Stolberg - Scheibchenweise wird Brücke demontiert

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Scheibchenweise wird Brücke demontiert

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Zur Mittagsstunde schwebt der letzte Stahlträger vom Widerlager. Die Brücke in der Enkereistraße wurde zuvor zerlegt. Foto: J. Lange

Stolberg. Seit Jahren wird darüber debattiert, jetzt ist sie in Arbeit: Die Sanierung und Ertüchtigung der Brücke in der Enkereistraße hat begonnen. Am Mittwoch hat ein Spezialunternehmen aus Fresenburg die Stahlkonstruktion demontiert und auf die Reise ins Emsland geschickt.

Ein wenig widerspenstiger als erwartet erwiesen sich dabei die Stahlträger, nachdem die Querverbindungen abgeschraubt worden waren. Erschwerend kam hinzu, dass der durch Mauern, Bach und enge Kurven eingeschränkte Platz lediglich für einen 40-Tonnen-Kran ausreichte, dessen Tragkraft mit langem Ausleger begrenzt war.

Kurzerhand mussten die Monteure zuerst das vom Stolberger Kunstschmied Matthias Peters geschaffene Geländer erst einmal abflexen, so dass die Brücke über den Vichtbach in Einzelteilen demontiert werden musste. Doch zur Mittagsstunde war‘s geschafft, und der letzte Stahlträger schwebte zuerst in die Höhe und dann auf den Schwertransporter.

Bis Ende Juni wird das Loch im Bachufer bleiben und die Enkerei­straße nur via Klatterstraße und Katzhecke erreichbar sein. Dann soll die sanierte und durch zusätzliche Träger verstärkte Stahlkonstruktion wieder vor Ort installiert werden. Ein Belag mit neuen Bohlen aus Eichenholz sollen für eine lange Lebensdauer garantieren. Dann sollen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von sechs Tonnen über das Holz fahren dürfen. Das reicht aus, dass Rettungstransportwagen die Enkerei wieder auf direktem Weg erreichen können.

Doch das war nicht immer so. Im Zuge der Altstadt-Sanierung war die Brücke 1989 errichtet worden – ausgelegt auf eine Belastung von zwölf Tonnen, damit RTW und Feuerwehrfahrzeuge in die Altstadt chauffieren können. Doch eine Überprüfung Anfang diesen Jahrtausends ergab das Unvorstellbare: Die Brücke kann lediglich eine Belastung von 2,5 Tonnen tragen. Als Konsequenz wechselte die Stadt das entsprechende Verkehrsschild aus und harrte angesichts fehlender Finanzen der Dinge, die da kommen könnten.

Die kamen aber erst in Form eines Hochwassers im Jahre 2007. Im Nachgang stellte sich heraus, dass Schrauben in Belag und Konstruktion in einem Umfang fehlten, dass eine Sanierung der Brücke unerlässlich wurde. Zu diesem Zeitpunkt lag noch immer die Forderung der Feuerwehr auf dem Tisch, dass das Bauwerk eine Belastung von 16 Tonnen tragen können muss, damit die Last von Löschfahrzeuge getragen werden kann. Doch dann ergaben Fahrversuche der Stolberger Feuerwehr, dass sie mit ihren normalen Einsatzfahrzeugen erst gar nicht auf die Brücke kommen können, weil die Kurvenradien viel zu eng dafür sind.

Daraufhin entwickelte die Stolberger Wehrführung einen besonderen Einsatzplan für die Enkerei mit Anfahrten über Klatterstraße, Katzhecke und dem Herantragen von Einsatzgerätschaften.

2008 folgte dann ein neuer Anlauf die Brücke zu sanieren; diesmal nur mit einer Belastung von sechs Tonnen. 80.000 Euro hatte die Verwaltung dafür 2009 kalkuliert. Während des Wartens auf die Genehmigung durch die Wasserbehörden versickerte das Projekt in den Schubladen des Rathauses.

Herausgefischt wurde es im vergangenen Jahr, nachdem ein neuer Mitarbeiter im Rathaus die turnusmäßige Brückenprüfung vornahm. Zwei Mal musste die Stadt die Arbeiten ausschreiben. Beim ersten Mal gab es keine Gebote; beim zweiten Mal erwies sich das Unternehmen aus dem Emsland, das bereits die Fußgängerbrücke an der Burg errichtet hatte, als der wirtschaftlichste Bieter. Rund 120.000 Euro kosten die Arbeiten; hinzu kommen die Planungskosten. Zahlreich und interessiert verfolgten jedenfalls die Stolberger am Mittwoch die Demontage der Brückenteile vor Ort.

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