Schnelle Leitung für Internet bald auch in Zweifall

Von: oha
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Die Hälfte der Strecke zwischen Vicht und Zweifall könnte das Glasfaserkabel unter der Erde verlegt werden. 2,5 Kilometer Kabel müssten überirdisch an Masten aufgehängt werden. Foto: Imago/Caro Olderup

Stolberg. Eine gute Nachricht für die Bewohner von Zweifall: Sie bekommen spätestens Ende nächsten Jahres schnelles Internet. Vor den Bauarbeiten wird es eine vorgeschriebene „Markterkundung“ für das gesamte Stadtgebiet geben. Womöglich wird sich dabei heraus stellen, dass auch andere Stadtteile unterversorgt sind, was eine zeitgemäße Anbindung an das Breitbandnetz angeht.

Wie mehrfach berichtet, hatte es in Zweifall zuletzt einen wahren Proteststurm gegen die mehr als unzureichende Internetversorgung gegeben. Gleich welchen Anbieter man nutzte, die Netzverbindung war entweder völlig lahm oder brach regelmäßig zusammen. Vor allem für Unternehmen ein unhaltbarer Zustand. Firmen kündigten an, den Ortsteil zu verlassen und woanders hin zu ziehen.

Jetzt bietet die Telekom Hilfe an. Sie will ein Glasfaserkabel bis Zweifall ziehen. Wie das technisch vonstatten gehen wird, erläuterte der Breitbandbeauftragte, Gregor Theißen, am Dienstagabend zahlreichen Zuhörern im voll besetzten Foyer der Zweifaller Gemeinschaftsgrundschule.

Demnach unterhält die Telekom fünf „Netzknoten“ für Stolberg: Im Zentrum, in Gressenich, Kornelimünster, Vicht und Breinig. Von dort werden rund 21 400 Internetkunden in der Stadt versorgt. Die Leistung der Leitungen liegt zwischen 50 Mbit und 384 kbit.

In Zweifall kommen die meisten der 750 Nutzer höchstens auf die Minimalleistung von 384 kbit. Vorgeschrieben ist jedoch eine Mindestleistung von 2 Mbit. Da fast 96 Prozent der Zweifaller Internetnutzer diese Mindestleistung nicht nutzen können, gibt es für den Ausbau des Netzes einen Landeszuschuss in Höhe von 90 Prozent der Kosten, die etwa 700 000 Euro betragen werden. 70 000 Euro müsste die Stadt beisteuern.

Das Glasfaserkabel für Zweifall würde am Vichter Knotenpunkt abgezweigt. Von dort aus würde das Breitbandkabel über eine Strecke von drei Kilometern im „Tiefbau“, also unter der Erde, verlegt. Jeder Kilometer unter der Erde verlegtes Glasfaserkabel kostet 65 000 Euro. Die verbleibenden 2,5 Kilometer müsste das Glasfaserkabel dann überirdisch von Mast zu Mast bis zum Endpunkt gezogen werden. Kosten: 20 000 Euro je Kilometer.

Derzeit werden die Endgeräte in Zweifall über ein Kupferkabel versorgt, das seinerzeit für die Telefone in der Erde verlegt wurde. Über sieben Verteilerkästen im Ort wird dieses Kupferkabel zu den einzelnen Hausanschlüssen weiter geleitet. Diese Verteilerkästen sollen auch künftig erhalten bleiben, allerdings aufgerüstet. Dort wird künftig das Glasfaserkabel ankommen. In den Kästen wird das optische in ein elektrisches Signal umgewandelt und dann wie bisher über die Kupferleitungen zu den Häusern transportiert.

Theißen: „Das Glasfaserkabel von Haus zu Haus zu ziehen, wäre viel zu teuer.“ Gleiches gelte für einen eigenen Netzknoten für Zweifall, der mit rund acht Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Aber über die Kombination Glasfaserkabel/Kupferkabel seien bereits Leistungen von bis zu 100 Mbit möglich, so Theißen.

Um an die finanzielle Förderung zu kommen, die das Projekt erst möglich macht, ist eine „Markterkundung“ vorgeschrieben. Ein Unternehmen wird ermitteln, wie es bislang um die Internetversorgung in der gesamten Stadt Stolberg steht. Nicht nur in Zweifall, sondern auch etwa im Gewerbegebiet Camp Astrid. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchung kann die Stadt dann einen Förderantrag bei der Landesregierung stellen.

Wann Stolberg in das Förderprogramm „rutsche“ ,sei noch unklar, so Bürgermeister Ferdi Gatzweiler bei der Versammlung im Schulfoyer. Die Markterkundung soll jedenfalls vor den Sommerferien abgeschlossen sein. Das Fördergeld sei vermutlich bis Endes des Jahres 2014 zu erwarten. „In Zweifall sind 96 Prozent der Bewohner ohne schnelles Internet. Da kann es nichts Dringenderes mehr geben“, so Gatzweiler. Für den Bau der Leitung von Vicht bis Zweifall sind zwölf Monate veranschlagt.

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