Stolberg - Satt sehen kann sich der Besucher an Kochs „Herrschaften” nie

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Satt sehen kann sich der Besucher an Kochs „Herrschaften” nie

Von: Christoph Hahn
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Gruppenbild mit lebenden Menschen und kunstvollen Pappkameraden: Künstler Franz-Josef Kochs (links) und den Vorsitzenden der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK), Prof. Alexander Boeminghaus, reitet auch bei der Vorbereitung der neuen Ausstellung in der Stolberger Burggalerie der Schalk. Foto: C. Hahn

Stolberg. Geschichtenerzähler, Narr, Philosoph und eben Zeichner: Viele können in dem Alsdorfer Künstler Franz-Josef Koch (59) und seinen Bildern Vieles finden. Besucher der Stolberger Burggalerie können ab Sonntag die Probe aufs Exempel wagen.

Bis zum 2. Mai stellt dort im historischen Gemäuer Kochs in der „Artibus”-Reihe seine - so der Titel der Ausstellung - „Herrschaften” aus.

Der Gang durch den Saal - so viel sei schon verraten - erinnert an den Griff in eine Wundertüte. Schon weil es beim Betrachten der von Kochs erschaffenen Wesen reichlich Gelegenheit gibt, sich zu wundern.

Aber diese Schau in der von Kulturmanager Max Krieger in Zusammenarbeit mit Galeristin Christa Oedekoven koordinierten Reihe leistet noch mehr: Sie bringt wunderliche Gestalten in den öffentlichen Raum, sorgt für frappierende Kunst-Erlebnisse dort, wo das Wunder seinen Platz schon längst verloren hat.

Das liegt daran, dass Kochs Pappkameraden (das Rohmaterial für seine teils im Sinne des Wortes bezeichneten und teils geschnittenen Arbeiten besorgt er sich beim Supermarkt) etwas Liebenswertes und manchmal leicht Karikaturenhaftes an sich haben.

Posenhaft stehen sie im Raum, reizen den Betrachter zur Reaktion - sei es ein Schmunzeln oder sei es das Verlangen, lebensgroße Kunstwerke und lebendige Ausstellungsbesucher zu einem imaginären oder ausgelebten Spiel zu verweben. Denn Kochs Figuren erzählen Geschichten, und das auf eine einladende Weise. Kein Wunder, dass es Besucher der Burggalerie verlocken dürfte, sich zum Teil dieser Geschichten zu machen, sie sich quasi einzuverleiben.

Kochs Panorama der Kopf- und Fantasiegeburten zeigt immer wieder neue einladende Facetten. Des Künstlers Neigung zum Schiebetheater, bei dem die Figuren ähnlich wie die eines Kicker-Spiels hin und her gezogen und geschoben werden, zeigt sich ganz besonders deutlich an der Wand.

Dort haben Kochs und seine Helfer, darunter der Mann der Galeristin, Karl-Heinz Oedekoven, und dessen Bruder Helmut sowie der Vorsitzende der bei „Artibus” ebenfalls involvierten Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK), Professor Alexander Boeminghaus, Figuren zu regelrechten Zeilen von je zehn Wesen über einander gruppiert.

Jeder dieser Männlein und Weiblein erzählt eine Geschichte, trägt Bilder nach Weißnichtwo, mal läppisch unter den Arm geklemmt, mal stolz sie vor sich her tragend wie eine Ikone oder eine Prozessionsfahne. Doch das ist nur die halbe Geschichte: Der Eine beugt sich als müsse er einen Diener machen, der Andere stolziert oder paradiert einher - es ist eine wahre Pracht.

Damit übrigens ist der Vorrat noch lange nicht erschöpft. Da gibt es zum Beispiel die Könige (darunter ein besonders fetter, der eine Weißwurst statt eines Szepters präsentiert) mit einer gelben Kopfbedeckung, die eher einem Hahnenkamm als einer Krone ähnelt. Denn das ist wirklich wesentlich an den „Herrschaften” und ihrem Schöpfer: Wirklich satt gesehen hat sich der Besucher hier wohl nie.

Eröffnet wird Franz-Josef Kochs Ausstellung „Herrschaften” am Sonntag, 28. März, 12 Uhr, in der Burg-Galerie Stolberg (Faches-Thumenil-Platz, Zufahrt über Burgstraße). Danach ist die Präsentation mit Arbeiten aus den zurück liegenden zehn Jahren noch bis zum 2. Mai zu folgenden Zeiten zu sehen: dienstags bis freitags 14-18, samstungs und sonntags 11-19 Uhr.

Ungefähr zur Halbzeit der Ausstellung, am Sonntag, 18. April, 15 Uhr gibt der Künstler seiner anderen Leidenschaft nach und erzählt und spielt (mit einem Schattentheater) für Kinder und Kind Gebliebene Märchen. Egon Kneer sorgt auf Akkordeon, Blockflöte und Mundharmonika für die musikalische Untermalung.
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