und Abschluss der Reihe über die Vielfalt der Eifelgesteine geplant.

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