Stolberg - Sanierungsstau am Goethe-Gymnasium wird angegangen

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Sanierungsstau am Goethe-Gymnasium wird angegangen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Weitläufiges Gelände mit kurzen Wegen im Inneren: Vor 40 Jahren wurde das Goethe-Gymnasium bezogen. Jetzt sollen Mängel am Gebäude behoben und es zeitgemäß nachgerüstet werden.
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Kreidetafeln werden aber neben moderner Technik weiter zur Schule gehören, sagt Direktor Bernd Decker.

Stolberg. Vor 40 Jahren erlitten einige Pennäler einen emotionalen Schock der Moderne, während andere hellauf begeistert waren: Das Goethe-Gymnasium zog aus dem 1908 vollendeten repräsentativen, aber etwas maroden Altbau am Kaiserplatz in das neue Gebäude auf der Liester.

Dieses bot Lehrern und Schülern jedenfalls einen Quantensprung an Ausstattung, Unterrichtsmöglichkeiten und weitläufigem Außengelände, aber kurzen Wegen im Inneren. Daran hat sich bei den dank großer Fensterfronten Licht durchfluteten, um einen Innenhof angeordneten Klassen nichts geändert für die heute rund 760 Schüler und 70 Lehrkräfte.

„Unsere Schule bietet schon eine besonders schöne Atmosphäre“, sagt Bernd Decker, seit acht Jahren Schulleiter und 20 Jahren Lehrer auf der Liester. Schüler wie Kollegium wüssten die Vorteile des „Goethes“ sehr zu schätzen, betont der Direktor.

Zuerst 50.000 Euro für Konzept

Allein, das Gebäude ist mittlerweile spürbar in die Jahre gekommen. Zwar wurden immer wieder Aus- und Verbesserungen vorgenommen, Schäden repariert, das zusätzliche Mensa- und Lernzentrum 2012 eingeweiht sowie die „Pilze“, die den Weg zwischen Schule und Sporthalle auf dem Schulhof überdachen, vor vier Jahren neu bespannt.

Aber Dachdecker, Installateure und Glaser geben sich in der vor 164 Jahren gegründeten Lehranstalt die Klinke in die Hand. Andauernde Reparaturen sind mittlerweile laut Decker teurer als eine grundlegende Überholung. Der „alte Dichter“ ist über die vergangenen vier Jahrzehnte hinweg sichtbar gealtert.

Zudem konnten seinerzeit bei der Planung des Gebäudes heutige Entwicklungen nicht berücksichtigt werden. Internet und WLAN waren unbekannt, bilingual ein Fremdwort, G8 bestenfalls ein Feld auf dem Schachbrett, und heutige Formen von Schulleitung, Arbeitsgemeinschaften, Lerngruppen und Ganztag galten als Visionen.

Kurzum: Das „Goethe“ braucht eine Verjüngungskur, um fit für die Zukunft zu werden. Welche „Anwendungen“ erforderlich werden, dazu soll im Vergabeausschuss im Juli eigens ein Sanierungskonzept beauftragt werden, sagt der Vorsitzende des Schulausschusses: „Die große Koalition hat dazu 50.000 Euro im Haushalt bereit gestellt“, so Jochen Emonds (CDU). „Im kommenden Jahr soll der Bedarf feststehen“, erläutert sein Fraktionskollege Hans Bruckschen den Zeitplan. 2020 soll die Ausführung geplant und ab 2021 umgesetzt werden. „Wir rechnen mit einem Volumen von mehreren Millionen Euro“, so Emonds, die die Koalition dann in der Finanzplanung bereitstellen wolle.

Bereits heute sind bei der Stadt 35 Millionen Euro für den Ausbau der Bildungsinfrastruktur in den kommenden drei Jahre eingeplant. Im Wesentlichen dient das Geld zum Auf- und Ausbau der beiden Gesamtschulen sowie für Sanierungsmaßnahmen an den Grundschulen Münsterbusch, Büsbach und Breinig. „Neben den Gesamtschulen wollen wir die übrigen Gebäude nicht vernachlässigen“, so Bruckschen.

Nachdem in vergangenen Jahren grundlegend in die Substanz des Ritzefeld-Gymnasiums investiert worden ist, kommt nun das „Goethe“ an die Reihe. Im Mittelpunkt stehen dabei die Digitalisierung, Ganztag und die Behebung der Gebäudeschäden. Dabei steht das Gymnasium nach den Sommerferien schon vor der nächsten Neuerung. Nachdem zum Schuljahr 2005/06 das Abitur nach zwölf Jahren eingeführt wurde, folgt zum Schuljahr 2018/19 die Rückkehr zur Reifeprüfung nach 13 Schuljahren.

 

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