Stolberg - Sanierungsarbeiten: Mehr als das Dreifache wird fällig

Sanierungsarbeiten: Mehr als das Dreifache wird fällig

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Sanierung
Einen zweigeschossigen Neubau auf der Fläche gegenüber der „Villa” des Technischen Betriebsamtes, die heute für Fahrzeuge und Material genutzt wird, schlägt die Verwaltung als Ersatz für den alten Standort vor.

Stolberg. Wie macht man aus zwei Mal 300 000 Euro weit mehr als eine Million? Mit einem Sanierungskonzept, das eigentlich Kosten reduzieren sollte.

Letzteres hatte zumindest der Stadtrat erhofft, als er die Pläne der Verwaltung ablehnte, zwei Immobilien des Technischen Betriebsamtes (TBA) an der Mausbacher Industriestraße zu sanieren. Nun summieren sich die zur Diskussion stehenden Investitionskosten auf mehr als 1,35 Millionen Euro.

Zum Einen sind Fassade und Dach der „Villa” undicht, die Verwaltung und Sanitärräume am Hauptsitz beherbergt; mit rund 300 000 Euro wird eine Restaurierung kalkuliert. Mit Kosten in gleicher Höhe rechnete die Verwaltung zum Anderen bisher auch für eine Sanierung der maroden Dachkonstruktion des alten Lagers am anderen Ende der Industriestraße, wo außerdem Sanitärräume saniert werden müssten.

Die Ausgabe von mehr als 0,6 Millionen Euro für das TBA erschien zuletzt im März dem Stadtrat angesichts der Finanzlage überzogen; er forderte von der Verwaltung sowohl ein neues Raumkonzept mit dem Ziel der Konzentration der beiden Standorte auf die „Villa” wie auch eine Neuorganisation der Funktionsbereiche ein.

Zumindest das Raumkonzept stellt die Verwaltung dem Bauausschuss vor, nachdem eine Reihe von Alternativen sondiert worden sind. Letztlich scheidet aus Sicht der Verwaltung eine alleinige Erweiterung des derzeit für weitere Kapazitäten nicht ausreichenden Sanitärtraktes in der „Villa” bei Beibehaltung des Fuhrparks an den Salzsilos aus, weil „erhebliche Wegezeiten zu den Fahrzeugen” am alten Standort entstehen: je Mitarbeiter acht Minuten, vier Mal täglich.

Das summiere sich auf 11,5 Stunden Wegezeit oder täglichen Kosten in Höhe von 46.575 Euro, so die Berechnung der Verwaltung. Deshalb müsste neben zusätzlichen Sanitärräumen auch Platz für die Fahrzeuge im Umfeld der „Villa” geschaffen werden: für zwei Lastwagen, zwei Unimogs und fünf Transporter. Dies könne nur im Bereich des heutigen Carports geschehen.

Dazu sieht der Vorentwurf des Hochbauamtes einen zweigeschossigen Anbau vor - mit Fahrzeughalle im Erdgeschoss sowie Sozial- und Sanitärräumen mit ausreichend Kapazität für 25 Mitarbeiter im Obergeschoss - auch für weibliche Mitarbeiter, die zukünftig eingestellt werden könnten. Die Kosten dafür - inklusive Abriss der Halle und der Sanitäranlage am alten Standort nebst Verlegung der Schreinerei zur Logistik-Einheit neben der Villa - werden auf 1,05 Millionen Euro geschätzt.

Das entspricht Investitionskosten umgelegt auf 25 Mitarbeiter in Höhe von jeweils 42.000 Euro, auf Mitarbeiter und Fahrzeuge bezogen 30.882 Euro pro Einheit.Aufgrund der desolaten Finanzsituation der Stadt hat der Kämmerer bereits mitgeteilt, dass eine Finanzierung der Planung vor 2013 und der Umsetzung vor 2014 nicht möglich sein wird.

Unberührt von der Verlagerung der Bauhofabteilung bestehen bleibt der Sanierungsbedarf an der Villa: Zu den 1,05 Millionen sind die 0,3 Millionen Euro zu addieren. Am Montag werden die Fraktionen den Verwaltungsvorschlag abwägen, bevor der Bauausschuss am 14. September beraten wird.
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